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Polizei durchsucht Geschäftsräume der Großbank

Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank

FRANKFURT / HAMELN. Blaulicht und Streifenwagen vor der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Polizei, Staatsanwälte und Steuerfahnder durchsuchen Deutschlands größte Bank. Der Verdacht: Mitarbeiter des Konzerns halfen Kunden dabei, Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen und Gelder aus Straftaten zu waschen.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 12:58 Uhr
aktualisiert am 29.11.2018 um 21:50 Uhr

Unklare Situation in Deutschlands größter Bank: Die Zentrale der Deutschen Bank ist am Donnerstag durchsucht worden. Foto: dpa

Autor:

Jörn Bender

Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen zwei 50 sowie 46 Jahre alte Mitarbeiter sowie „andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche“ der Bank. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, pflichtwidrig keine Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet zu haben, obwohl bereits seit Beginn der jeweiligen Geschäftsbeziehungen ausreichende Anhaltspunkte dafür vorgelegen hätten.

Über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln sollen allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein. Der Verdacht gegen die Mitarbeiter der Deutschen Bank ergab sich den Angaben der Ermittler zufolge nach einer Auswertung der Daten der sogenannten Offshore-Leaks und Panama Papers durch das Bundeskriminalamt (BKA).

Die Deutsche Bank erklärte in einer ersten Stellungnahme: „Es ist richtig, dass die Polizei aktuell an verschiedenen Standorten unserer Bank in Deutschland ermittelt. Es geht um einen Sachverhalt mit Bezug auf Panama Papers. Wir werden umgehend kommunizieren, sobald wir mehr Details haben. Wir werden mit den Behörden vollumfassend kooperieren.“

Ziel der Aktion waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft sechs Gebäude in Frankfurt, Eschborn und Groß-Umstadt. Beteiligt waren 170 Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt, des BKA, der Steuerfahndung und der Bundespolizei. Die Ermittler stellten nach eigenen Angaben zahlreiche Geschäftsunterlagen in schriftlicher und elektronischer Form sicher.

Zum Deutsche-Bank-Konzern gehören auch die Postbank und die Hamelner Bausparkasse BHW. Weder die Bonner Postbank noch die Hamelner Bausparkasse waren nach derzeitigem Erkenntnisstand von den Durchsuchungen betroffen.



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