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Gerangel um Bau der Moschee geht weiter

veröffentlicht am 23.06.2011 um 17:29 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Hameln (ni). Das Gerangel um ein Grundstück für den Bau einer Moschee in Hameln geht weiter. Die Chronologie der Ereignisse legt den Schluss nahe: Die Nachbarschaft will das moslemische Gotteshaus an der Lampe-Straße verhindern.

An der Lampe-Straße hat Bäckermeister Thomas Wegener sein Firmengelände, links neben ihm ist der Firmensitz von Omar El Charif und schräg gegenüber der von Gerhard Schöttker.

Ursprünglich hatte der von Omar El Charif gegründete Verein „Al Rahman für Integration“ als potenzieller Bauherr der Moschee ein Grundstück im Auge, das an Wegeners Besitz angrenzt und von ihm schon seit Jahren von der Stadt gepachtet ist. Es wäre von der Lampe-Straße aus zu erreichen gewesen, während zwei andere freie Parzellen in dem Gewerbegebiet  durch einen Streifen privaten Gartenlandes davon abgeschnitten sind. Weil seitens der Verwaltung offenbar keine Bedenken gegen einen Verkauf dieses Grundstückes an den Moscheen-Verein bestanden, El Charif das Areal aber zu klein war, hat im Vorgriff auf den Kauf schon mal einen Teil des angrenzenden Privatgartens erworben.
Dann aber meldet Wegener Interesse an, das bisher nur gepachtete Areal seinerseits zu erwerben, um sich die Möglichkeit einer späteren Betriebserweiterung offen zu halten. Die Stadt gab dem ansässigen Unternehmen den Vorrang und sicherte dem Hamelner Bäckermeister zu, an ihn zu verkaufen. Für El Chaif und den Verein Al Rahman fand man eine Alternative: das Flurstück (A) auf der anderen Seite des Privatgartens, das bis zu diesem Zeitpunkt niemand haben wollte. Doch als der beabsichtigte Handel zwischen Stadt und El Charif bekannt wurde, trat Wegener erneut auf den Plan und reklamierte auch diese Fläche für sich.  Als Unternehmer müsse er schließlich „langfristig“ denken.
Doch diese Überlegungen waren offensichtlich hinfällig, als sich plötzlich auch Alfred Schöttker in den Bewerberkreis einreihte und sein Kaufinteresse an genau dieser Fläche bekundete.

Gegenüber der Stadt erklärte Schöttker, er wolle Teile seiner Niederlassung in Rinteln an die Lampe-Straße in Hameln verlagern. Für den Fall, das für den Moschee-Bau vorgesehene Land nicht erwerben zu können, drohte Schöttker an, er werde seinen Standort Hameln aufgeben. Gleichzeitig bemühte er sich bei dem Gartenbesitzer um die Einräumung eines Wegerecht, das dieser ihm bislang konsequent verweigert hatte, jetzt aber bereit war zu gewähren.

Wegener zog seine Bewerbung für Grundstück A zurück – „weil ich den Expansionsplänen von Herrn Schöttker nicht im Wege stehen wollte“, sagt er. Denen von El Charif aber durchaus. Nicht etwa, weil er „etwas gegen den Bau eines moslemischen Glaubenshauses hätte“, beteuert Wegener. Er vertrete allein seine „wirtschaftlichen Interessen“. Und nur aus diesem Blickwinkel sehe er in dem Nebeneinander von Moschee und Gewerbebetrieben an der Lampe-Straße „großes Konfliktpotenzial“.



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