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Geschäftsführerin Linda Meier über die Zukunft der Sumpfblume

Gegen das Versumpfen

Hameln. Vor fünf Monaten hat Linda Meier die Leitung der Sumpfblume übernommen. An Ideen und Zielen mangelt es der jungen Geschäftsführerin nicht. Jedoch war sie zuletzt mit ihrem Antrag für einen Zuschuss über 2000 Euro bei der Stadt gescheitert. Wie es mit ihrem Projekt Sumpfe 2.0 weitergeht und wo Meier die Sumpfblume in zwei Jahren sieht, erzählt sie im Interview.

veröffentlicht am 09.08.2015 um 13:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 19:41 Uhr

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Frau Meier, Sie sind nun seit dem 1. März die neue Leitung der Sumpfblume. Was hat sich seitdem verändert? „Für mich ist der Job noch immer frisch und neu. Jeder Monat ist anders. Im Tagesgeschäft ist nicht so viel Zeit für kreative Ideen, wie man sich das vielleicht wünscht. Es ist unglaublich viel zu tun. Konkret verändert – im Programm –hat sich noch nichts. Die Besucher haben meine Handschrift noch gar nicht so gesehen im Programm, was daran liegt, dass das Programm weit im Voraus geplant wird. Als ich angefangen habe, war es schon bis Sommer schon geplant. Das hat mir Zeit gegeben, die Besucher der Sumpfblume kennenzulernen.“

Sie haben angekündigt, insbesondere auf junge Menschen zugehen zu wollen und die HSW-Studenten als direkte Nachbarn anzusprechen. Sind Sie schon dazu gekommen? „Das findet jetzt statt. Während der Einführungswoche der Erstsemester werden wir drüben einen Stand haben. Im Vorfeld haben wir kleine „Welcome-Päckchen“ verpackt, die in einem großen Welcome-Paket eingetütet wurden. Da sind Informationen über die Sumpfblume drin und für jeden Studenten ein Kinogutschein von uns. Vor Ort wollen wir noch eine Verlosung mit attraktiven Preisen machen. Damit wollen wir auf uns aufmerksam machen.“

Die Studenten sprechen Sie also schon direkt an. Wie sieht es mit den anderen jungen Leuten in Hameln aus? „Mir ist es ganz wichtig raus zu gehen und direkten Kontakt aufzunehmen. Ich habe das Gefühl, dass man nur über so eine Nähe auch was erreichen kann. Es bringt nichts, wenn wir uns hier was ausdenken und es interessiert keinen. Insbesondere bei den HSW-Studenten soll es ein Pinnboard geben, mit verschiedenen Fragen. Wir wollen evaluieren, was sie konkret interessiert. Mehr Kultur, Lesungen oder Partys zum Beispiel.“

Insbesondere der Bereich Party ist bei der Sumpfblume ja sehr klein geworden. „Ja das stimmt. Der Bereich Party ist etwas eingeschlafen, das sehen wir natürlich auch an den Besucherzahlen die zurückgehen. Das soll auch konkret geändert werden.“

Dass es wieder mehr Partys gibt? „Ja, ab dem nächsten Jahr wollen wir ein neues Partykonzept einführen.“

Bleiben Dauerbrenner wie „Warten aufs Christkind“? „Das bleibt. Da bin ich selber schon sehr gespannt drauf. Die Party habe ich noch nie erlebt.“

Haben Sie weitere konkrete Pläne für die Zukunft? „Im nächsten Jahr möchte ich eine Veranstaltungsreihe einführen. Die hat bisher den Arbeitstitel „Junge Kunst im Sumpf“. Ich möchte den Hamelnern zeigen, welche spannenden Formate es in der so Kultur gibt. Zu denken ist da an szenische Lesungen, Medienperformance, interaktive Fotoausstellungen. Ich möchte gern ein Mal im Monat ein Künstlerkollektiv einladen, das seine Arbeit hier zeigt. Zum Beispiel das Computerspielkollektiv Machina eX aus Berlin. Die bringen Computerspiele live auf die Bühne. Sie bauen einen interaktiven Raum und der Zuschauer wird zum Spieler, er spielt sich durch den Theaterabend indem er Rätsel lösen muss.“

Wo sehen Sie derzeit die Schwachstellen der Sumpfblume? „Dass wären tatsächlich konkret die Partys. Man sieht, dass die Besucherzahlen zurückgehen, da muss also was passieren. Dann würde ich auch gerne unser Kinoprogramm aufpeppen. Das wollen wir im Team erreichen, indem wir die Gastronomie und die Kultur miteinander verbinden. Wir wollen eine „Food&Film“-Reihe einführen. Also Essen und Film verbinden. Zum Beispiel einen französischen Film zeigen und vorher eine Weinprobe anbieten. Das ganze soll eventuell schon ab Herbst starten.“

Eine der letzten Amtshandlungen von Ihrer Vorgängerin Marion Komarek war es, die Karte auf Bio und Fair-Trade umzustellen. Bleibt es dabei? „Auf jeden Fall. Das ist mir persönlich auch sehr wichtig. Ich achte auch bei meiner eigenen Ernährung viel auf Bio-Qualität und regionale Produkte. Wir müssen aber im Team schauen, inwieweit das umzusetzen ist. Dafür wollen wir einen Fragebogen einführen, der im Café zum Einsatz kommt. Wir wollen evaluieren, wie viel Wert die Gäste wirklich auf Bio und regionale Produkte legen.“

Die Sache mit dem Zuschuss für Sumpfe 2.0 hat nicht geklappt. Und nun? „Da bin ich weiterhin dran. Ich stehe nach wie vor hinter dem Projektantrag. Homepage und Infoheft sie die Kanäle, über die wir nach außen hin kommunizieren und es ist wichtig, dass die ansprechend gestaltet sind. Ich möchte das Projekt unbedingt umsetzen.“

Aber wo kommt das Geld dafür her? „Das ist die große Frage. Das ist noch nicht endgültig geklärt. Ich bin verstärkt auf der Suche nach Sponsoren.“

Wäre es eine Überlegung, als Sumpfblume mehr Werbung zu machen? „Ja, sehr gerne. Das ist auch ein Teil des Antrags gewesen. Wir haben uns überlegt, dass es toll wäre, wieder T-Shirts einzuführen, Jutebeutel, Buttons. Das ist ja auch eine Art nach draußen zu gehen. Wenn mehr Leute mit einem Jutebeutel rumlaufen, auf dem das Sumpfe-Logo ist, werden andere vielleicht aufmerksam. Das Logo ist super etabliert.“

Wo steht die Sumpfblume in zwei Jahren? „In zwei Jahren ist die Sumpfblume hoffentlich ein Ort für einen großen kreativen Austausch. Ich hoffe, dass wir es in den zwei Jahren schaffen, junge Kunst zu etablieren. Da sehe ich hier in Hameln noch großes Potenzial, hier kann man noch viel starten, anders als in Berlin zum Beispiel.“

Interview: Svenja-A. Möller



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