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Mit neuem Konzept will Hamelns Grenzbezieherverein die Jugend ködern und Tradition wahren

Geocaching – die Schnitzeljagd der Zukunft

Hameln (gro). Mit drei Kanonen-„Schüsschen“ ist am Samstag um kurz vor 8 Uhr traditionsgemäß die 307. Grenzbeziehung in der Geschichte der Rattenfängerstadt eröffnet worden. Die große Kanone mit den Hamelner Pulverschützen war nicht da, denn „die haben zurzeit Probleme,“ erklärte Horst Töneböhn, Präsident des Grenzbeziehungsverein Hameln, in seiner Begrüßungsrede. Viel Prominenz war erschienen, nur der, auf den alle gehofft hatten, kam nicht: Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU).

veröffentlicht am 01.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 11:21 Uhr

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Mit der Zeit gehen wolle der Grenzbeziehungsverein, so Töneböhn. Deshalb gelte insbesondere den jungen Leuten das Augenmerk. Der Vorstand habe eine Stadtkarte nach dem alten Prinzip der Schnitzeljagd erarbeitet, heute „Geocaching“ genannt. Mit modernster Technik könnten so die historischen Schätze der Stadt gefunden werden. „Damit möchten wir beweisen, dass wir auf keinen Fall die Zeit verschlafen, sondern uns auf das neue Zeitalter einstellen – ohne aber dabei die Vergangenheit in Vergessenheit geraten zu lassen“, sagte Töneböhn.

Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippman lobte die neue Initiative, aber auch das Aufrechterhalten alter Traditionen. Die Verwaltungschefin zog sodann mit 206 Grenzbeziehern unter musikalischer Begleitung des Feuerwehrmusikzuges Bisperode und des Hemmendorfer Musikcorps hinaus aus der Stadt, um die Grenzen zu inspizieren.

An der Holtenser Warte angekommen, trauten die Grenzbezieher ihren Augen nicht. Kein war Holtenser da, der die Grenze verteidigen wollte. So zogen die Hamelner hinauf zum Wald. Doch „ungeschoren“ kamen sie nicht davon, denn die Holtenser standen vor dem Frühstücksplatz und empfingen die Hamelner mittels ihres neuen Feuerwehrfahrzeuges und zwei Schläuchen mit einer Dusche. Ein „Hochprozentiger“ löste die Spannungen und die Holtenser gestatteten dem Hamelner Tross den Weitermarsch. Über den Uhlenberg, Klagesberg und vorbei am Wacholderberg wanderten die Grenzbezieher in Richtung Wehrbergen. Auch hier hatten die örtlichen Grenzschützer strategisch gute Verteidigungsposition gegenüber den Hamelnern eingenommen. Die mussten über die Brücke die B 83 queren und genau da stellten sich die Wehrberger zum „Kampf“. Noch bevor die Hamelner überhaupt die Brücke erreichten, wurden sie mit Wasser gefüllten Luftballons durch die „Wehrberger Schleuderkanone“ eingedeckt und standen dann vor einem Gittertor. Auch hier lösten Schnäpse die Spannungen. Gemeinsam nahmen die Parteien dann eine kräftigende Erbsensuppe an der Wehrberger Warte ein, bevor die Hamelner zurück in die Stadt Hameln zogen und feststellten: Alles in Ordnung, allet use.

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  • Ein Gitter versperrt den Weg in Wehrbergen.

Eine Bildergalerie zur Grenzbeziehung gibt’s auf dewezet.de

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