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„Gemeinsam laut gegen Gewalt“

Geschlagen oder missbraucht? Neue Aktion für schnelle Hilfe

HAMELN-PYRMONT. Wem körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt angetan wird, dem kann geholfen werden. Vorausgesetzt, die Menschen, die helfen wollen, erfahren davon. Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat dafür die Aktion „Gemeinsam laut gegen Gewalt“ gestartet. Dabei spielt ein QR-Code eine wichtige Rolle.

veröffentlicht am 04.11.2021 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2021 um 20:30 Uhr

Birte Hansen

Autor

Reporterin zur Autorenseite

Ein schreiendes Mädchen, ein schreiender Junge, dazu die schwarzweißen Quadrate, die einen QR-Code ausmachen – das sind die Motive auf den Plakaten, Flyern, Aufklebern, mit denen der Landkreis jetzt auf das Thema und auf die Hilfeangebote aufmerksam machen will. „Wir müssen, um eingreifen zu können, zuerst einmal Kenntnis von den Sorgen und Problemen erhalten. Genau dabei soll dieses neue Konzept niedrigschwellig helfen“, erklärt die Leiterin der Dezernats Jugend im Kreishaus Hameln-Pyrmont, Ulrike Schaper Greve.

Wer sein Smartphone auf den QR-Code hält, landet in mehreren einfach zu tätigenden Schritten auf einer Internetseite des Landkreises, auf der zum einen erklärt ist, was alles unter „Gewalt“ fällt und zum anderen Hilfeangebote mit Erreichbarkeit gelistet sind: Jugendamt, die Nummer gegen Kummer, der Kinderschutzbund und der Hinweis für Kinder und Jugendliche, dass sie sich auch an eine Vertrauensperson an ihrer Schule wenden können. Warum die 110 nicht aufgeführt ist, erklärt der Landkreis damit, dass die Notrufnummer bei akuten Fällen greift „und nicht auf niedrigschwellige Beratungszwecke abzielt“, daher sei darauf verzichtet worden.

Information

Hilfe gibt es hier

Für Menschen, denen Gewalt angetan wird/wurde:

Jugendamt:

Anonyme Beratung Mo-Do 8 bis 16 Uhr, freitags 8 bis 13 Uhr, 05151/903-3420 oder -3434; außerhalb der genannten Dienstzeiten ist das Jugendamt im Rahmen der Rufbereitschaft rund um die Uhr über alle Polizeidienststellen im Landkreis und der Notrufnummer 110 sowie über die Kooperative Regionalleitstelle Weserbergland unter der Telefonnummer 05151/951000 zu erreichen.

Nummer gegen Kummer

anonym und kostenlos: 116111

Kinderschutzbund in Hameln

05151/942571

Für Eltern:

Jugendamt:

Anonyme Beratung Mo-Do 8 bis 16 Uhr, freitags 8 bis 13 Uhr, 05151/903-3420 oder -3434; außerhalb der genannten Dienstzeiten ist das Jugendamt im Rahmen der Rufbereitschaft rund um die Uhr über alle Polizeidienststellen im Landkreis und der Notrufnummer 110 sowie über die Kooperative Regionalleitstelle Weserbergland unter der Telefonnummer 05151/951000 zu erreichen.

Elterntelefon

0800/1110550

Erziehungsberatungsstelle des Landkreises

05151/9033535

Kinderschutzbund in Hameln

05151/942571

Noch einfacher wäre es wohl für Betroffene, wenn es lediglich eine Nummer gäbe, die sie wählen könnten, um Hilfe und Unterstützung zu erhalten, doch das ist derzeit nicht vorgesehen. „Ob und gegebenenfalls wann eine zentrale Kontaktnummer geschaffen werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt“, heißt es aus dem Kreishaus. Dass sich die Helfer hinter allen Nummern über Anrufe austauschen, ist nicht zwingend vorgesehen. Da nicht aus jeder Beratung automatisch auch ein Fall werde, erfolge in der Regel keine Vernetzung und/oder Weitergabe von Informationen.

4 Bilder

Je nach Institution gebe es verschiedene Optionen: „Lassen sich Eltern oder Jugendliche zum Beispiel bei der Nummer gegen Kummer beziehungsweise dem Elterntelefon anonym beraten, erfolgen von hier aus in der Regel keine weiteren Schritte.“ Ließen sie sich jedoch beim Kinderschutzbund oder dem Jugendamt beraten, „kommt es ganz auf den Kontext an“, wie es weitergeht. „Werden zum Beispiel dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für eine mögliche Gefährdung eines Kindes/Jugendlichen bekannt, wird im Gespräch der weitere Weg gemeinsam besprochen und festgelegt. Werden den Fachkräften des Kinderschutzbundes Gefährdungsmerkmale bekannt und sind sie nicht in der Lage, diese abzuwenden, werden sie sich an das Jugendamt wenden“, erklärt Kreissprecherin Sandra Lummitsch, unter welchen Umständen institutionsübergreifend gearbeitet wird.

Mit der neuen Aktion sollen nicht nur die Betroffenen leicht Ansprechpartner finden, sondern auch Schulen, Kitas, Beratungsstellen aller Art, aber auch die gesamte Gesellschaft für dieses Thema werden sensibilisiert, „damit sie im konkreten Fall Betroffene auf Angebote wie dieses hinweisen können“, so Ulrike Schaper-Greve. Viele Kindergärten und Beratungsstellen hätten bereits um entsprechendes Informationsmaterial gebeten. Der Versand laufe bereits seit dem 28. Oktober, und die Aktion läuft unbefristet.

„Gemeinsam laut gegen Gewalt“ wurde von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe – bestehend aus Fachkräften aus dem Kita-, Schul- und Jugendfreizeitbereich sowie Mitarbeitenden des Dezernats Jugend des Landkreises Hameln-Pyrmont – entwickelt.

Wer Flyer, Plakate und anderes Material beim Landkreis bestellen möchte, kann sich per E-Mail wenden an:

s.doehlinger@hameln-pyrmont.de



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