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Finanzspritze von der VGH für die Caritas-Haftbegleitung Resohelp

Gegen Entlassungspanik und Rückfall

Hameln (xb).Geschlossener Vollzug – und was dann? Das fragen sich viele Insassen im Alter von 14 bis 23 Jahren der Jugendanstalt Hameln. Auf einmal werden die Häftlinge wieder in die Freiheit entlassen, müssen Behördengänge erledigen, ihr Leben auf die Reihe bekommen. Für viele ist die Herausforderung zu groß – sie werden rückfällig.

veröffentlicht am 15.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 04:41 Uhr

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Hier tritt die Anlaufstelle Resohelp der Caritas auf den Plan. „Tatsächlich bekommen viele Insassen vor Ende ihrer Haft eine ,Entlassungspanik‘ und selbst die Häftlinge, die vorher keine Hilfe annehmen wollten, wenden sich an uns“, sagt Monika Koschany, Sozialarbeiterin der Resohelp. Koschany und Michael Karin sind sich einig, „nur mit viel Herzblut kann dieser Job erledigt werden“. Das Projekt ist aber auf zusätzliche Spenden aus der Wirtschaft angewiesen, um helfen zu können. Dieses Jahr erklärt sich die VGH Hameln bereit, das Projekt zu unterstützen. Mit 3000 Euro greift sie der Caritas unter die Arme. Die VGH sei „aus ihrer Geschichte heraus“ dem Allgemeinwohl verpflichtet. „Deswegen sind wir froh, die wichtige Arbeit von Resohelp unterstützen zu können“, sagt Rüdiger Meyer, Regionaldirektor der VGH.

Gestern gewannen die beiden einen Einblick in das Leben der Straffälligen. Oft haben diese Schulden in großem Format – auch bei Versicherungen. Bereits am ersten Tag der Haft steht die Resohelp den Gefangenen zur Seite, um solche Probleme zu lösen.

Während ihrer Haftzeit können die Insassen einen Schulabschluss nachholen, an Berufseinstiegsmaßnahmen teilnehmen oder eine Ausbildung beginnen. Einen Teil der geringen Entlohnung können sie zum Schuldenabbau nutzen. Das geschieht alles freiwillig. „Die Häftlinge müssen von selbst den Schritt auf uns zugehen und sich angemessen verhalten, erst dann können wir ihnen helfen“, erklärt Koschany. 75 Prozent der 550 Insassen aus ganz Niedersachsen gehen diesen Schritt auf die Sozialarbeiter zu, nur bei wenigen bleibt es beim Erstkontakt. „Misserfolge dürfen hier nicht als persönliche Niederlage verbucht werden“, sagt Karin. „Wir tun was wir können, wenn die Häftlinge unsere Hilfestellung nicht annehmen, können wir nichts dagegen tun.“

Caritas Geschäftsführer Reinhold Marx (2. v. r.) übergibt mit Monika Koschany (2. v. li.) und Michael Karin (re.) den Jahresplan an Michael Schormann (li.) und Rüdiger Meyer (Mitte) von der VGH. Foto: xb



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