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Mordprozess gegen 23-jährigen Hamelner in Münster

Gibt es einen weiteren Täter?

Münster/Hameln (he). Das Strafregister der beiden Männer aus Hameln und Hannover, die sich wegen Raubmordes an einer 83-Jährigen aus Hörstel-Riesenbeck vor dem Schwurgericht in Münster zu verantworten haben, füllt ganze Seiten. Als die Richterin die Vorstrafen des 23-jährigen Romani L. aus Hameln in Anwesenheit seiner Angehörigen verliest, schaut er beschämt zu Boden. Von Sachbeschädigung über Betrug, gemeinsamem und versuchtem Diebstahl in besonders schwerem Fall bis hin zur gefährlichen Körperverletzung reicht das Repertoire an Straftaten.

veröffentlicht am 05.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 19:21 Uhr

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Von noch größerem Kaliber sind die Vorstrafen des 41-jährigen Mitangeklagten, Ricardo L. aus Hannover. Schon mit 23 Jahren verübte er Diebstahlsdelikte, die in zwölf Fällen in schweren Bandendiebstahl, mehrfache Bandenhehlerei und in Verstoß gegen das Waffengesetz gipfelten. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht ihm Sicherungsverwahrung.

Die Strafkammer hörte weitere Zeugen. Darunter auch ein 38 Jahre alter ehemaliger reisender Dachdecker aus Osnabrück. Der Mann hatte im Sommer 2008 mit weiteren Männern Dachdeckerarbeiten am Haus des Opfers ausgeführt. Er hatte in diesem Zusammenhang auch das Schlafzimmer der Frau betreten. Einen Tresor will er nicht gesehen haben. Nach dem gewaltsamen Tod der Seniorin geriet der Zeuge ins Visier der Fahnder, Gegebenheiten im Haus an andere verraten zu haben. „Um Gottes Willen“, empörte sich der Mann. Mit dem Mord habe er nichts zu tun. Die Angeklagten kenne er nicht.

Laut einer polizeilichen Vernehmung will der Zeuge erfahren haben, dass sich drei Pkw aus Hannover im Umfeld des späteren Tatortes aufgehalten haben sollen. Namen wollte der Zeuge aber nicht nennen.

Dass sein Handy am Tag des Mordes, dem 17. April 2009, gegen 22.30 Uhr im Raum Osnabrück benutzt wurde, konnte der Zeuge nicht erklären. In dem mitgeschnittenen Gespräch, das er unmittelbar nach der Tat mit einem Kollegen in Sinti- und Roma-Sprache geführt hatte, ging es um den brutalen Überfall.

„Die Nichtzigeunerin, die wir gemacht haben, … die soll tot sein“, heißt es darin laut einer Übersetzung. „Das ist falsch, total falsch übersetzt worden und stimmt hinten und vorne nicht“, entgegnete der 38-Jährige. Der Prozess wird fortgesetzt.



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