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Grüne fordern mehr Pflanzen in der Fußgängerzone – Verwaltung ist skeptisch

Geht es auch grüner in der Innenstadt?

HAMELN. Die Grünen im Hamelner Rat wollen die Innenstadt grüner gestalten. Sie berufen sich bei ihrer Forderung auf den Wunsch vieler Bürger und den positiven Einfluss auf das Kleinklima in der Stadt. Am 22. August steht das Thema im Umweltausschuss zum ersten Mal auf der Agenda.

veröffentlicht am 06.08.2019 um 08:00 Uhr
aktualisiert am 06.08.2019 um 10:40 Uhr

Frank Henke

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Reporter zur Autorenseite

Die Reaktion ist bereits voraussehbar: Wenn im Internet ein betagteres Foto der Hamelner Fußgängerzone – zum Beispiel aus den 80er Jahren – auftaucht, folgt in der Regel mindestens ein Kommentartor, der seufzend feststellt: „Damals war alles schöner.“ Schöner, heißt es dann meist, im Sinne von: grüner. Zum Beispiel die großen Pflanzenkübel – aus der Zeit vor der großen Umgestaltung zu Beginn dieses Jahrzehnts – werden dann vermisst.

Nun war früher generell schnell mal „alles besser“, aber die Frage, ob es nicht auch grüner sein könnte in der Innenstadt, wird öfter gestellt – nun auch in der Politik, genauer: von den Grünen. „Wir möchten dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nachkommen, denen es in der Altstadt an Bäumen, Sträuchern, Beeten, Grünflächen fehlt“, schreibt die Ratsfraktion nun in einem Antrag. Das sehe dann nicht nur attraktiv aus, sondern habe auch eine „Pufferwirkung auf das Kleinklima“. Darum solle die Stadtverwaltung „ein Konzept zur verstärkten Begrünung der Hamelner Altstadt, insbesondere im Bereich der Fußgängerzone“, erarbeiten. Am 22. August steht das Thema im Umweltausschuss zum ersten Mal auf der Agenda.

Grundsätzlich lasse sich darüber in der Innenstadt wohl nachdenken, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes, aber: „Bezogen auf die Fußgängerzone, haben wir Probleme.“ Unterirdische Leitungstrassen, Rettungswege, Platz für Veranstaltungen – vor allem Weihnachtsmarkt, Pflasterfest und Mystica – sowie Flächen für Cafétische: All das lasse wenig Möglichkeiten für mehr Grün. „Schon das, was da ist, war schwierig zu platzieren“, sagt Wahmes.

Nun werden die letzten Kastanien gefällt. foto: fn

Anett Dreisvogt, Fraktions-Vizevorsitzende der Grünen, hält dagegen: Es gehe ja nicht nur um die Veranstaltungen, sondern auch um Menschen, die „365 Tage im Jahr“ in der Innenstadt lebten. Und da sei es eben „eine Frage der Lebensqualität“, wie viel Grün in der direkten Umgebung sei. „Es gibt in der Fußgängerzone keine Möglichkeit, unkommerziell im Schatten zu sitzen“, sagt Dreisvogt. Soll heißen: Cafétische stehen im Schatten, Bänke in der Bäckerstraße und an der Hochzeitshausterrasse nicht. An heißen Tagen sei von der Innenstadt bis beispielsweise ins Klütviertel ein Temperaturunterschied spürbar. „Weil es dort weniger Grün gibt.“

Ob das die Verwaltung überzeugt, bleibt abzuwarten. Eine Fußgängerzone könne schließlich kein zweiter Bürgergarten sein, sagt Stadtsprecher Wahmes.



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