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Ortsrat in Haverbeck pocht vergeblich auf Versetzen von Schildern

Gegen Raser ist kein Kraut gewachsen

Haverbeck. Es sind die Raser in Haverbeck, die den Ortsrat auf die Palme bringen. Weil Messungen im vergangenen Jahr deutlich gezeigt haben, dass in dem kleinen Ortsteil sich viele, vor allem einheimische Autofahrer, nicht an das Tempo-30-Gebot halten, forderte der Ortsrat von der Verwaltung jetzt verschiedene Maßnahmen, um die Sicherheit der Bewohner am Mainbach zu verbessern. Doch Christine Barner, Abteilungsleiterin für Ordnung und Straßenverkehr, musste aus rechtlichen Gründen fast alle Vorschläge abschlägig bescheiden, was einige Mitglieder des Ortsrats bei seiner jüngsten Sitzung zusätzlich erzürnte.

veröffentlicht am 12.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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„Man könnte doch das Ortseingangsschild weiter nach vorne ziehen, damit die 50er-Zone früher beginnt“, lautete einer der Vorschläge. „Das hätte dann gleich noch den Vorteil, dass wir am ersten bebauten Grundstück auch noch ein Begrüßungsschild errichten könnten.“ „Geht nicht“, erklärte Barner, „das erlaubt die Straßenverkehrsordnung nicht. Ortseingangsschilder müssen immer dort stehen, wo die geschlossene Bebauung beginnt.“ Und weil die Straßenverkehrsexpertin vor Beginn der Sitzung eine Ortsbesichtigung durchgeführt hatte, bemängelte sie gleich noch, dass das Tempo-30-Schild viel zu wenig Abstand zum Ortseingangsschild habe. „Da müssen mindestens 50 Meter Abstand sein, damit Autofahrer ihre Geschwindigkeit verringern können, ohne gegen das Tempo-30-Gebot zu verstoßen.“ Tatsächlich steht das 30er-Schild aber maximal fünf Meter hinter dem gelben Ortsschild. „Ich habe in solchen Fragen keinen Ermessensspielraum.“ Den Vorschlag, das Schild mit einer Sondergenehmigung vorziehen zu lassen, konterte Barner mit der Frage: „Sie wollen doch wohl kein rechtswidriges Handeln von mir verlangen?“ Was Ortsbürgermeister Thorsten Sander zu der Ankündigung veranlasste: „Das werde ich prüfen lassen, ob Sie damit widerrechtlich handeln würden.“

Und Barner verwies auch noch darauf, dass ein anderes Ortsschild, jenes im „Hohlweg“ Richtung Halvestorf, gut 300 Meter von der geschlossenen Bebauung entfernt im Wald stehe. „Das werde ich versetzen lassen müssen“, wies sie alle Einwände dagegen zurück.

Nur einen Wunsch will die Abteilungsleiterin dem Ortsrat von Haverbeck erfüllen: Die mit Geschwindigkeitsmessern und Zählgeräten ausgestatteten Displays, die der Stadt zur Verfügung stehen, sollen auch in Zukunft an verschiedenen Stellen im Ort in Abständen jeweils für zwei bis drei Wochen platziert werden. „Das sorgt immer für eine gewisse Zeit für eine Abnahme der Geschwindigkeiten“, erklärte Barner. „Aber wer schnell fahren will, lässt sich auch durch Tempo-30-Schilder nicht ausbremsen“, schilderte sie die Erfahrungen mit Tempobegrenzungen. Das gelte auch für den Abschnitt von der Umgehungsstraße bis zum östlichen Ortseingangsschild in der Haverbecker Straße. „Auf Landstraßen darf Tempo 100 gefahren werden. Eine 70er-Zone kann nur dann eingerichtet werden, wenn ein Gefahrenschwerpunkt vorliegt.“ Und das sei hier nicht der Fall. Da müsse dann schon die Sozialkontrolle greifen und im Ort den schnellen Fahrern von Nachbar zu Nachbar klargemacht werden, dass dieser Fahrstil vielleicht auch die eigenen Kinder oder Enkel gefährde.



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