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Kleinkind wurde offenbar wegen Vergiftung behandelt

Giftige Sträucher: Aufregung um Schulhof-Eiben

HAMELN. Auf dem Hof der Wilhelm-Raabe-Schule wurden Eiben entfernt. Das irritiert Naturfreunde. Doch offenbar gibt es eine dramatische Vorgeschichte ...

veröffentlicht am 09.01.2019 um 10:17 Uhr
aktualisiert am 09.01.2019 um 19:10 Uhr

Die letzten Verbliebenen: Auf dem Pausenhof der Wilhelm-Raabe-Schule an der Königstraße wurden Eiben entfernt, bis eine Lehrkraft die Arbeiten vorerst stoppte. Foto: fn
Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Das gefiel der Hamelner Naturfreundin gar nicht: Gesunden Eiben wurde da von Mitarbeitern der Stadt der Garaus gemacht. So beobachtete es Manuela Haas Angang dieser Woche auf dem Hof der Wilhelm-Raabe-Schule an der Königstraße. „Das kann nicht angehen“, habe sie gedacht – und wandte sich an die Dewezet. Schließlich bieten Eiben Vögeln Verstecke, Nistmöglichkeiten und Nahrung. Ein Vogelnest sei sogar bei den Arbeiten zu Boden gefallen, beobachtete Haas, die als Lesepatin an der Schule im Einsatz ist. Mit ihrer Skepsis war Haas offenbar nicht allein: „Eine Lehrkraft“, wie es von Stadt und Schulleitung heißt, ließ die Arbeiten später stoppen.

Doch ohne Grund waren die städtischen Mitarbeiter den Eiben nicht zu Leibe gerückt. Im Spätsommer des vergangenen Jahres hat offenbar ein Kleinkind – vielleicht auch ein älteres Geschwisterkind – von den giftigen roten Beeren der Eibe genascht. Die Berichte klingen nach Hörensagen, als Schulunfall dokumentiert wurde der Vorfall nicht, heißt es aus der Stadtverwaltung. Das Kleinkind habe im Krankenhaus behandelt werden müssen, so Schulleiterin Britta Bödecker. Der behandelnde Arzt habe sich „aufgeregt“ über die gefährlichen Büsche am Schulhof, ist ihr zu Ohren gekommen. Also habe die Schulleitung den Schulträger, die Stadt Hameln, gebeten, die Eiben zu entfernen.

Das hatte sich aber wohl nicht zu der einschreitenden Lehrkraft herumgesprochen. Die Schulleiterin jedenfalls ist mit deren Eingreifen hörbar unzufrieden. So etwas sei „Angelegenheit der Schulleitung“, betont Bödecker. Zwei Eiben blieben deshalb stehen – aber nur vorerst. Deren Fällung sei in dieser Woche ohnehin nur eine „vorgezogene“ Maßnahme gewesen, erklärt die Schulleiterin. „Für 2020 ist die Umgestaltung des Schulhofes geplant.“ Dann sollen Hochbeete an die Stelle der Büsche – und neu gepflanztes Grün, wie sie auch Lesepatin Manuela Haas in einem Gespräch versichert habe. Also rücken in der Königstraße schon in Kürze noch einmal Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs an.

Grundsätzlich, heißt es aus der Stadtverwaltung, liege es im Ermessen der Hamelner Schulen, ob Eiben auf ihrem Gelände stehen bleiben oder nicht. „Wir bewegen uns in einer Art Grauzone: Die Pflanzung von Eiben ist nicht ,verboten‘, es ist aber viel Fingerspitzengefühl erforderlich“, erklärt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Die Schulleitungen haben das letzte Wort.

Auch Manuela Haas möchte natürlich nicht, dass Kinder gefährdet werden, gibt aber zu bedenken: „Es kann ja nicht sein, dass am Ende auch Pflanzen auf Schulwegen weggemacht werden müssen, weil sie giftig sind.“



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