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Gefährliches Rätselraten an der Zapfsäule

veröffentlicht am 25.02.2011 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (tk/dpa). Beim Stopp an der Tankstelle müssen Autofahrer demnächst noch genauer hinschauen. Immer mehr Tankstellen bieten jetzt unter der Bezeichnung E10 Ottokraftstoff mit einem höheren Ethanolanteil an. Aber längst nicht jedes Auto verträgt den neuen Bio-Kraftstoff. Für drei Millionen Pkw kann der Sprit sogar extrem schädlich sein.

Denn er greift Gummidichtungen und Aluminiumteile an. Zudem befürchtet der ADAC, dass die Preise für das alte Super (E5) deutlich erhöht werden könnten, um die Autofahrer zum Umsteigen auf Super E10 zu bewegen. An der Tankstelle herrscht Verwirrung bei den Autofahrern. Viele wissen nicht, ob sie E10 tanken dürfen. Welcher Zapfhahn ist denn nun der richtige?

Bisher ist der Biotreibstoff E10 nur an der gelben Jet-Tankstelle an der Ohsener Straße in Hameln zu haben. Trotz der deutlichen Kennzeichnung ist Marion Dormann verwirrt. Was ist E10? Kann ich das tanken? Vorsicht ist er nicht alleine: Wie der ADAC in einer aktuellen Online-Umfrage herausgefunden hat, wissen immer noch rund 22 Prozent der Autofahrer nicht, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt. 70 Prozent antworteten auf die Frage, ob sie E10 tanken werden mit „nein“.

„E“, das steht für den Alkohol Ethanol und die „10“ für die zehnprozentige Beimischung. Bis Ende März soll der neue Biokraftstoff flächendeckend eingeführt werden. Aber der neue Treibstoff birgt Risiken: Bereits eine einzige irrtümliche Tankfüllung mit E10 kann zu ernsten, nachhaltigen Schäden führen. „Wichtig ist, dass das Fahrzeug nicht gestartet wird, damit der Kraftstoff nicht in das gesamte System gelangt“, sagt Dirk Kridde, Kfz-Meister der Firma Weser-Team. Im schlimmsten Fall ende das Ganze mit einem Motorschaden – „und das wird teuer“, meint Kridde. 

Wer persönlichen Rat sucht, wird an der Tankstelle nicht fündig. Das Personal hält sich zurück: „Wir geben keine Auskunft. Wir wollen doch nicht schuld sein, wenn der Kunde einen Motorschaden erleidet“, heißt es. Der Kunde steht mal wieder in der Pflicht, sich selbst zu informieren. Detaillierte Informationen finden sich im Internet: ADAC und Deutsche Automobil Treuhand haben Listen veröffentlich, auf denen Autofahrer prüfen können, ob ihr Fahrzeug E10-tauglich ist.

Ist das nicht der Fall, droht der Preis-Hammer. Der ADAC warnt vor versteckten Preiserhöhungen. Die Befürchtung: Um Autofahrer zum Umsteigen auf Super E10 zu bewegen, könnten die Anbieter den Preis für das alte E5-Super erhöhen. Die Hamelner Jet-Filiale verkauft den Biosprit derzeit für 1,48 Euro und damit ganze 6 Cent billiger als das Super Plus. Bundesumweltminister Norbert Röttgen hält der Mineralölwirtschaft vor, dass sie sich bei denjenigen Autofahrern bediene, deren Fahrzeuge kein Super E10 vertragen. Sollten die Anbieter künftig nur noch Super Plus mit 98 Oktan als Bestandsschutzsorte anbieten, dann, so der Minister, „können und müssen sie es billiger machen“.



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