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Hauseigentümer springt im letzten Moment ab

Gerücht um „jugendliche Gewaltstraftäter“: Aus für Wohngruppe?

HASTENBECK. Scheitert die Einrichtung einer Wohngruppe für Kinder in Hastenbeck an einem Gerücht? Die „Evangelische Kinderheim Jugendhilfe Herne und Wanne-Eickel“ hatte versucht eine Immobilie zu kaufen, doch dann sprang der Eigentümer ab. Zuvor soll das Gerücht die Runde gemacht haben, dass dort „jugendliche Gewaltstraftäter“ untergebracht werden sollten.

veröffentlicht am 12.02.2019 um 17:49 Uhr
aktualisiert am 12.02.2019 um 20:10 Uhr

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Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Die „Evangelische Kinderheim Jugendhilfe Herne und Wanne-Eickel gGmbH“ stand kurz vor Vertragsabschluss für eine Immobilie, doch dann sei der Hauseigentümer kurzfristig abgesprungen. Zuvor soll das Gerücht die Runde gemacht haben, dass dort „jugendliche Gewaltstraftäter“ untergebracht werden sollten.

So schilderte es Steffen Knippertz, seines Zeichens Mitarbeiter der „Jugendhilfe Herne und Wanne-Eickel“ und für die SPD Mitglied des Ortsrats, am vergangenen Donnerstag in der Sitzung des politischen Gremiums in Hastenbeck. Tatsächlich, sagte Knippertz im Ortsrat, sei die Einrichtung einer Wohngruppe für fünf Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren geplant. Kinder, die des Kinderschutzes bedürften, etwa, weil eine Kindeswohlgefährdung durch Verwahrlosung droht, sie Opfer von Missbrauch geworden sind oder anderweitig traumatisiert wurden, führte Knippertz auf Nachfrage der Dewezet aus.

Die Verhandlungen mit dem potenziellen Vermieter oder Verkäufer der Hastenbecker Immobilie seien bereits so weit gediehen gewesen, dass die Jugendhilfe Herne und Wanne-Eickel davon ausgegangen sei, dass die Kinderwohngruppe zustande kommt. Doch als der Deal im letzten Moment geplatzt sei, habe Knippertz mit seiner Lebenspartnerin eines der Pflegekinder, die eigentlich in der Wohngruppe hätten unterkommen sollen, nun selbst aufgenommen.

„Es wäre ein Interessenkonflikt, wenn es dem Ort oder dem Träger schaden würde.“

Steffen Knippertz, Sozialarbeiter und Ortsratsmitglied (SPD)

Knippertz vermutet, dass ihm sein „Ruf vorausgeeilt“ sei, da er in der Vergangenheit als Selbstständiger etwa im jugendlichen Strafvollzug gearbeitet habe, sodass das Gerücht entstanden sei, er wolle in der geplanten Wohngruppe „jugendliche Gewaltstraftäter“ unterbringen, wie er es im Ortsrat schilderte. So sei es von verschiedenen Seiten an ihn herangetragen worden.

Deshalb wolle er die öffentliche Ortsratssitzung dazu nutzen, dieses Gerücht aus der Welt zu räumen, auch in der Hoffnung, auf diesem Wege doch noch eine geeignete Immobilie im Ort zu finden – sei es zur Miete oder zum Kauf durch einen Träger. Knippertz meinte, die Kinderwohngruppe könnte ein „Gewinn für Hastenbeck“ sein, etwa im Hinblick auf das Fortbestehen der Grundschule, und Arbeitsplätze würden auch entstehen.

Der 35 Jahre alte Sozialarbeiter arbeitet derzeit als Erziehungsleiter in einer Kinderwohngruppe der Jugendhilfe Herne und Wanne-Eickel in Stadtoldendorf bei Holzminden. Vor gut zwei Jahren wollte sich Knippertz für die SPD als Bundestagskandidat aufstellen lassen, hatte aber das Nachsehen gegenüber Johannes Schraps.

Einen Interessenkonflikt kann Steffen Knippertz auf Nachfrage der Dewezet bei seinem Bestreben für die Wohngruppe nicht ausmachen. Die Frage habe er sich selber gestellt, bevor er sein Anliegen im Ortsrat vorbrachte. „Es wäre ein Interessenkonflikt, wenn es dem Ort oder dem Träger schaden würde“, sagt Knippertz. „Das ist aber nicht so.“

Auch dem Verdacht der „Vorteilsnahme“ durch sein Engagement wolle er sich nicht aussetzen, da er „ja für mehr Plätze (für Kinder; Anm. d. Red.) nicht mehr Geld“ bekomme. Vielmehr gehe es ihm um das „Wohl der Kinder, die in Hastenbeck ein tolles Umfeld“ vorfänden und um den Ort, für den eine Kinderwohngruppe eine Bereicherung sein könnte.



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