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Wie Hameln durch den Stromausfall für eine gewisse Zeit durcheinanderkam

Geschäfte dicht, Küchen kalt, Kassen tot

Hameln. Urplötzlich macht es „Klack“ und in Teilen Hamelns ist der Strom weg. Geschäfte, Restaurants, Cafés und Eisdielen in der Altstadt sind betroffen, die Aral-Tankstelle und Radio-Aktiv an der Deisterstraße, Wohnblöcke an der Kaiser- sowie an der Erichstraße, das Dewezet-Verlagshaus an der Baustraße, die Ampelanlage am Grünen Reiter sowie zahlreiche Haushalte in der Kernstadt. Ursache für den Ausfall ist nach Auskunft von Stadtwerke-Prokurist Helmut Feldkötter ein Kurzschluss in einer Trafostation an der Lohstraße.

veröffentlicht am 07.06.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

von thomas thimm, andrea tiedemann und frank neitz
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Der Strom fällt um 12.40 Uhr für etwa eine gute halbe Stunde aus – Zeit genug, um einiges in Hameln durcheinanderzubringen. Kassensysteme in Geschäften stürzen ebenso ab wie Computer in Büros und Redaktionen. Radio-Aktiv sendet nicht mehr, stattdessen schaltet sich nach 30 Sekunden automatisch der Deutschlandfunk auf. In vielen Restaurants fallen die Küchen aus, es kann – ausgerechnet zur Mittagszeit – nicht mehr gekocht werden. Auch an der Aral-Tankstelle Deisterstraße geht nichts mehr, wie Pächter Andreas Zimmer sagt: „Die Benzinpumpen fielen aus. Und: Wir hatten zwei Kunden in der Waschanlage, als die Anlage stoppte.“ Selbst die Tiefgarage unter der Rattenfänger-Halle ist betroffen: Dort fahren aus Sicherheitsgründen automatisch die Rolltore herunter. Auch die ambulanten Pflegedienste sind alarmiert: Bei allen vom Stromausfall betroffenen Patienten mit Notrufgeräten müssen diese Geräte neu gestartet werden. Nachdem die Stadtwerke den Kurzschluss geortet haben, kommt der Strom nach und nach wieder. Feldkötter: „Gegen 13.15 Uhr hatten 90 Prozent unserer Kunden wieder Strom. Als Letztes war das Altenheim in der Vizelinstraße um 14.10 Uhr versorgt.“

Bis dahin haben viele Menschen in Hameln auf ihre Art auf den Stromausfall reagiert: Bei Rossmann an der Osterstraße haben Mitarbeiter den Eingang mit zwei riesigen Stapeln Toilettenpapier versperrt, denn sie dürfen keine Kunden mehr hereinlassen. „Ärgerlich“, sagt eine ältere Frau, die extra aus Klein Berkel gekommen ist, um eine Rabattaktion zu nutzen. „Morgen gilt die Aktion nicht mehr“, murrt sie und setzt sich auf eine Bank vor dem Geschäft. Schräg gegenüber, im „Eiscafé Mosena“, ist die Hölle los. Die Hitze treibt die Menschen an die Eistheke. Und um ein Haar wäre die kühle Erfrischung dem Stromausfall zum Opfer gefallen. „Es ist gerade noch gutgegangen“, sagt ein Mitarbeiter. „Fünf Minuten länger, und das Eis wäre geschmolzen.“ Nicht ganz so viel Glück hat der Imbiss „Pizza di Mario“ neben der Volksbank: Der Ofen fällt aus, für die wichtige Mittagszeit gibt es keine frische Pizza mehr. Im „Café Täglich“ dauert die Zwangspause 20 Minuten. Auch in der Bäckerstraße haben einige Geschäfte Spuren des Stromausfalls bemerkt. Allerdings, so heißt es im „Eiscafé Diego“ und in der Löwen-Apotheke, sei die Verbindung nur für Sekunden unterbrochen gewesen.

Als in der Trafostation an der Lohstraße um kurz nach halb eins an einem unterarmdicken Kabel-Ende „ein Kurzschluss aufgrund technischer Alterung des Kabels“ für große Hitze, Druck und eine Verpuffung sorgt, sind auf dem nur wenige Schritte entfernten Spielplatz der katholischen Kindertagesstätte St. Augustinus keine Kinder mehr. Kurz zuvor war in unmittelbarer Nähe noch das Lachen und Kreischen spielender Kinder zu hören gewesen. Um 12.40 Uhr sind viele schon abgeholt worden, als ein Knall Passanten und Anwohner der Lohstraße aufschreckt. Eine Metalltür fliegt zwei Meter durch die Luft, „dann stieg Rauch auf“, erzählt Kindergärtnerin Jasmin.

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  • Kochen ging nicht mehr, Salat machen schon: „Vin & Vini“-Chefkoch Gerhard Brauer. Wal
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  • Glück gehabt: Die Eisdiele Mosena – im Bild Manal Kadi – war zwar auch vom Stromausfall betroffen, doch das Eis hielt. Wal
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Einkaufen im Halbdunkel: Wie im Schuhgeschäft Mengedoht war in vielen Läden das Licht aus.

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