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Nach drei Jahren hat der Verein für Kultur- und Zeitgeschichte viele Erinnerungsprojekte ins Leben gerufen

Gegen das Vergessen

Hameln. Das Ziel sind Erinnerungen – gute wie schlechte, künstlerische wie historische, an Menschen wie Orte und Objekte. Vor drei Jahren wurde der Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln gegründet, seitdem haben die Mitglieder unterschiedliche Aspekte der lokalen Kultur- und Stadtgeschichte recherchiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

veröffentlicht am 26.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Catherine Holdefehr
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Am Reherweg in Aerzen stehen sieben Grabsteine, Überbleibsel eines größeren jüdischen Friedhofs, in Börry sind noch drei Steine, die an eine Familie Schloß erinnern, zu finden, in Ottenstein nur noch leere Grabsockel und Teile von Grabsteinen. Ortsteil für Ortsteil sind die Orte der Erinnerung an NS-Opfer für die Kommunen im Landkreis auf der Homepage des Vereins jeweils mit Fotos, Lage und Größe, Bestand an Steinen sowie Daten und Hintergrundinformationen zur Geschichte aufgelistet. Mehrere Tage sei er allein unterwegs gewesen, um alle Orte abzufahren, erzählt Vereinsvorstand Bernhard Gelderblom. Die Recherche nicht mitgerechnet. Auch ganz konkret zu den persönlichen Geschichten der Hamelner Opfer des Nationalsozialismus hat der Verein recherchiert, am 2. September soll eine Dokumentation mit 1600 Biografien zum Gedenken veröffentlicht werden. Die Dokumentation sei damit jedoch nicht abgeschlossen, sagt Gelderblom. Es kämen immer wieder neue Aspekte hinzu, fast jeden Tag habe er Anfragen und Rückmeldungen von ehemaligen Angehörigen und Freunden, die sich für die Dokumentation interessieren oder etwas dazu beitragen können. Spätestens im September sollen die Ergebnisse auch auf der Vereinshomepage publiziert werden.

Doch die Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus sowie Forschung zu Tätern sind nicht die einzigen Aufgaben des Vereins. Auch um die Pflege des Stadtbildes bemühen sich die Mitglieder. Drei bis sechs öffentliche Führungen durch die Stadt haben sie bislang jährlich durchgeführt, hinzu kam jedes Halbjahr eine Exkursion zu historisch bedeutenden Orten der NS-Zeit wie der Startpunkt des sogenannten Todesmarschs zum Hamelner Zuchthaus.

34 Mitglieder hat der Verein derzeit, die sich unterschiedlicher kultur- oder zeitgeschichtlicher Projekte angenommen haben. Die Ergebnisse veröffentlichen sie im Internet. „Unsere Hoffnung ist, dass sich zum Beispiel auch Schüler und Schülerinnen dafür interessieren“, sagt Gelderblom.

Doch die verschiedenen Projekte kosten viel Zeit, nicht alles, was geplant war, kann schnell umgesetzt werden. So ist beispielsweise ein geplantes Online-Werkarchiv zu Kunst im öffentlichen Raum noch nicht fertig geworden.

Mehr Informationen über den Verein und seine Projekte gibt es im Internet: www.geschichte-hameln.de.

Vor drei Jahren wurde der Verein für Kultur- und Zeitgeschichte gegründet, seitdem hat sich viel getan.Archiv



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