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Sanierung der Kuhlmannstraße verschiebt sich – doch für Marienthaler Straße fehlt es trotzdem an Zeit und Geld

Geht ohne Fördermittel nichts mehr?

HAMELN/ROHRSEN. Die größte für 2018 geplante Straßensanierung verschiebt sich. Die Kuhlmannstraße wird nun doch nicht in diesem Jahr saniert. Der Grund: Das Land Niedersachsen habe die dafür benötigten Fördermittel für das Jahr 2018 wider Erwarten nicht bereitstellen können. Die Sanierung des viel befahrenen Zubringers verschiebt sich damit voraussichtlich auf das Jahr 2019.

veröffentlicht am 02.02.2018 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 02.02.2018 um 21:50 Uhr

Die Kuhlmannstraße ist ein wichtiger Zubringer der Stadt Hameln. Schlaglöcher zeugen von ihrem zunehmenden Sanierungsbedarf. Foto: Dana

Autor:

Philipp Killmann und Jens Spickermann
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Das teilte die Stadtverwaltung der Politik am Mittwoch in der Sitzung des Umweltausschusses mit. Die Sanierung des vielbefahrenen Zubringers verschiebt sich damit voraussichtlich auf das Jahr 2019. Man könnte annehmen, dass die Stadt dadurch aber vielleicht Zeit (und Geld) für andere wichtige Straßenbaumaßnahmen gewinnt. Doch für die Stadtverwaltung ist dies offenbar keine Option.

Für die Kuhlmannstraße ist geplant, die Fahrbahn sowie die über die Fluthamel führende Brücke zu erneuern. Die Kosten dafür belaufen sich auf 3,7 Millionen Euro, davon 2,5 Millionen für die Fahrbahn und 1,2 Millionen für die Brücke. Die Stadt hatte darauf gesetzt, dass 60 Prozent dieser Kosten vom Land Niedersachsen aus dem Programm „Förderung des kommunalen Straßenbaus“ finanziert werden können. Doch weil in diesem Jahr besonders viele Kommunen einen Antrag gestellt hätten, sei der Fördertopf bereits leer, teilt Janine Herrmann, Pressesprecherin der Stadt, auf Anfrage der Dewezet mit. „Das liegt nicht an uns, dass wir keine Förderung bekommen.“ Die Stadt rechne aber damit, dass 2019 Gelder fließen werden und mit den geplanten Maßnahmen begonnen werden kann. „Wir sind uns relativ sicher, dass wir das nächste Mal berücksichtigt werden“, so Herrmann.

Bleiben noch rund 1,5 Millionen Euro, also die übrigen 40 Prozent der Kosten, welche die Stadt dann noch selbst berappen muss. Geld, das in den Haushalt 2018 gestellt worden war, aber nun durch die Verzögerung der Baumaßnahme in diesem Jahr erst mal übrig ist. Könnte diese Summe also nicht für andere Sanierungsmaßnahmen verwendet werden, wie etwa an der Marienthaler Straße?

Fußgänger leben an der Marienthaler Straße gefährlich. Denn einen Gehweg gibt es dort nicht. Foto: Dana
  • Fußgänger leben an der Marienthaler Straße gefährlich. Denn einen Gehweg gibt es dort nicht. Foto: Dana

Dort schlängeln sich Tag für Tag zahlreiche Fußgänger am Straßenrand entlang, während Busse und Autos an ihnen vorbeirauschen. Denn einen Gehweg sucht man an der lädierten Straße vergeblich. Das mutet – in Anbetracht der vielen Fußgänger, darunter manches Elternteil mit Kinderwagen – seltsam an.

Seit gut zehn Jahren plädiert Rohrsens Ortsvorsteher Jobst-Werner Brüggemann dafür, die Straße zu sanieren oder zumindest schon mal mit einem Gehweg für mehr Sicherheit der Fußgänger zu sorgen. Doch die Verwaltungsmühlen mahlen mitunter langsam. Erst hieß es, die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, die dort Grundstücke besitzt, welche von entsprechenden Maßnahmen betroffen wären, gestalteten sich schwierig, erinnert sich Brüggemann im Gespräch mit der Dewezet.

Immerhin wurde in der Zwischenzeit die Teerdecke erneuert, zudem wurde die Straße zur Anliegerstraße erklärt. Doch in den Augen des Ortsvorstehers hat dies zu keiner Verkehrsberuhigung geführt, weil zeitgleich die Buslinie, die Rohrsen mit Hameln verbindet, von der B 217 auf die Marienthaler Straße umgelegt worden sei. Dadurch werde es für die Fußgänger an der Straße sogar besonders eng. Zumal die Anzahl der Fußgänger im Zuge einer veränderten Bevölkerungsstruktur am Kuckuck zugenommen habe, sagt Brüggemann.

Inzwischen ist in Aussicht gestellt, dass die Marienthaler Straße im Rahmen der Städtebauförderung „Soziale Stadt“ am Kuckuck saniert werden solle (wir berichteten). Allerdings frühestens 2019. Für diese Maßnahme – von der noch unklar ist, in welcher Höhe sie gefördert werden könne – rechnet die Stadt derzeit mit Kosten in Höhe von schätzungsweise 1,5 Millionen Euro. Eine Summe, die sich mit der deckt, welche in diesem Jahr für die Kuhlmannstraße vorgesehen war – und die jetzt doch für die Marienthaler Straße aufgewendet werden könnte. Oder? Nein, heißt es auf diese Frage aus der Stadtverwaltung, weil dann die Fördermittel wegfielen, zumal alle angedachten Maßnahmen an einem Stück durchgeführt werden sollen. Aus diesem Grund sei das Projekt auch in der Vergangenheit schon häufiger verschoben worden. „Aber wir sind uns darüber im Klaren, dass die jetzige Situation dort nicht glücklich ist“, so Herrmann.

Mein Standpunkt

Dass manche Baumaßnahme warten muss, weil es mangels Fördergelder sonst teuerer wird, ist ärgerlich, aber nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist, dass an der Marienthaler Straße in über zehn Jahren keinerlei Sicherheitsvorkehrungen für Fußgänger getroffen worden sind. Da fällt es schwer, sich des Eindrucks zu erwehren, die Bewohner von Rohrsen und speziell des verschrienen Kuckucks würden von der Stadt als Menschen zweiter Klasse erachtet. Ob man sich am Finkenborner Weg oder am Rotenberg auch so viel Zeit lassen würde, ist zumindest fraglich.



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