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Hamelner Mehrlingsmama organisiert Drillingstreffen

Glück im Dreierpack

Hameln. Es gibt dieses Sprichwort, „Aller guten Dinge sind drei“, das zwar abgedroschen, aber dennoch passend ist. „Man lacht und man weint, wenn man die Nachricht erhält, dass es Drillinge sind“, erzählt eine junge Mutter, der es so ergangen ist. „Man hat einen Kinderwunsch, und schwupps, sind es zu viele“, sagt die Drillingsmutter, die vor der Mehrlingsgeburt schon drei Kinder hatte. Für sie und ihren Mann, aber generell für alle Eltern, seien Drillinge eine Herausforderung. „Man hat ja nur zwei Hände.“

veröffentlicht am 02.05.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

von Karen Klages
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Geholfen hat ihr und ihrem Mann der Kontakt zu anderen Drillingseltern. Über das Forum des Vereins ABC-Club, einer internationalen Drillings- und Mehrlingsinitiative, haben sie sich ausgetauscht. Auch eine Facebook-Gruppe gibt es – und regelmäßige Drillingstreffen. Das nächste findet am Samstag, 31. Mai, vor den Toren Hamelns statt. „Bisher haben sich 25 Familien angemeldet, aber es dürfen gern noch mehr werden“, erzählt die Hamelner Drillingsmutter, die das Treffen nach großem Erfolg im vergangenen Jahr jetzt wieder organisiert. Anmeldungen nimmt sie unter der Mailadresse drillis@gmx.net entgegen. Im Fokus steht bei solchen Treffen aber nicht nur der Austausch der Eltern. „Auch die Kinder sollen sich kennenlernen“, erklärt die Organisatorin.

Über einen Verein wie den ABC-Club vernetzt zu sein, sei für die Eltern von Mehrlingen sehr hilfreich. „Auch Schwangere suchen den Kontakt“, berichtet die Hamelnerin. Wie füttere ich drei Kinder gleichzeitig? Wie gehe ich mit drei Maxi Cosis einkaufen? Fragen, mit denen sich künftige Drillingseltern zwangsläufig auseinandersetzen müssen. Die Hamelner Drillingsmama und ihr Mann standen vor der Frage: „Welchen Kinderwagen nehmen wir? Mit zwei Kindern nebeneinander kommt man noch durch die Tür. Mit drei Kindern nebeneinander passt es schon nicht mehr.“

Bei Drillingen komme es auf eine gute Organisation an. Eine Haushaltshilfe stehe Mehrlingsfamilien zwar zu – aber nur bis zum Ende des Mutterschutzes. Wer danach Unterstützung bei der Krankenkasse beantrage, werde oft enttäuscht, so die Erfahrungen der Drillingsmütter. Es heißt: „Drillinge sind ja keine Krankheit.“ Ein intaktes Familienleben mit Oma und Opa in der Nähe sowie guten Freunden, die aushelfen, sei enorm wichtig. „Ich habe mich erst entspannt, als die Kinder ein Jahr alt waren“, berichtet die Hamelner Drillingsmama. Denn wie eigentlich alle Drillinge sind auch ihre beiden Jungs und das Mädchen zu früh geboren. Zwar nach Ablauf von 34 Schwangerschaftswochen, was über dem Durchschnitt liege, aber eben zu früh. „Man muss schauen, wie sie sich entwickeln.“ Und auch viele Frauen stecken eine Mehrlingsschwangerschaft nicht so einfach weg. „Das ist eine höhere Belastung für den Körper der Mutter.“ Bei der Drillingsmama aus Hameln lief alles bestens. Auch sie musste sich zwar ab der 30. Schwangerschaftswoche in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) einfinden, aber nur zur Vorsicht: „Meine Frauenärztin wollte ab dem Zeitpunkt keine Verantwortung mehr übernehmen, wenn ich alleine zu Hause bin“, erinnert sie sich. Viele Frauen müssten am Ende der Schwangerschaft liegen – die Hamelnerin saß hingegen mehr in der MHH und machte ganz nebenbei ihre Steuererklärung. Nachdem die Kinder per Kaiserschnitt auf der Welt waren, blieben sie noch zwei Wochen in der MHH, danach konnten sie alle zusammen nach Hause. Aber auch, wenn alles gut ist: „Zeit für Kaffeekränzchen hat man am Anfang nicht.“ Das Auto hat die Großfamilie mit sechs Kindern daher erst ein halbes Jahr nach der Geburt der Drillinge angeschafft. Vorher sei keine Zeit gewesen, um zu acht irgendwo hinzufahren.

Ist die Familie unterwegs, erregt sie Aufsehen. Als sie mit dem Drillingswagen durch die Stadt gegangen ist, habe man der jungen Mutter dumme Bemerkungen, aber auch bewundernde Worte entgegengebracht. „Man ist halt der Exot“, sagt sie.



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