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Stadt Hameln will aus Fehlern lernen

„Globus“ dicht – Pächter stellen Insolvenzantrag

Hameln. Das Globus-Restaurant in der Rattenfänger-Halle ist geschlossen – die Pächter haben beim Amtsgericht Hameln Antrag auf Insolvenz gestellt. Das bestätigte gestern die Pressestelle der Justizbehörde. Ein Gutachter sei nun beauftragt, die Vermögenswerte zu ermitteln. Nach dessen Einschätzung richtet sich dann die Zukunft des gastronomischen Betriebes. „Bis das Gutachten vorliegt, vergehen vier bis sechs Wochen. Danach wird entschieden, ob ein Insolvenzverwalter eingesetzt wird oder nicht“, erläuterte eine Sprecherin des Amtsgerichtes. Das Verfahren könne auch „mangels Masse“ abgewiesen werden. Nur, wenn der Gutachter Vermögenswerte ermittelt, werde ein Insolvenzverfahren eröffnet.

veröffentlicht am 13.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:00 Uhr

Im Globus-Restaurant an der Rattenfänger-Halle sind vorerst die
Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Wie es langfristig mit dem Betrieb des Globus-Restaurants weitergeht, steht derzeit in den Sternen. „Wir sind bemüht, bei Veranstaltungen eine Bewirtung zu haben, sodass der Kunde keinen Unterschied merkt“, sagt Oliver Meinecke, Teamleiter Hallenmanagement bei der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT), die für die Vermarktung der Halle verantwortlich zeichnet. Für die anstehenden Veranstaltungen wie ein Fußball-Turnier an diesem Wochenende, die Reptilienausstellung und den Ostereiermarkt sei die Restauration „auf jeden Fall gesichert“, betont Meinecke.

Imageschaden durch

Knebelverträge

Die von der drohenden Insolvenz gezeichnete Globus-Gastronomie hatte erst am vergangenen Wochenende nach der Sport-Gala für Stadtgespräche gesorgt, weil insbesondere der Getränke-Service zu wünschen übrig ließ und es an der Garderobe zu unverhältnismäßig langen Wartezeiten gekommen war. Zudem wurden Kleidungsstücke vertauscht oder blieben unauffindbar. Ein Zustand, den die Veranstalter, Sparkasse Weserbergland und Dewezet, nicht noch einmal erleben wollen. „Abgesehen von dem Investitionsstau in der Rattenfänger-Halle mit kaputten, dreckigen Stühlen und löchrigem Tanzparkett, das wir noch kurzfristig flicken mussten, ist die Zusammenarbeit mit ‚Globus‘ äußerst schwierig. Wir werden in der Halle auch keine Veranstaltung mehr durchführen, wenn wir den Caterer nicht bestimmen können“, treibt es Günter Evert angesichts des miserablen Services anlässlich des Hamelner Ball-Ereignisses des Jahres noch heute die Zornesröte ins Gesicht. Bezüglich der Mietbedingungen spricht der Dewezet-Geschäftsführer von „Knebelverträgen“, denn die Bedingungen schrieben vor, dass Gastronomie- und Serviceleistungen über die Globus-Gastronomie zu erfolgen haben. „Deshalb konnten wir absolut nichts dafür; müssen aber jetzt mit dem Imageschaden leben“, ärgert sich Evert noch immer.

Stadt will Restaurant

und Catering trennen

Unterstützt wird der Geschäftsführer von Friedrich-Wilhelm Kaup. „Die Sport-Gala ist ein Renommee und ein zentraler Punkt für Hameln. Um die Veranstaltung erfolgreich fortsetzen zu können, müssen schnell intelligente Lösungen her. Wir verlangen absolute Professionalität – mit entsprechender Qualität, was Catering und Garderobe angeht“, fordert der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Weserbergland. „Ansonsten müssen wir uns nach Alternativen, wie beispielsweise das Gasthaus Mittendorf in Buchhagen, umsehen“, sagt Kaup unmissverständlich in Richtung Stadt als Eigentümer der Rattenfänger-Halle.

Im Rathaus sind spätestens seit dem vergangenen Wochenende die Schwachstellen erkannt. „Wir müssen uns der Situation stellen, mit unserem Vertragspartner HMT über eine Optimierung nachdenken und andere handelnde Personen finden“, zeigt sich Andreas Seidel, Verwaltungsleiter des städtischen Veranstaltungsverbundes geläutert. „Der Vertrag in der Rattenfänger-Halle mit der Hermann Ulrichs GmbH läuft bis 2013 und ist mit allen Rechten und Pflichten versehen, die Halle zu bewirtschaften“, bestätigt Thomas Wahmes. Allerdings scheint diese Vereinbarung nicht in Stein gemeißelt und bedeutet nicht, dass sich vor dem Jahr 2013 nichts in Sachen Rattenfänger-Halle ändern wird. Denn der Sprecher der Stadtverwaltung kündigte gestern an: „Denkbar ist, dass der Vertrag aufgehoben wird. Wir führen Gespräche mit dem Ziel, Restaurant und Catering zeitnah zu trennen. Schon zur nächsten Sport-Gala hoffen wir, dass sich etwas geändert hat.“Zum Thema: Fünf schwarze Jacken abzuholen:Fünf schwarze Jacken warten seit der Sportgala in der Rattenfänger-Halle immer noch auf ihren Besitzer. Mit Schließung des Globus-Restaurants sind die Bekleidungsstücke der Dewezet, Abteilung Verkaufsförderung in der Baustraße, übergeben worden und können dort abgeholt werden. Globus-Pächter Reza Amiri betonte gestern zudem, dass verloren gegangene Kleidungsstücke über die Versicherung ersetzt werden.HW

Lange Wartezeiten mussten Besucher der Sport-Gala in Kauf nehmen, ehe die gewünschten Getränke an den Tisch gelangten.



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