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Landkreis brüskiert Investor / Stadt kritisiert Umgang mit Vasco Hexel und fehlende Flexibilität

Gespräch über Britenkino geplatzt

Hameln. Noch bevor die Gespräche um die Wiederbelebung des Britenkinos begonnen haben, sind sie schon vorbei: Der Investor hat abgesagt - weil der Landkreis das Ergebnis schon vorweggenommen hat. „Warum hat man mich überhaupt eingeladen?“ fragt sich Vasco Hexel.

veröffentlicht am 05.04.2016 um 19:39 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Hameln. „Warum lädt man mich überhaupt ein?“, fragt sich Vasco Hexel, der gerne das alte Britenkino wiederbeleben würde (wir berichteten). Der Investor fühlt sich verschaukelt und hat ein Gespräch mit Vertretern von Stadt und Landkreis, abgesagt. Der Grund: Kreisrätin Petra Broistedt hat das Verhandlungsergebnis bereits in einer Email vorweggenommen. Eine anderweitige Nutzung als die, die man vertraglich mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verabredet habe, sei nicht möglich, lässt sie wissen. Das heißt, ein Verkauf des Gebäudes sowie der kommerzielle Betrieb eines Kinos werden kategorisch ausgeschlossen, solange das Gelände für Flüchtlinge genutzt wird. Derzeit sei nur eine Kooperation mit dem DRK möglich. Auf Finanzierungsvorschläge des Investors diesbezüglich sei man „gespannt“.

Eine Antwort auf die Frage, warum man unter diesen Umständen überhaupt ein gemeinsames Gespräch über die Zukunft des Kinos führen möchte, gab es gestern nicht. Vasco Hexel hatte in der Vergangenheit keinen einen Zweifel daran gelassen, dort nur investieren zu wollen, wenn er das Gebäude kaufen und mit dem Kino Gewinn erzielen kann. Die Frage, ob der Landkreis lediglich einen kompromissbereiten Eindruck vermitteln möchte, um öffentlich nicht als Verhinderer dazustehen, liegt nicht ganz fern. Man wolle zunächst die Verhandlungen mit dem Innenministerium zur künftigen Nutzung des Kasernengeländes abwarten, ließ man gestern lediglich schriftlich verlauten.

„Die Art und Weise, wie seitens des Landkreises mit einem Investor umgegangen wird, halte ich nicht für glücklich“, sagt Oberbürgermeister Griese. Er hätte sich ein persönliches Gespräch gewünscht mit Vasco Hexel und dem Landkreis, bei dem dieser die Schwierigkeiten benennt, die er sieht. Allerdings sei man nicht Eigner der Fläche: Die Diskussion darüber, wie es mit der Erstaufnahmeeinrichtung weitergehe, zeige – „und das ist das ärgerliche – dass wir bei dem Thema nur noch Zuschauer in der eigenen Stadt sind“, kritisiert Griese. Und zwar auch weil der Landkreis an dieser Stelle keine Flexibilität zeige.

„Es kann mir doch keiner sagen, dass dieses Kino – auch wenn es eine Erstaufnahmeeinrichtung weiter geben sollte – unbedingt zum Betrieb einer Erstaufnahmeeinrichtung gehört.“ Diesen Bereich könnte man ausklammern, auch wenn da sicher noch Fragen mit Herrn Hexel zu klären seien. Hexel sei mittlerweile so weit verärgert, dass er zur Stadt komme, und mit dem Landkreis nicht mehr sprechen wolle.

Zwischen die Fronten geraten?

„Ich nehme an, dass Frau Broistedts Mail kein Aprilscherz war“, sagt Vasco Hexel, der inzwischen das Gefühl hat, zwischen die Fronten lokaler Politik geraten zu sein, ohne dass er einen Zentimeter näher an seiner Idee wäre – der Wiedereröffnung des Flix Kinos.

Hoffnung hatte er geschöpft, weil die Stadt sowie Lokalpolitiker auf Stadt- und Landkreisebene seine Idee unterstützen und seine Pläne gern kennenlernen würden. Bei einem positiven Echo wolle man dem Investor keine Steine in den Weg legen, heißt es von mehreren Seiten. Den gemeinsamen Termin am 6. Mai, für den die Stadt die Initiative ergriffen hatte und für den der Investor bereits zugesagt hatte, hat der Landkreis verschoben: Man wollte lieber selbst einladen.

Vertreter aus der Politik oder von der Bima hätten bei diesem Termin wohl nicht mit am Tisch gesessen. Dabei wäre die Haltung der Bima wichtig – während der Landkreis sich in seiner Argumentation immer wieder auf den Vertrag mit der Bima beruft, heißt es von der Bundesbehörde, die gemeinsame Haltung von Stadt und Landkreis sei entscheidend – immer vorausgesetzt, das Land braucht das Gebäude nicht, um Flüchtlinge darin unterzubringen. Diese Frage kann wohl beim derzeitigen Zustand des Gebäudes eindeutig verneint werden.

Bleibt die Frage, ob die vom DRK geplanten Integrationsmaßnahmen zwingend notwendig sind. Um sie umzusetzen, müssen allein für die Sanierung der Decke 100 000 Euro investiert werden, um dem Brandschutz zu genügen.

Da der Kinobetrieb für den Landkreis nur nach Abzug der Flüchtlinge möglich scheint, stellt Hexel klar: „Ehe die Stadt wieder Zugriff auf das Gelände hat und die Bima das Gebäude zum Kauf anbieten kann, sehe ich keinen Anlass mehr, mich zu besprechen.“ Erst dann sei er bereit, sein Konzept zu einem kommerziellen Kinobetrieb darzulegen. „Interesse seitens der Stadt scheint mit vorhanden. Mein Interesse ist ungebrochen.“



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