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BUND-Veranstaltung zum Riesackweg stößt auf reges Interesse / Landschaftsverbrauch befürchtet

Geplantes Neubaugebiet erhitzt die Gemüter

Hameln (roh). Das geplante Neubaugebiet „Riesackweg“ am Basberg polarisiert: Auf der einen Seite stehen die Bauwilligen, die die Chance nutzen wollen, sich ein Filetgrundstück in guter Lage zu sichern, auf der anderen Seite Umweltschützer, die den „unnötigen Landschaftsverbrauch“ beklagen. Das Interesse an einer Informationsveranstaltung des Umweltverbandes BUND war jedenfalls unerwartet groß, sodass in einen größeren Saal des Paul-Gerhardt-Hauses umgezogen werden musste.

veröffentlicht am 01.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 19:41 Uhr

Auf unerwartet großes Interesse stieß eine BUND-Informationsvera
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BUND-Kreisvorsitzender Ralf Hermes erklärte den mehr als 60 Gästen, dass es 480 freie Bauplätze im Stadtgebiet gebe. Mit neuen Baugebieten werde eine Konkurrenz insbesondere für das noch schwach belegte Hottenbergsfeld geschaffen. „Stadtplanerisch führen neue Baugebiete zu einer Entwertung bestehender Immobilien“, warnte Hermes. Auch wenn das Neubaugebiet am Riesackweg offiziell noch nicht beschlossen ist, gibt es nach den Worten des Bauträgers Markus Baukmeier, Chef des Hamelner Fertigbauers „Meisterstückhaus“, bereits eine hohe Nachfrage. Sein Unternehmen wolle die Erschließung auf eigenes Risiko finanzieren. Vom 4. Juni bis 17. Juli werden die Pläne im Rathaus öffentlich ausgelegt. „In dieser Zeit kann dann jeder Bürger schriftlich oder mündlich seine Argumente vortragen“, so Stadtsprecher Thomas Wahmes. Und der bestätigt: „Der Stadt entstehen bei der Erschließung keine Kosten.“ Bereits jetzt, so Baukmeier, gebe es für den ersten Bauabschnitt, der 13 bis 15 Grundstücke umfasst, nur noch vier nicht reservierte Parzellen.

Zu Beginn der Veranstaltung hatten viele Besucher Widerstand gegen das Baugebiet signalisiert. Von erhöhtem Verkehrsaufkommen und fortwährendem Baulärm war die Rede. Hermes: „Das Baugebiet Riesackweg schadet der Natur und belastet die Anwohner durch den zusätzlichen Verkehr. Es widerspricht den Grundsätzen einer ökologischen Stadtentwicklung.“ Doch ein Baukmeier-Mitarbeiter konterte: „Ich verstehe die Vorbehalte des BUND in diesem konkreten Fall nicht: In dem Baugebiet werden 40 energieeffiziente Häuser gebaut.“ Zusätzlich trete der Investor mit einem Rückhaltebecken, einem Spielplatz, einer neuen Baumreihe und der Haupterschließungsstraße in Vorleistung. Angesichts der Wirtschaftslage müsse man froh sein, „wenn jemand Geld in die Hand nimmt und in solche Projekte investiert“.

Hermes: „Einsicht in die Pläne nehmen“

Hermes empfahl, Einsicht in die ausliegenden Pläne zu nehmen und Vorbehalte zu äußern. Ein Gast machte seinem Ärger Luft: „Können wir denn überhaupt noch was dagegen tun?“ Man könne in letzter Konsequenz gegen die Änderung der Flächennutzungspläne klagen, hätte aber nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn man der Stadt grobe Fehler nachweisen könne, so ein Anwohner. Zudem sei ein solches Verfahren immens teuer.

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