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Kein Stammtisch des Kreisverbands mehr – Inhaberin Güse: „Ich unterstütze diese Ideologien nicht“

Grand Café täglich wirft AfD raus

veröffentlicht am 27.11.2015 um 11:41 Uhr
aktualisiert am 27.11.2015 um 12:38 Uhr

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Hameln. Am Ende hatte sich der offene Brief des Bündnisses „Bunt statt Braun“ überholt – darin wurde Gabriele Güse, Inhaberin des „Grand Café täglich“, dafür kritisiert, dass sich „seit geraumer Zeit der AfD Kreisverband Weserbergland“ in ihrem Lokal treffe. Dieser stehe am rechten Rand der Partei – und „dies nicht erst seit den Strafanzeigen wegen Holocaustleugnung und Volksverhetzung gegen das ehemalige AfD-Kreisvorstandsmitglied Gunnar Baumgart“.

Doch Güse hatte offenbar bereits zuvor reagiert – und der AfD nach eigenen Angaben bereits im Oktober signalisiert, dass sie keine Reservierungen mehr für deren Stammtisch entgegennehmen werde. Einige AfD-Mitglieder hätten allerdings die Unwissenheit mancher Café-Mitarbeiter ausgenutzt, heißt es vonseiten des „Café täglich“ auf der Facebook-Seite des AfD. „Wir fordern Sie auf, diese in Zukunft zu unterlassen.“ Fälschlicherweise angenommene Reservierungen würden storniert, zudem sollten Stammtisch-Ankündigungen auf der AfD-Seite gelöscht werden, so Güses Forderung. Und abschließend: „Wir teilen Ihnen mit, dass wir zukünftig keine Reservierungen mehr für die AfD entgegennehmen werden.“ „Wir müssen uns zum gestrigen offenen Brief berichtigen und freuen uns, dass auch das Grand Café täglich in Hameln dem AfD Kreisverband keinen Platz mehr bietet“, heißt es nunmehr vom Hamelner Bündnis, das den Mailwechsel zwischen AfD und Café täglich auf Facebook mitverfolgt hat. „Wir freuen uns, dass entgegen unserem Wissen das Café wohl bereits seit längerer Zeit keinen Stammtisch mehr durchführen wollte.“ Das Bündnis bedankte sich beim Café, dass es „diesen Schritt mitgegangen“ sei. „Es ist wichtig, der AfD zu zeigen, dass sie keinen Platz bei uns hat.“ Güse hätte sich allerdings gewünscht, dass das Bündnis zunächst mit ihr in Kontakt getreten wäre, bevor ein offener Brief erscheint. „Ich unterstütze diese Ideologien nicht“, stellte Güse gegenüber der Dewezet noch einmal ihre Haltung in Sachen AfD klar. Sie machte allerdings auch ihre eigenen Grenzen deutlich: „Einzelne Leute kann ich nicht verhindern.“ Wenn sich AfD-Mitglieder privat im Lokal träfen, sehe sie keine Handhabe. „Wenn ein Gast kommt und sich nicht auffällig verhält, dann sage ich nicht, dass er wieder gehen muss.“ Ihr sei auch unklar, wie sie in solchen Fällen aussortieren sollte. „Nach Steckbrief? Gesicht? Ausweiskontrolle?“ Aber auch wenn sie in solchen Fällen nicht von ihrem Hausrecht Gebrauch mache, heiße das nicht, dass sie hinter der AfD stehe. red

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