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Feuerwehr rettet elf Menschen über Leitern / Mieter in Lebensgefahr / Drei Bewohner in Klinik eingeliefert

Gefangen im Rauch

Hameln. Als Polizeirat Thorsten Massinger und Hauptkommissar Wolfgang Römer am frühen Samstagmorgen, wenige Minuten nach 1 Uhr früh, das Mehrfamilienhaus an der Hunoldstraße erreichen, lodern Flammen hinter der Eingangstür. Hochgiftige Brandgase ziehen durch das Treppenhaus. Aus Fenstern und Ritzen im Dachgeschoss wabert schwarzer Qualm. Den Bewohnern ist der Fluchtweg versperrt – sie sind gefangen im Rauch. Römer holt einen Pulverlöscher aus dem Streifenwagen, versucht zu löschen. Aber das Feuer ist schon zu groß. Es wütet unter einer Treppe, dort, wo sich auch die Stromverteilung befindet. Was genau brennt, ist unklar. Fest steht nur: Auch zwei Reifen haben Feuer gefangen.

veröffentlicht am 24.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 09:13 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Einige Menschen sind in Panik, sie rufen um Hilfe. Manche wollen sogar springen. „Wir haben sie beruhigt und gebeten, das nicht zu tun“, sagt Oberbrandmeister Bernhard Mandla. Die Lage ist dramatisch. Niemand weiß in diesem Moment, wie viele Menschen verletzt sind.

Wachabteilungsleiter Horst Winter lässt die höchste Alarmstufe auslösen, fordert Notärzte und Rettungswagen an. Über zwei Dreh- und mehrere Steckleitern werden elf Bewohner gerettet. Lutz Meyer steht in einem Drehleiterkorb – der Oberbrandmeister bringt in dieser Nacht fünf Menschen und eine Katze in Sicherheit. Ein Mann, dessen Gesicht rußgeschwärzt ist und der offenbar nicht mehr aus eigener Kraft gehen kann, wird – von Ersthelfern gestützt – zum Rettungsdienst gebracht. Vier Mediziner und mehr als ein Dutzend Rettungsassistenten kümmern sich um die Geretteten. Drei Hausbewohner werden ins Krankenhaus eingeliefert.

Feuerwehrleute gehen von Tür zu Tür, suchen nach möglichen Eingeschlossenen. Hinter einer Stahltür werden sie fündig. Zwei junge Männer sind völlig überrascht, als sie die Retter sehen, die kurz zuvor das Zylinderschloss aufgebrochen haben. Sie hatten weder das Klopfen noch das Sirenengeheul der zahlreichen Einsatzfahrzeuge gehört.

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Alle Wohnungen, die über den Hauseingang an der Hunoldstraße zu erreichen sind, seien bis auf Weiteres unbewohnbar, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Andreas Zerbe. „Das Treppenhaus ist derzeit nicht begehbar, das Gebäude ohne Strom und in einige Wohnungen pechschwarzer Rauch gezogen.“

Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommen kann, verbringt den Rest der Nacht im DRK-Depot „Am Damm“. Ehrenamtliche Mitglieder der Schnell-Einsatzgruppe des DRK Hameln kümmern sich um sie. Acht Hausbewohner nehmen das Angebot an. „Sie sind mit Frühstück und Getränken versorgt worden“, sagt Vanessa Koch vom DRK-Kreisverband.

Das Szenario in Hameln erinnert Feuerwehrleute an den verheerenden Brand in einem Mehrfamilienhaus in Hamburg: Anfang des Monats sind dort eine Mutter und ihre beiden kleinen Söhne ums Leben gekommen. Sie starben wohl bei dem Versuch, durch das verqualmte Treppenhaus zu flüchten. Auch in der Hansestadt ist das Feuer im Hauseingang ausgebrochen. Ein 13-Jähriger hatte dort Werbeprospekte angezündet. Die Flammen griffen auf einen Kinderwagen und einen Stromverteilerkasten über. Was das Feuer in Hameln ausgelöst hat, steht noch nicht fest. Die Tatort-Gruppe habe den Brandort beschlagnahmt, hieß es. Heute werden die Ermittlungen von Experten fortgesetzt.

Hauptbrandmeister Winter ist erleichtert, dass die Menschenrettung an der Hunold-straße reibungslos funktioniert hat. „Einige Hausbewohner waren in Lebensgefahr“, sagt der erfahrene Feuerwehrmann.

Feuerwehrleute bringen einen Hausbewohner in Sicherheit. Elf Personen wurden über Leitern gerettet. Viele waren in Lebensgefahr.



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