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Lieferengpass bei primär verwendetem Impfstoff / Es gibt Alternativen

Gegen Masern impfen – doch womit?

HAMELN. Während in Regierungskreisen in Berlin über eine Impfpflicht gegen Masern beraten wird, gibt es bei einem des häufig verschriebenen Standardimpfstoffes eines Herstellers gegen die Krankheit einen Lieferengpass. „Voraussichtlich Oktober 2019 wieder lieferbar“ heißt es auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.

veröffentlicht am 25.03.2019 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 25.03.2019 um 18:50 Uhr

Birte Hansen

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Reporterin zur Autorenseite

„In der Apotheke wurde ich wieder weggeschickt“, erzählt eine Hamelner Mutter, die ihr Kind jetzt gegen Masern impfen lassen wollte. Es gebe eine Warteliste mit bereits 30 Bestellungen, habe man ihr dort gesagt.

Priorix-Tetra ist der Name des Impfstoffes, für den der große Arzneimittel-Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) bereits im November des vergangenen Jahres einen Lieferengpass gemeldet hat – dabei handelt es sich um einen Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (MMRV). Zwei Alternativprodukte des Unternehmens MSD Sharp & Dohme sind derzeit in üblichen 10er-Abpackungen ebenfalls nicht verfügbar, sollen jedoch ab Mai wieder vorrätig sein.

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Dr. Thorsten Sporleder, Inhaber der Ring-Apotheker an der Sedanstraße bestätigt, dass auch sein Haus den häufig verwendeten Impfstoff als Original derzeit nicht bestellen kann. Wohl aber einen Re-Import. „Da käme man dran“, sagt Sporleder über die identischen Produkte, die ursprünglich für andere als den deutschen Markt hergestellt und geliefert worden seien. Einige Kunden seien jedoch verunsichert, wenn man ihnen anbietet, ein Re-Import-Produkt zu bestellen, berichtet Sporleder aus der Apotheken-Praxis. Er macht deutlich: „Das ist genau das Gleiche.“

Als Ursache für den aktuellen Engpass nennt das Unternehmen GSK Verzögerungen beim Aufbau weiterer Produktionskapazitäten und bei der Anpassung bestehender Anlagen. „Wir haben die Behörden und Ärzte bereits darüber informiert, dass diese Situation die Verfügbarkeit unseres MMRV-Impfstoffes erheblich beeinflussen wird, was wir sehr bedauern“, erklärt Dr. Anke Helten von GSK. Der Engpass könne aber mit dem Dreifach-MMR-Impfstoff in Kombination mit einem Varizellen-Mono-Impfstoffen aufgefangen werden, „so dass es nicht zu Versorgungsengpässen kommen sollte“.

Während die einen ihre Kinder impfen lassen wollen, sind manche Eltern strikt dagegen. Sporleder spricht von einem „Riesenproblem“, wenn es um die Position dieser Impfgegner geht. Vor etlichen „Jahren fing das an“, erinnert er sich, „als Ärzte in Großbritannien“ behauptet hätten, dass es einen Zusammenhang zwischen MMR-Impfungen und Autismus gebe. Dem für diese Aussage verantwortlichen ehemaligen Arzt Andrew Wakefield wurde seine „Approbation inzwischen“ entzogen, „aber das hat sich so hartnäckig gehalten“, sagt Sporleder. Auch Dr. Axel Rojczyk, Vorsitzender des Hamelner Ärztevereins, macht die Erfahrung, dass vielen Patienten zumindest skeptisch sind, wenn das Gespräch auf Impfungen kommt.

Unterdessen konnten die Schüler in Hildesheim, die keinen Masern-Impfschutz aufweisen konnten, am Montag wieder zur Schule gehen. In Hildesheim waren seit Jahresbeginn 32 Masernfälle gemeldet worden, woraufhin das Gesundheitsamt dort Schulbetretungsverbote ausgesprochen hatte für jene ohne Schutz.



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