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Alfons „jetzt noch deutscherer“ / Kult-Reporter erzählt in Hameln Geschichten

„Geht doch drin, ins Theater“: Kultreporter Alfons im Interview

Seine Markenzeichen: orangefarbene Trainingsjacke, riesiges Puschelmikrofon und .... entlarvende Fragen. Alfons, Kultreporter aus Frankreich, ist für viele Deutsche zum Lieblingsfranzosen geworden. Doch Alfons ist nicht nur rasender TV-Reporter, er ist weit mehr als das: der liebenswerte Franzose mit Trottelblick ist ein Geschichtenerzähler – mit Emotionen und etwas Melancholie. Emmanuel Peterfalvi, der Mann hinter Alfons, stellt sich vor seinem Auftritt am Samstag, 3. Februar, in Hameln einigen Fragen.

veröffentlicht am 03.02.2018 um 07:00 Uhr

Alfons alias Emmanuel Peterfalvi möchte mit seinen Geschichten Lachmuskeln strapazieren, aber auch die Herzen seiner Zuhörer berühren. Foto: Guido Werner
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Seit November vergangenen Jahres besitzt Emmanuel Peterfalvi die deutsche Staatsbürgerschaft. Blickt er jetzt kritisch von hier aus auf die andere Seite des Rheins?

Ich würde eher sagen, die andere Seite des Rheins blickt auf mich kritisch. Meine Kumpel finden das total merkwürdig. Du willst nicht mehr Franzose sein? Aber das ist es halt nicht. Ich bin beides. Franzose und deutscher. Eigentlich ein Widerspruch in sich. Der Deutsche ist pünktlich, organisiert, fleißig. Der Franzose ist ... – normal.

Wer Alfons nur aus dem Fernsehen kennt, wird auf der Bühne einen anderen auf der Bühne erleben, oder? Sie sollen Ihr Publikum nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken bringen. Was erwartet die Hamelner?

Genau das. Eine Überraschung. Zumindest für die die Alfons nur aus dem Fernsehen kennen. Eine Zuschauerin hat mir das letztens so beschrieben: „Meine Lachmuskeln wurden beansprucht. Das hatte ich erwartet. Aber was das Programm mit meinem Herz gemacht hat, das war eine Überraschung.“

Sie wollten eigentlich nur so lange in Deutschland bleiben, bis Sie die Deutschen verstehen? Inzwischen leben Sie schon über 26 Jahre in Hamburg. Machen wir es Ihnen so schwer?

Im Gegenteil. Ich bin freiwillig hier. Niemand zwingt mich, hierzubleiben. Ich bleibe hier, weil ich mich in Deutschland sehr wohl fühle. Für einen Franzosen sehr überraschend und ungewöhnlich. Aber so ist es nun mal. Und deshalb hatte ich dieses Bedürfnis, nicht nur Franzose zu sein, sondern Franzose und Deutscher.

Mal ehrlich, was steht auf Alfons zerfleddertem Notizblock?

Die Antwort auf Ihre Fragen.

Sie sprechen perfekt Deutsch. Fällt es Ihnen mittlerweile schwer, auf der Bühne den französischen Akzent nicht zu vergessen?

Danke für die Blumen. Aber es ist eher umgekehrt. Meine natürliche Sprache ist mit viel Akzent – und wenn ich mit wenig Akzent spreche, ist es eigentlich eine echte Anstrengung. Die mittlerweile ein Automatismus ist. Wenn ich aber loslasse, kommt das Akzent wieder hoch. Und bei Alfons geht nur Loslassen.

Thema Interviews: Sie waren bei einem Kleingärtnerverein und nahmen auch ein deutsches Schützenfest aufs Korn. Es heißt von den Deutschen, dass, wenn drei von ihnen zusammenstehen, gleich ein Verein gegründet wird. Ist Alfons schon irgendwo Mitglied?

Na klar. Bei einer der wichtigsten Vereine Deutschlands. Wenn du nicht Mitglied bist, bist du irgendwie nicht richtig Deutscher. Ich hab eine Goldkarte vom ADAC.

Nehmen Ihnen die Leute die Interviews auch einmal übel? In Gorleben sollen Sie bei Castor-Protesten von Atomkraftgegnern beschimpft worden sein, nachdem Sie gefragt hatten, welche Steine sich besonders gut zum Werfen eignen.

Nein, gar nicht. Die Menschen lieben Alfons. Auch in Gorleben fanden sie die Fragen zwar merkwürdig. Aber beschimpft wurde ich nicht. Alfons ist halt sehr pragmatisch. Er hat schon mal gehört, dass Steine geworfen werden, und will was dazulernen. Welche Art von Steinen eignen sich am besten zum Wegwerfen, diese Frage passt dazu.

Gibt es Beiträge, an die sich Alfons besonders gern erinnert?

Eigentlich ist Alfons durch diese Umfragen bekannt geworden, aber das habe ich mittlerweile hinter mir. Ich liebe es mittlerweile, Geschichte für mein Publikum zu erzählen. In diesem Fall die Geschichte meiner Einbürgerung euch zu erzählen, euch zum Lachen zu bringen, vielleicht auch Tränen in euren Augen zu sehen. Ich liebe es, mich mit meinem Publikum auszutauschen und zu spüren: Liebes Publikum, ohne euch wäre ich nichts. Und auch deshalb freue ich mich besonders auf Samstag bei Euch im Hamelner Theater.

Direkt vor dem Theater befindet sich der Platz, auf dem regelmäßig – auch an diesem Samstag – der Wochenmarkt stattfindet. Auf die Schnelle: Was würde Alfons die Hamelner dort fragen?

Warum seid ihr denn vor dem Theater? Geht doch drin! Es fängt gleich an.

Interview: Frank Neitz

Am Samstag, 3. Februar, gastiert Alfons mit seinem Programm „Jetzt noch deutscherer“ im Theater Hameln. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Kabarettist wird von der Pianistin und Sängerin Julia Schilinski begleitet.



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