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Gefahrgut im Wandschrank: Wenn Opas Urlaubsfilme explodieren

veröffentlicht am 14.01.2013 um 14:13 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:33 Uhr

Hameln (ube). Das Feuer in einem Reihenhaus am Buchenweg ist nach Angaben der Polizei durch einen alten Film aus Nitrocellulose entstanden, der sich beim Abspielen an einer heißen Stelle eines Filmvorführgeräts entzündet hat. Nitrofilme können gefährlich sein: Sie sind hochexplosiv und fallen deshalb unter das Sprengstoffgesetzt, das entstehende Nitrose-Gas, zählt zu den Lungengiften.

Bei dem Unfall ist ein Schaden in Höhe von 150000 Euro entstanden. Der Mieter des Hauses und ein Nachbar wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht. Zwei Katzen starben.

Dass Nitrofilme nicht ungefährlich sind, weiß man beim Bundesarchiv in Berlin „Solche Filme sind hochentzündlich. Sie verbrennen explosionsartig. Ihre Sprengkraft ist groß“, sagt Egbert Koppe, Leiter des Referates Filmrestaurierung, -konservierung, Magazinierung. Im Bundesarchiv lagern Nitrofilme in Betonbunkern. Werden sie abgespielt, sind die Sicherheitsvorkehrungen extrem hoch. Denn Nitrofilme können durch Wärme im Projektor, aber auch durch Selbstentzündung zu brennen anfangen. 

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Die Feuerwehr Hameln, die um 20.09 Uhr zum Buchenweg gerufen worden war, konnte den Einsatzort erst am Montagmorgen gegen 2 Uhr verlassen. Verkohlte Möbel, Filmmaterial und sogar mit Holz vertäfelte Decken hatten zunächst entfernt werden müssen. Foto: ube


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