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Gespräche zwischen Jugendlichen und Häftlingen

veröffentlicht am 03.08.2012 um 14:20 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:33 Uhr

Hameln (red). Der neue Präventionsrat der Stadt Hameln hat seine Arbeit aufgenommen und schon ein erstes Projekt angestoßen: In den nächsten Wochen soll es Gespräche zwischen Insassen der Jugendanstalt Hameln und Nicht-Inhaftierten geben.

Der Lenkungsgruppe unter Vorsitz von Stadträtin Gaby Willamowius gehören Wilfried Ludwig (Vertreter der Polizei), Elke Meyer (Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Sport und Soziales), Stefan Schlichte (Vertreter der Wirtschaft) und Andreas Jungnitz (Vertreter der Schulleiterrunde) an. Ihr gemeinsames Ziel ist es, sich inhaltlich breiter aufzustellen und „das Thema Prävention näher an die Menschen heranzubringen“.

Darauf deutet schon die neue Bezeichnung hin: Nicht mehr „Kriminalpräventionsrat“, sondern schlicht „Präventionsrat“ nennt sich das Gremium. „Damit bringen wir zum Ausdruck, dass wir uns jetzt um ganz unterschiedliche Inhalte kümmern wollen“, begründet Gaby Willamowius die Neuausrichtung. Nicht allein um die Verhinderung von Straftaten soll es künftig gehen, sondern auch um Inhalte wie die Aneignung von Sozialkompetenzen im Jugendalter, Kinderarmut als Risikofaktor, Schulschwänzer, die Verschuldung bei Minderjährigen, den Umgang mit Alkohol und Drogen sowie Medienkompetenz.

„Hier muss frühzeitig etwas getan werden, um negative Folgen für die Betroffenen und für die Gesellschaft zu vermeiden“, sagt die Stadträtin. Dazu sollen Arbeitskreise eingerichtet werden, die „auf Zeit“ an einem bestimmten Thema arbeiten, selbstständig Projekte initiieren und ein breites Spektrum an Fachwissen in sich vereinen. „Diese Rahmenbedingungen sollen es Experten aus den unterschiedlichsten Gebieten und auch Bürgerinnen und Bürgern erleichtern, sich auf eine Mitarbeit im Präventionsrat einzulassen“, hofft Gaby Willamowius. Denn ohne den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen könne die Umsetzung von Präventionsarbeit nicht gelingen. „Wir sind auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen und freuen uns, dass es bereits jetzt viele Menschen gibt, die sich engagieren“, so die Stadträtin. Jeder, der Interesse hat, solle sich einbringen – es könne gar nicht genug Unterstützung für diese wichtige Aufgabe geben.

In ihrer konstituierenden Sitzung haben die Mitglieder der Lenkungsgruppe bereits ein erstes Projekt auf den Weg gebracht. Unter der Überschrift „Gespräche zwischen Jugendlichen drinnen und draußen“ sollen Kontakte zwischen Insassen der Jugendanstalt Hameln und Nicht-Inhaftierten ermöglicht werden. Die Jugendlichen sollen sich gemeinsam sozial engagieren. Ziel ist es, die jungen Menschen in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen Alternativen für ein Leben ohne Straftaten aufzuzeigen.

Die Lenkungsgruppe richtet ihren Blick auch weiter nach vorn. Geplant sind u. a. ein „Forum Prävention“ mit ausgesuchten Schwerpunktthemen, ein jährlich stattfindender „Präventionstag“ und eine eigene Internetpräsenz. „Prävention soll in Hameln in aller Munde sein, nur dann können wir etwas bewirken“, gibt Gaby Willamowius die Richtung vor.

Wer Interesse hat mitzumachen, kann sich an die Geschäftsführerin des Präventionsrates, Daniela Honka, wenden (Telefon 05151/202-3019; Email praevention@hameln.de).



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