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Wer haftet, wenn Kastanien das Autodach zerbeulen?

Gefahr von oben

Hameln. Kastanien sammeln, Äpfel pflücken und in Laubhaufen springen – für viele Kinder ist der Herbst ein großer Spaß, für Erwachsene allerdings kann er zu einem Ärgernis werden. Denn in der goldenen Jahreszeit prasseln Kastanien, Äpfel und Eicheln zu Dutzenden aus den Bäumen. Immer wieder kommt es deshalb zu Schäden an Fahrzeugen. Aber wer haftet, wenn etwa Kastanien Dellen im Autodach hinterlassen?

veröffentlicht am 07.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 00:21 Uhr

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Bei Bäumen auf Privatgrundstücken, deren Äste auf die Straße oder auf einen Parkplatz ragen, hat der Grundstückseigentümer eine so genannte „Verkehrssicherungspflicht“. Das heißt, er hat dafür Sorge zu tragen, dass von seinem Grundstück keine Gefahr ausgeht. Die Bäume auf dem Grundstück müssen dazu regelmäßig, im Allgemeinen ein bis zweimal pro Jahr, auf Schäden kontrolliert werden. Eine äußerliche Sichtung reicht dabei aus, urteilte das Amtsgericht Frankfurt. Brechen Äste infolge eines Sturmes ab und verursachen Schaden, haftet der Eigentümer nicht. Vor einigen Jahren wurde beispielsweise ein Tourist während einer frühsommerlichen Windhose in Höhe des Sana-Klinkums von einem Ast erschlagen. Die Stadt Hameln achtet deshalb besonders penibel auf Schäden an Bäumen.

Nur, wenn ein Baum länger unverkennbar krank war, kann der Grundstückseigentümer haftbar gemacht werden. Gegen herabfallende Früchte muss aber keine Vorsorge getroffen werden. In den meisten Gerichtsurteilen wird den Pkw-Besitzern eine überwiegende Mitschuld zugesprochen, weil sie ihr Auto an einer besonders unsicheren Stelle parkten. Deshalb zahlen Versicherungen häufig auch keine Reparatur, die Teilkasko greift in der Regel nur nach einem Sturm. Das Oberlandesgericht Hamm hat in dieser Sache ein Leiturteil gefällt und ordnet herunterfallende Kastanien und Eicheln in die Kategorie „allgemeines Lebensrisiko“ ein. Das Gleiche gilt für öffentliche Straßen und Parkplätze. „Jeder weiß, dass im Herbst Kastanien aus den Bäumen fallen“, sagt auch Thomas Wahmes, Pressesprecher der Stadt Hameln. Die Bäume im Stadtgebiet werden nach seinen Worten zweimal jährlich auf Schäden untersucht. Damit sei der Verkehrssicherungspflicht Genüge getan. Weiterführende Maßnahmen wie Fangnetze seien „nicht praktikabel“, da sie wiederum selbst gesichert werden müssten. „Wer sein Fahrzeug unsicher abstellt, hat Pech gehabt.“ Also gilt es: Augen offen halten. Und auch auf Warnschilder achten – wie es beispielsweise am Hotel Mercure eines gibt. Es warnt vor herabfallenden Kastanien.jmr



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