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Gefährliches Gedränge bei Vor-Abi-Party - Polizeieinsatz

veröffentlicht am 08.03.2010 um 21:09 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (ube). Wer drin war, feierte ausgelassen eine Mega-Fete mit DJ Robin Merle, wer draußen vor den Türen stand, hatte Angst, im Gedränge und Geschiebe zerdrückt zu werden. So schildern Augenzeugen, wie sie die von Abiturienten organisierte Vor-Abi-Party vor und in der Rattenfängerhalle erlebt haben. Die Schuld für die Misere schieben sich Veranstalter und Sicherheitsdienst gegenseitig in die Schuhe. Zu allem Überfluss wurde in der Nacht ein Großteil der Eintrittsgelder gestohlen. Ein Dieb hatte einen Schrank aufgebrochen und 17 000 Euro erbeutet. „Es war ’ne tolle Party, die bislang größte ihrer Art“, sagt Mitorganisator Jan Zimmermann (19), Schüler am Vikilu. „Und dann macht uns der Sicherheitsdienst mit seinem Missmanagement fast alles kaputt.“ Mehr als 3000 junge Leute waren am Samstagabend zur Rattenfängerhalle geströmt. Um 21 Uhr standen 600 bis 1000 Schüler zwischen Absperrgittern und warteten frierend auf Einlass. Die Security habe sich nicht an Absprachen gehalten, immer nur drei Gäste auf einmal eingelassen, sagt Zimmermann. „An den sechs Kassen war Leerlauf.“
 „Man fühlte sich in der riesigen Menschenmenge sehr hilflos und wurde gequetscht“, berichtet ein 19-jähriger Besucher – und fügt hinzu: „Auslöser waren die Sicherheitskräfte, die meinten, sie müssten die Jugendlichen mit vereinten Kräften zurückschieben, was schier unmöglich war.“ Unter dem Druck hätten die Metallabsperrzäune nachgegeben und sich verbogen. „Ein Mädchen wurde von den Menschenmassen auf eine spitze Stelle gedrückt. Sie schrie um Hilfe.“
 Mustafer Aydin, Chef von „M.A. Sicherheit“ aus Hannover, sagt, der Veranstalter habe ihn erst 24 Stunden vor der Party über die enorme Anzahl der Gäste informiert. Er sei darauf nicht vorbereitet gewesen, habe ganz schnell Fremdkräfte zusammengetrommelt. „17 Mitarbeiter waren im Einsatz. Ich hätte aber mehr als 30 gebraucht.“ Seine Leute hätten die Eingangstüren anfangs gar nicht öffnen können, weil der Andrang viel zu groß war. „Die Leute klebten förmlich an den Scheiben.“ Aydin räumt ein: „Wir waren nicht mehr Herr der Lage, weil wir unterbesetzt waren.“ Oliver Meinecke vom HMT-Hallenmanagement urteilt über „M.A. Sicherheit“: „Auftreten unmöglich, Gesprächsbereitschaft und Psychologie null.“ Reinhold Klostermann, der in der Nacht den Sanitätsdienst leitete, sagt: „Die Security-Leute haben total versagt.“
 Die zur Hilfe gerufene Polizei machte Lautsprecher-durchsagen, konnte das Gedränge jedoch damit nicht verhindern. Orga-Team und Ordnungshüter entschieden: „Türen auf.“ Etwa 1000 Leute strömten in die Halle.
 Die Veranstalter wollen die Party wiederholen – dann aber mit einem anderen Sicherheitsdienst.



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