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Glaubenszeichen in einem verwunschenen Pfarrgarten

veröffentlicht am 22.07.2010 um 18:13 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (kar). Vögel zwitschern in den mächtigen Kronen der Bäume, die dem Kirchturm nebenan Konkurrenz machen. Rosarote Stockrosen blühen am Eingang zu dem verwunschenen Garten, dessen Pforte einladend geöffnet ist und den Blick freigibt auf eine bunte Vielfalt an Stauden, Büschen und an Gewächsen mit merkwürdig geformten Blättern. Eine Idylle. Mitten in Hameln. Und, ja, es gibt hier eine Kirche. Von deren Existenz wissen zwar viele Hamelner, die meisten aber haben sie wohl noch nie betreten. Das sieht bei dem Pfarrgarten anders aus: „Schon zum dritten Mal findet hier Kultur in den Höfen statt“, erzählt Martin Hoffmann, Pastor der evangelisch-reformierten Kirche in der Hugenottenstraße: „Weil der Garten so schön ist.“ Die Kirche auch.
 Sie trägt keinen Namen, ist nicht nach einem Apostel oder Heiligen benannt, auch wenn sie von den Einheimischen gern als „Hugenottenkirche“ bezeichnet wird. „Was nicht ganz richtig ist“, erklärt Hoffmann. Zwar haben 300 Glaubensflüchtlinge aus Frankreich 1690 in Hameln die Hugenotten-Gemeinde gebildet, aber: „Diese französisch-reformierte Gemeinde ist 1854 wieder eingegangen“, sagt Pastor Hoffmann. 1901 wurde dann die evangelisch-reformierte Gemeinde in Hameln gegründet, 1906 ihr Gotteshaus in der Hugenottenstraße eingeweiht. Der reformierten Tradition entsprechend ist sie innen ganz schlicht. 

Viele lauschige Winkel beitet der Pfarrgarten. Besonders spannend ist hier der „Garten der Ökumene“ gleich neben dem Eingang. Er wurde vor vier Jahren, zum Kirchenjubiläum, angelegt und trägt die „Handschrift“ von acht Hamelner Gemeinden, die hier Bäume und Büsche von symbolischem Wert pflanzten. So spiegelt dieser Garten auch ein Stück Kultur und Glaubenstradition der jeweiligen Gemeinden.  Seite an Seite haben die Büsche und Bäume Wurzeln geschlagen und erfüllen – ganz im Sinne der Ökumene – einen religionsübergreifenden Zweck: „Miteinander wachsen“, sagt Pastor Hoffmann. Das sei der Gedanke bei Anlegung dieses Gartens gewesen.



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