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„Dewezet Classics“: 5. Hamelner Konzert mit der Französischen Kammerphilharmonie

Geige und Cello – glänzendes Zusammenspiel

HAMELN. Im Theater Hameln hatten wir sie schon einmal zu Gast: die Französische Kammerphilharmonie. Es ist ein deutsches Orchester, 2014 gegründet, in Krefeld beheimatet, seine Spezialität: Musik aus Frankreich, aber durchaus nicht nur diese. Und nun erlebten wir diesen Klangkörper wieder im 5. Hamelner Konzert der „Dewezet Classics“.

veröffentlicht am 03.04.2019 um 13:27 Uhr

Der musikalische Höhepunkt war das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-moll, opus 102, von Johannes Brahms. Foto: wfx

Autor:

E. W. Holländer
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Es sollte ja zum Namen passen: französische Komponisten standen zu Beginn auf dem Programm. Zwei Walzer aus Gounods Oper „Faust“ waren wohl eher zum Einspielen ge-dacht, aber man konnte gleich die Qualität des Orchesters unter seinem Dirigenten (und Gründer) Philip van Buren erkennen. In Kammerbesetzung war man freilich nicht angetreten: hier spielte ein ziemlich vollwertiges Sinfonieorchester, klanglich ausgewogen, exakt, auch schwungvoll, offensichtlich mit viel Liebe und Hingabe. Bei den späteren Werken war es dann hochwertiger Partner, und der sehr sorgsam und präzise leitende Dirigent hielt die Fäden des musikalischen Geschehens fest in der Hand. Eigentlich schade, dass man über viele reizvolle Details der Partituren eher hinweghörte!

Man hatte zwei junge Solistinen mitgebracht, die auch dem Orchester angehören: Sophie Wang, brillante und vielfach ausgezeichnete Geigerin, und Anastasia Kobekina, versierte und hochkarätige Cellistin. Beide traten recht unterschiedlich gewandet auf, und in dem Konzertstück „La Muse et le Poète“ von Camille Sain-Saens machte das irgendwie Sinn, denn hier erlebten wir gleichsam ein musikalisch wirkungsvoll gezeichnetes Gespräch zweier gegensätzlicher Partner, das am Ende zu einer Liebesbeziehung gerät.

Die beiden Solistinnen spielten ihre Parts mit feinsinnigem bis hin zu ekstatisch rauschendem Klang, technisch mustergültig, im Zusammenspiel perfekt. Übrigens beteiligte sich, deutlich hörbar, die Harfe eindrucksvoll an dem Zwiegespräch.

Nach der Pause erlebten wir, eindeutig als Höhepunkt, ein Gipfelwerk der Literatur: das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-moll, opus 102, von Johannes Brahms, über dessen Wesen und Zustandekommen hier nicht berichtet werden soll. Es fordert von allen Beteiligten höchsten Einsatz, und die beiden Solistinnen wurden allen Anforderungen makellos gerecht. Man konnte dem sicheren, auch durch kleine Gesten abgestimmten Zusammenspiel entspannt lauschen, die musikalischen Glanzlichter dieses komplexen Werks voll genießen.

Welche Schönheiten entfalteten sich in der Brillanz des Geigenparts, im sonoren Gesang des Cellos, in den vielen großen Solopassagen, aber natürlich auch in den kunstvoll gestalteten Einwürfen des Orchesters! Herrlich der langsame Satz, die Wunder des ungarisch gefärbten Schlußsatzes. Brahms war ja wahrlich ein Könner.

Frenetischer Beifall und „Bravo“-Rufe brandeten auf. Eigentlich sollte es keine Zugabe mehr geben, aber dann erklang doch, von den Orchestermitgliedern delikat gestaltet, das Vorspiel zum 3. Akt der Oper „Carmen“ von Bizet.

Ein schöner Konzertabend im Theater Hameln. Aber wo waren die vielen, die ihn sich – trotz aller Werbemaßnahmen – wieder einmal entgehen ließen? Man muß sich doch wundern.



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