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Bernd Raffelhüschen spricht über Ursachen bei SSK-Börsennacht

Glückliche Niedersachsen

Hameln. Es ist schon etwas Besonderes mit den Menschen im Osten Niedersachsens. Sie verdienen im westdeutschen Vergleich eher wenig, sind überdurchschnittlich oft arbeitslos, ihre Heimat droht zu überaltern. Das Bemerkenswerte: Glücklich sind die Menschen hier dennoch. So hat es Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen als wissenschaftlicher Leiter gemeinsam mit seinen Kollegen herausgefunden. Gestern war der bekannte Finanzwissenschaftler Gastredner bei der 15. Börsennacht der Stadtsparkasse Hameln.

veröffentlicht am 14.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:21 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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In 19 Regionen wurde Deutschland für den „Glücksatlas“ eingeteilt. Der statistische Bereich Niedersachsen/Hannover, zu dem Hameln gehört, landete auf Rang vier. Warum? „Das weiß ich doch nicht! Ich bin doch nur Statistiker“, sagt Raffelhüschen in seinem launigen Vortrag im Theater. Dabei interessiert den Wissenschaftler natürlich genau das: Vier „Gs des Glücks“ haben die Glücksforscher, die sich eigentlich als Zufriedenheitsforscher sehen, ausgemacht. Das wichtigste G: die Gesundheit, gefolgt von der Gemeinschaft – seien es Partner, Freunde oder Bekannte. Der dritte Faktor ist das Geld, der vierte jedoch ist schwerer zu fassen: „Weißes Rauschen“ nennt es der Statistiker – das, was nicht durch objektive Faktoren erklärbar ist. Als „G“ wird es zur „genetischen Disposition“. Ohne G lässt sich auch Mentalität dazu sagen.

Und mit ihrer Mentalität werfen die Norddeutschen offenbar etwas in die Waagschale, das anderen Bundesbürgern fehlt: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen/Nordsee, Niedersachsen/Hannover – so heißt die Top-Vier der glücklichsten Regionen. Es liege wohl, stochert Raffelhüschen ein wenig im „weißen Rauschen“, an der „plauschigen Gemütlichkeit“, die im Norden gepflegt werde. Am „sich zu Hause einigeln“, Tee mit oder ohne Schuss inklusive. Und vielleicht auch an der Nordsee: Auch im europäischen Vergleich belegen die Nordsee-Staaten Spitzenplätze. „Irgendwas muss es mit der Nordsee zu tun haben“, sagt der Schleswig-Holsteiner Raffelhüschen.

Bei anderen Fragen sind die Daten, die seit 1983 in über 20 000 deutschen Haushalten erhoben wurden, eindeutiger: So geht es mit der Lebenszufriedenheit ähnlich zuverlässig ab Mitte 30 bergab, wie ab Mitte 50 („Alterszufriedenheit“) wieder bergauf. Kinder tragen zum Glück – so der Statistiker – offenbar nicht wirklich bei, Enkel hingegen sehr. Doch merke: „Kinder sind statistisch gesehen eine notwendige Voraussetzung für Enkel“, sorgt der Wissenschaftler für einen weiteren Lacher.

Wenn er nicht in Glücksfragen unterwegs ist, redet Raffelhüschen oft über soziale Sicherungssysteme. 2006 sprach er bereits als Gast einer Hamelner SSK-Börsennacht über „Generationengerechtigkeit“.

Und politische Dimensionen hatten dann auch Schlussfolgerungen aus der Zufriedenheitsforschung: „Glück braucht Wirtschaftswachstum“ lautet eine davon, „Glück braucht Arbeit“ eine andere. Und diese Arbeitszufriedenheit, so Raffelhüschen, mache sich auch schon bei Minijobs bemerkbar.

Prof. Bernd Raffelhüschen sprach gestern Abend bei der Börsennacht der Stadtsparkasse über den „Glücksatlas“. Wal



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