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Schnelleres Internet frühestens Ende 2022

Gewerbegebiet in Hastenbeck online abgehängt

HASTENBECK. Ein ganzes Gewerbegebiet, das ein Stück weit von der modernen Welt abgeschnitten ist. Klingt im Jahre 2019 unwahrscheinlich, gibt es aber. In dem Gewerbegebiet in Hastenbeck müssen die Unternehmen mit maximal 16 Mbit pro Sekunde zurechtkommen. Aber ein Licht am Horizont ist auch zu sehen.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 17:11 Uhr

Die Unternehmen des Gewerbegebiets in Hastenbeck greifen mitunter auf das altgediente Fax-Gerät oder private Internetanschlüsse zurück, um die Kommunikation mit ihren Geschäftspartnern aufrechtzuerhalten. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Während der Ortskern von Hastenbeck laut Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur mit einer via Kupferleitung verfügbaren Internetverbindung in Höhe von bis zu 100 Mbits pro Sekunde „ausreichend“ versorgt sei, müssen sich die Anrainer von Bückebergstraße und vor allem Freibusch – und damit auch ein gutes halbes Dutzend Unternehmen – mit weniger als 16 Mbit pro Sekunde begnügen. Ein Wert, der laut städtischer Wirtschaftsförderung, wie Ortsbürgermeister Walter Kinast, in der Ortsratssitzung mitteilte, als „extrem niedrig“ einzustufen sei. Unter solchen Voraussetzungen sei „kein zukunftsfähiger Gerwerbebetrieb möglich“, und auch für Privathaushalte sei diese Datenübertragung zu langsam, merkte Kinast an.

Die gute Nachricht des Ortsbürgermeisters: Als einzige Hamelner Ortschaft sei Hastenbeck noch nachträglich in die zweite Stufe des Breitbandausbaus des Landkreises Hameln-Pyrmont aufgenommen worden, die 2021 in Angriff genommen werden soll. „Es gibt eine Perspektive für die Ortschaft“, befand Kinast.

Doch tatsächlich wird sich Hastenbeck noch ein wenig länger gedulden müssen. Aus der Website des vom Kreishaus beauftragten Telekommunikationsunternehmens HTP geht hervor, dass die „voraussichtliche Fertigstellung“ des Glasfasernetzes in Hastenbeck erst für Dezember 2022 vorgesehen ist.

Die 84 betroffenen Adressen in Hastenbeck, führte Kinast aus, würden ein halbes Jahr vorher informiert – und von HTP beworben. Schließlich müssen mindestens 40 Prozent der Anrainer den Glasfaseranschluss haben wollen, damit HTP den Ausbau dann auch vornimmt. Das Interesse der Unternehmen rund um das Hastenbecker Gewerbegebiet dürfte HTP sicher sein. Denn die müssen sich bislang anders behelfen.

„Wir schlagen uns durch“, sagt Peter Leichsnering, Einkaufsleiter der Stahl-Blech-Verarbeitungsgesellschaft mbH (SBV) auf Anfrage der Dewezet. Dem seit 2000 im Freibusch ansässige Unternehmen stünde nur 1 Mbit pro Sekunde zur Verfügung. Heißt in der Konsequenz etwa: „Updates werden von unserer IT von zu Hause vorbereitet, sonst würde das Tage dauern“, beklagt Leichsnering. Jede Google-Suche koste spürbar Datenvolumen und damit Zeit. Das Angebot eines Telekommunikationsunternehmens, sich „für 65 000 Euro eine eigene Leitung legen“ zu lassen, habe SBV „dankend abgelehnt“.

Als „Riesenproblem“ bezeichnet auch René Westphal, Geschäftsführer des Maschinenbauunternehmens Auratronic, die langsame Internetverbindung an der Bückebergstraße. Wenn bei einer sogenannten Fernwartung, also einer online durchgeführten Überprüfung einer Maschine, die Internetverbindung abbreche, dann sei die Arbeit umsonst und es müsse nochmal von vorn begonnen werden, sagt er. Wichtige Dokumente oder besonders große Datenmengen versende der Unternehmer nur von zu Hause aus, wo er über eine schnellere Datenübertragung verfüge. Darüber hinaus behelfe sich sein Unternehmen, das seit vier Jahren seinen Sitz in Hastenbeck hat, mit Mobilfunk, also Smartphones.

„Es dauert einfach viel zu lange“, befindet auch der EDV-Administrator der alteingesessenen Firma Holz-Müller, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Auswirkung der langsamen Internetverbindung beurteilt er als „sehr schlecht“. Denn die Holz-Müller-Filiale in Wennigsen sei an den Server im Hastenbecker Stammhaus angekoppelt. Eine Seite auszudrucken könne dort dann schon mal „ein paar Minuten“ dauern. In der Kommunikation mit Lieferanten greife das Unternehmen viel auf das altgediente Fax-Gerät zurück, da der E-Mail-Verkehr zu unzuverlässig sei. „Wir sind hier ein bisschen von der Welt abgeschnitten“, sagt der EDV-Experte.



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