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Familie Uckac muss Kleingarten räumen und sucht neues Grundstück

Gesucht: Ein Platz für Tiere

KLEIN BERKEL. Keiner der zahlreichen Versuche hat bislang zum gewünschten Erfolg geführt: Anzeige in der Dewezet, Zettel an den Schwarzen Brettern von Marktkauf und Kaufland, Hilferufe an den Ortsrat und an die Stadt Hameln, etliche Gespräche mit Landwirten, Nachbarn, Bekannten – ein Grundstück, ein kleines, für die Familie Uckac und ihren Anhang ist bislang nicht aufgetaucht. Für sie drängt die Zeit: Bis zum 31. Juli müssen sie ihren Kleingarten an der Straße Hohe Linden gegenüber dem TSV Klein Berkel räumen. Chance auf Fristverlängerung: Null.

veröffentlicht am 19.06.2017 um 12:46 Uhr
aktualisiert am 21.06.2017 um 09:10 Uhr

Heike Uckac in ihrem gepachteten Kleingarten, auf dem Hühner, Tauben und Katzen leben. Foto: Bha
Birte Hansen

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Birte Hansen Reporterin zur Autorenseite
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Der Anhang besteht aus 15 Hühnern, etwa, noch mal so vielen Tauben und Katzen, wie viele, weiß man nicht. Vor allem die Hühner sind es, die dem Vater Sadri Uckac am Herzen liegen, und um die er sich täglich kümmert, erzählt er. Seiner Tochter Yasmin haben es die Katzen angetan, für die sie ihr knappes Geld ausgibt, um Futter zu besorgen. Zusammen mit Mutter Heike Uckac suchen sie seit Monaten, inzwischen recht verzweifelt, nach einem neuen Grundstück, auf dem sie die Tiere weiterhin halten dürfen.

Seit etwa vier Jahren sind sie dort in Klein Berkel, erzählen sie – und seien bei vielen Passanten beliebt. „Die Kinder gucken hier oft am Zaun“, erzählt Heike Uckac. Dass damit in Kürze Schluss sein soll, liegt daran, dass die Familie sich mit dem neuen Eigentümer des Geländes über die Konditionen nicht einig geworden ist. Dirk Lücke hat das Land von seinem Onkel Heinrich Meyer nach dessen Tod im Jahr 2015 geerbt. 50 Euro hätten sie an den Onkel als Pacht gezahlt – pro Jahr. „Machen Sie sich keine Sorgen“, habe Dirk Lücke Ende 2015 zu ihnen gesagt, „viel teurer wird’s bei mir nicht“, erzählt Heike Uckac.

Seitdem hätten sie nichts mehr von ihm gehört – ein Jahr später „hat er sich mit einem Vertrag wieder gemeldet“, erinnert Heike Uckac sich. Plötzlich seien von 800 Euro Pacht pro Jahr die Rede gewesen, für zwei Flächen. „Aus dem einen Garten hatten wir schon viermal sieben Kubikmeter Müll vom Grundstück geholt für ihn“, sagt Sadri Uckac. Im Gegenzug hätten sie dieses Grundstück „umsonst“ dazubekommen, soll Lücke gesagt haben.

Eine kleine Hütte steht auch auf dem Grundstück. Für ein neues Gelände ist das laut Uckac aber keine Bedingung - „die bauen wir notfalls auch noch selbst“. Foto: Bha
  • Eine kleine Hütte steht auch auf dem Grundstück. Für ein neues Gelände ist das laut Uckac aber keine Bedingung - „die bauen wir notfalls auch noch selbst“. Foto: Bha

Am Ende habe man sich dann in demselben Gespräch im Januar auf 200 Euro geeinigt, wie Uckacs erzählen, wenn sie nur das vordere Grundstück behalten wollten, auf dem sie jetzt noch sind. Das alles allerdings nur mündlich. Sie hätten noch einmal drüber nachdenken sollen, erinnert Heike Uckac sich. Anfang März hätten sie sich dann noch einmal bei Lücke melden sollen. 200 Euro – „das hätten wir auch bezahlt“, sagt sie über das Ergebnis ihrer gemeinsamen Überlegungen, obwohl der Preis das Vierfache dessen ist, was sie an den Onkel entrichtet hatten. Doch dann, am 20. Februar, sei die schriftliche Kündigung gekommen. Zum 31. Mai sollten sie den Garten räumen.

Der Ortsrat von Klein Berkel, namentlich Kurt Meyer-Bergmann, wurde um Hilfe gebeten. „Ich habe Uckac noch geraten, eine schriftliche Bitte aufzusetzen, die Kündigung aufzuheben“, sagt Meyer-Bergmann – ohne Erfolg. Immerhin: Dieter Lücke hat die Räumungsfrist daraufhin von Ende Mai auf Ende Juli verschoben.

Über die Vorgänge selbst, über genannte Preise, über Gespräche mit den Pächtern, möchte Dieter Lücke „nicht sprechen“, wie er auf Anfrage der Dewezet erklärt. Sein knappes Résümée der Ereignisse: „Wir haben uns nicht geeinigt.“

Sechseinhalb Wochen also noch – dann müssen Uckacs samt der Tiere von dem Grundstück verschwunden sein. Einige andere Kleingärten seien ihnen zwar angeboten worden, in teils „für Mensch und Tier unzumutbaren Zuständen“, sagt Heike Uckac. Zugemüllt bis in die hinterste Ecke, verschimmelte kleine Lauben, … Dabei bräuchten sie nicht viel – eigentlich nur ein bezahlbares Grundstück in Klein Berkels näherer Umgebung, auf dem auch die Tiere leben dürfen.


Info: Wer Familie Uckac helfen möchte und über ein geeignetes Grundstück verfügt, kann sich bei Heike Uckac melden unter Telefon 0176/29449150.

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