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Risse in Häusern durch Kiesabbau in Tündern? / Ortsbürgermeisterin schweigt

Geheimsache Gutachten

Tündern. Hat Elke Meyer (SPD) Hochbrisantes in ihrem Haus, das im Zweifelsfall Sprengkraft hätte? Oder wird sich das Papier, dessen Inhalt die Ortsbürgermeisterin von Tündern partout noch nicht preisgeben will, im Nachhinein als eine Art Blindgänger entpuppen? Beides ist denkbar. Denn bei Elke Meyer sind inzwischen Gutachten eingetroffen, die klären sollen, ob Risse in verschiedenen Häusern – in der Dahne, dem hinteren Bereich der Brandenburger Straße, am Anfang der Tünderschen Straße, am Baumschulenweg und im hinteren Bereich der Kniepstraße – Häusern – auf jahrelangen Kiesabbau zurückzuführen sind. Fünf Gutachten wurden am Dienstag Betroffenen vorgestellt, doch noch wollen alle Stillschweigen bewahren – mit Hinweis auf laufende Verfahren.

veröffentlicht am 06.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Insgesamt 28 Anwohner hatten in jüngster Vergangenheit vermehrt solche Risse mit der Kiesausbeutung in Verbindung gebracht, die Auskiesungsfirma Cemex sich nach Gesprächen mit dem Ortsrat schließlich bereiterklärt, die Kosten für das Gutachten eines Bausachverständigen zu übernehmen. Gutachterin Nicola Uthe aus Bad Nenndorf, die auch als Bausachverständige vor Gericht zugelassen ist, hatte daraufhin jüngere und ältere Gebäude in Augenschein genommen und das Ergebnis ausgewertet. Doch Elke Meyer hütet es vorerst sorgsam. Erst am 12. Juni, so die Ortsbürgermeisterin, wolle sie die fünf verschiedenen Gutachten in einer Sitzung des Ortsrates präsentieren, an der neben den Politikern und Vertretern der Cemex auch die Gutachterin selbst und die betroffenen Immobilienbesitzer teilnehmen können. Bislang, so Meyer, habe sie von keinem die Genehmigung bekommen, irgendwelche Aussagen zum Inhalt des Gutachtens zu machen. „Verständlich, denn da geht es eventuell auch um Rechtsschutz“, macht die Ortsbürgermeisterin auf mögliche Konsequenzen aufmerksam.

Ohnehin ist für Elke Meyer die Frage, ob die Rohstoffgewinnung schuld an den Rissen in manchen Häusern ist, so ohne Weiteres nicht zu beantworten. Falls das zu vermuten sei, müsse ein geohydrologisches Gutachten folgen, hatte sie Anfang April erklärt und in diesem Zusammenhang betont, dass die Öffentlichkeit „immer informiert“ werden müsse.

Übrigens – aus einem der fünf Gutachten sind erste Festlegungen inzwischen doch bekannt geworden: Bei den Schäden in einem Gebäude an der Dahne, so die Gutachterin, handele es sich um „Setzrisse“.

Solche Risse gibt es in mehreren Häusern in Tündern. Manche Besitzer befürchten, der Kiesabbau könne die Ursache sein.

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