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Info-Veranstaltung in der Sumpfblume / Ortsgruppe will sich gründen

Gegen Ungerechtigkeiten der Globalisierung: Attac

Hameln (bha). Den vollständigen Namen können wohl nicht einmal alle Mitglieder fehlerfrei aussprechen: association pour la taxation des transactions financières et pour l’action citoyenne. Übersetzt bedeutet die französische Bezeichnung: Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen – weil sowohl die deutsche Variante als auch das französische Original wenig einprägsam ist, gibt es die Abkürzung, die seit knapp zwölf Jahren immer mal wieder im Gespräch ist: Attac. Bislang war Hameln ein weißer Fleck auf der Attac-Landkarte, genau wie für Greenpeace auch, doch jetzt hat sich eine Handvoll Männer und Frauen zusammengetan, um eine Ortsgruppe zu gründen.

veröffentlicht am 13.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 05:21 Uhr

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Die Einführung einer Tobin-Steuer zur Bändigung der kurzfristigen Spekulationen auf globalen Finanzmärkten fordert die Gruppierung seit eh und je, doch das Bank- und Finanzwesen ist längst nicht mehr das einzige Thema, das die Mitglieder und Gleichgesinnten umtreibt. Übergeordnetes Anliegen ist die Idee von einer ökologisch und sozial gestalteten Globalisierung. Die Teilgebiete reichen von Alphabetisierung im Speziellen und Bildung im Allgemeinen über die konzernfreie, öffentliche Daseinsvorsorge bis zur Abschaffung von Steueroasen.

Die Hamelnerin Anne Preuß treibt vor allem der Ressourcenverbrauch der Menschheit um, und die große Bedeutung, die Geld und Materielles für viele hat. „Wir können nicht unendlich viel verbrauchen“, konstatiert Preuß, die im Mai 2011 an einem Attac-Kongress mit dem Titel „Jenseits des Wachstums“ in Berlin teilgenommen hat und dort von der Attac-Bewegung überzeugt wurde, erzählt sie. Mittlerweile ist die 48-Jährige Mitglied und wurde zunächst einmal zur Sprecherin in Hameln bestimmt. „Wer dann später die Gruppe leitet, muss sich zeigen“, sagt die Lehrerin, die am Albert-Einstein-Gymnasium Kunst und Mathe unterrichtet und sich für Hochbegabte und Kunstförderung einsetzt.

Durch das Reaktor-Unglück von Fukushima seien alle wachgerüttelt worden, meint Preuß, sodass das Bewusstsein für Interessen, wie Attac sie verfolgt, bei vielen jetzt eher vorhanden sei. Sie selbst ist bereits im Anti-Atom-Plenum Weserbergland aktiv und habe dort Menschen kennengelernt, von denen sie sich vorstellen könnte, dass auch sie sich mit Themen wie Bankwechsel, Nachhaltigkeit, schnelle AKW-Abschaltung und Profitinteressen der großen Energie-Versorger befassen möchten.

Für Mittwoch, 25. Januar, laden die Organisatoren zu einem Informationsabend in die Sumpfblume ein, an dem Jutta Sundermann von Attac Deutschland zum von der Organisation geforderten Bankwechsel referieren wird. Hinterher wollen die Initiatoren und alle Interessierten sich zu einem Gespräch über die Gruppengründung zusammensetzen. Hinter der Kampagne „Bankwechsel“ steckt Attacs Vorschlag, einigen Großbanken den Rücken zu kehren und stattdessen zu Banken zu wechseln, „die nach strengen ethischen Kriterien arbeiten“, heißt es in der Einladung zur Auftaktveranstaltung.

In dem Vortrag beleuchtet Sundermann unter anderem, was Banken mit dem Geld ihrer Kunden machen, welche Banken mit Steuermilliarden gerettet wurden und „heute Geschäfte an sogenannten Schattenfinanzplätzen betreiben“. Nicht nur Hameln, sondern auch aus Springe, Rinteln oder Lügde sollen sich Interessierte angesprochen fühlen, heißt es.

Die Bewegung der Globalisierungskritiker in Deutschland begann im Jahr 2000. Aufmerksamkeit zogen sie im Rahmen der G8-Gipfel in Genua (2001) und Heiligendamm (2007) auf sich. Hierzulande zählt das dezentral organisierte Bündnis nach eigenen Angaben rund 26 000 Mitglieder; weltweit sollen es in 50 Ländern 90 000 sein. Mitglieder aus Umweltverbänden, Gewerkschaften oder Friedensorganisationen engagieren sich auch bei Attac. Etliche Prominente unterstützen die Bewegung, darunter Konstantin Wecker, Friedrich Schorlemmer, Günter Grass oder Andrea Nahles.

Auftaktveranstaltung: 25. Januar, 19.30 Uhr, Sumpfblume am Stockhof

Öffentliche Protestkundgebungen gehören für Attac-Anhänger oft dazu.

Foto: attac-hanau.



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