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Gesucht und Gefunden: Die dümmsten Social-Media-Sprüche

veröffentlicht am 28.06.2015 um 06:08 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:29 Uhr

Hameln (ms). Sie tauchen immer dann in Social-Media Kommentaren auf, wenn man sie eigentlich schon längst vergessen hatte: Klassiker wie „zum Bleistift“ oder „Frohen Burzeltag“ sind nicht nur aus einer vergangenen Zeit, sondern auch ein Fall zum Schämen – ja leider auch zum Fremdschämen.

Wahrscheinlich hat jeder den ein oder anderen Kontakt in seiner Freundesliste, der gern seine Betrunkenheit mit Hilfe des Wortbilds „Alohol“ über tausende Kilometer und Unmengen an Datenströmen hinweg glaubhaft zu übermitteln versucht. Dann gibt es da natürlich noch die Floskeldrescher, die kurz und knackig ihre Lieblingssätze bis zum gefühlten Erbrechen unter jeden dritten Eintrag setzen. „Alles richtig gemacht“ oder ein stabiles „Läuft“ sind hier einige der häufigsten Vertreter. In solchen Fällen scheint Social Media die Ausdrucksfähigkeit der breiten Masse fortlaufend zu reduzieren. Entweder hat der Schreiber einfach nicht mehr zu sagen, oder er agiert mit der Maxime im Hinterkopf: Je kürzer der Eintrag, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sein Inhalt in dem schier endlosen Meer aus Content auch tatsächlich gelesen wird. Die meisten sparen sich allerdings gleich jede Art von Kommentar und betätigen fix den „gefällt mir“-Button. So beweist man sowohl Anteilnahme als auch Interesse und sagt dabei wenigstens nichts, wofür man sechs Kommentare weiter unten angefeindet wird. Eine schnelle Umfrage in der Dewezet-Redaktion ergab, dass vor allem auf gern benutzte Floskeln sensibel reagiert wird. Phrasen wie „grünes Licht“ und „aus dem Fenster lehnen“ sind sowohl in der gedruckten Zeitung als auch in allen anderen Lebensbereichen eine „vorprogrammierte“ Enttäuschung, die „am Ende des Tages“ leider keinen „Einzelfall darstellt“. Als nervende Beispiele sind auch pseudo-lustige Sätze wie „Ich verabscheue mich“ (statt ich verabschiede mich) genannt worden. Die waren Kenner der Welt, des Universums und sowieso allem erkennt man in seinem Freundeskreis ohnehin an Sätzen wie „Ich hab ja nichts gegen…, aber…“. Erstaunlichstes Ergebnis der spontanen Umfrage: Sogar Frauen haben was dagegen, wenn‘s in Kommentaren zu überemotional wird. „Ich liebe Dich“ in einem Facebook-Kommentar hat in etwa denselben Wert, wie auf einer Grußkarte.



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