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Feuer bringt Menschen an der Friedrich-List-Straße in Lebensgefahr / Fluchtweg abgeschnitten

Giftiger Qualm – Polizei evakuiert Wohnungen

Hameln (ube). Ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Friedrich-List-Straße, in dem 49 Menschen wohnen, hat gestern früh um 3.40 Uhr Bewohner der zweiten Etage in Gefahr gebracht. Weil ein Flur und das Treppenhaus mit hochgiftigen Rauchgasen gefüllt waren, sei Mietern aus fünf Wohnungen der Fluchtweg abgeschnitten worden, sagte Einsatzleiter Bodo Kauert. Die Polizeibeamten Jana Waskow, Jens Röpke und Guido Krosta, die kurz vor der Feuerwehr eintrafen, evakuierten zehn Wohnungen. Allerdings: „In den Hausflur, auf dem es brannte, konnten wir nicht mehr vordringen. Da war bereits zu viel Qualm“, sagte Oberkommissar Röpke. Die Polizei geht davon aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt oder fahrlässig verursacht wurde.

veröffentlicht am 22.12.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 10:41 Uhr

Evakuierungseinsatz an der Friedrich-List-Straße: Ortsbrandmeister Emil Burose (li.) und DRK-Bereitschaftsleiter Stephan Blanken
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Die Leitstelle „Weserbergland“ schickte nicht nur den Löschzug der rund um die Uhr besetzten Wachbereitschaft zum Brandort, es wurden auch der 3. und 4. Zug der Ortswehr Hameln, zwei Rettungswagen und ein Notarzt alarmiert.

Bei minus 3 Grad Celsius standen einige Hausbewohner auf ihren Balkonen, andere warteten am Fenster in ihren Wohnungen auf Anweisungen der Retter. Oberbrandmeister Thomas Breitkopf fuhr mit der Drehleiter zu den Eingeschlossenen, rief ihnen zu: „Bleiben Sie bitte in Ihren Wohnungen. Für Sie besteht im Moment keine Gefahr. Machen Sie sich keine Sorgen. Wir können Sie jederzeit mit unserer Drehleiter aus dem Haus holen.“

Ein offenbar betrunkener Mann bewarf Breitkopf von seinem Balkon aus mit Schneebällen. Er sei aggressiv gewesen, habe Beleidigungen ausgestoßen, sich wenig später drohend vor zwei Polizeibeamten aufgebaut, hieß es.

Gefährliche Rauchgase wabern durchs Treppenhaus. Einigen Mietern ist der Fluchtweg abgeschnitten.
  • Gefährliche Rauchgase wabern durchs Treppenhaus. Einigen Mietern ist der Fluchtweg abgeschnitten.

Ein mit schwerem Atemschutz ausgerüsteter Angriffstrupp der Feuerwehr machte sich auf die Suche nach dem Brandherd. Das Treppenhaus war stark verqualmt“, sagte Ortsbrandmeister Emil Burose. Weißgrauer Qualm waberte den Feuerwehrleuten entgegen. Die Männer konnten die Hand vor Augen kaum sehen. Der große Gebäudekomplex habe aufgrund seiner Bauform ein weitreichendes und verzweigtes Treppenhaus mit mehreren davon abgehenden Fluren, berichtete Brandoberamtsrat Andreas Zerbe. Die Löschmannschaften entdeckten in einem Hausflur eine brennende Sporttasche, die auf einer Kommode stand. Die Flammen waren rasch gelöscht. Mit einem Hochleistungslüfter erzeugte die Feuerwehr Überdruck. Auf diese Weise wurden die gefährlichen Gase durch geöffnete Fenster ins Freie geblasen. „Weil die Hausbewohner auf den Balkonen und in ihren Wohnungen bleiben konnten, wurden Schäden durch Brandrauch vermieden“, sagte Hamelns Stadtbrandmeister Gerhard Rathing.

Ein Tatort-Team der Inspektion Hameln/Holzminden suchte nach Spuren und machte Fotos. „Wir gehen von vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung aus“, sagte Kommissar Dirk Barnert.

Auf www.dewezet.de finden Sie ein Kurzvideo.



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