weather-image
17°
Spektakulärer Einsatz am Basberg / Sägen lebensgefährlich – Buche hätte Waldarbeiter töten können

Gefährlicher Zwiesel: THW sprengt Baumriesen

Hameln (ube). Er war 30 Meter lang, viele Tonnen schwer und uralt. Sein Umfang betrug stolze 4,34 Meter. Weil der Riese morsch war, musste er weg. Für Wanderer stellte der Baum, der am Basberg in der Nähe des Bismarckturms stand, eine latente Gefahr dar. Für Forstleute wäre es lebensgefährlich gewesen, diese angeschlagene Buche, die in einer Höhe von drei Metern zwei Hauptstämme ausgebildet hatte (Fachleute nennen so einen Baum einen Zwiesel), mit der Kettensäge zu fällen. „Der Stamm war fast durchgefault. Er hätte beim Schneiden mit der Motorsäge brechen, splittern und damit unkontrolliert fallen können“, erklärt Forstamtsleiter Ottmar Heise. Und so wurde die Rotbuche ein Fall für die Experten des Technischen Hilfswerks. Carsten Füssel und Michael Upenek legten ihn mit Sprengstoff um. Doch bis es so weit war, musste viel Vorarbeit geleistet werden: THW-Helfer bohrten 32 je 34 Zentimeter tiefe Löcher in den Stamm. Dann drückten Upenek und Füssel Zünder in die Sprengladungen und schoben die Stangen mit einem Ladestock in die Bohrlöcher. Mit Zünddrähten wurden die einzelnen Schlagpatronen – so nennen Experten die mit Zündern versehenen Sprengstoffstangen – miteinander verbunden und an eine elektrische Zündleitung angeschlossen. THW-Helfer verschlossen die gefüllten Löcher mit nassem Papier.

veröffentlicht am 05.04.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:41 Uhr

270_008_5380387_hm304_0504.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Vier Kilogramm gelatinöser Gesteinssprengstoff vom Typ Eurodyn 2000 wurden eingesetzt, um den Riesen hochzujagen. Mit Sprechfunk ausgestattete THW-Leute und Polizisten besetzten neun Punkte, sperrten unter anderem an der Straße „Am Schöt“ den Gefahrenbereich weiträumig ab. Um 11.10 Uhr gab Michael Upenek mit einem Messinghorn das Signal für die Sprengung. Da hatte sein Kollege Carsten Füssel bereits den Kondensator der Zündmaschine mithilfe einer kleinen Drehkurbel aufgeladen. „Drei, zwei, eins – Sprengung!“ Ein ohrenbetäubender Knall zerriss die Stille des Waldes, die Ladungen trennten den mächtigen Stamm sekundenschnell von seinen dicken Wurzeln – und die Buche fiel, exakt so, wie zuvor berechnet. Auf diesen Moment hatten die Sprengmeister und ihre Helfer fast vier Stunden lang hingearbeitet. Das Stadtforstamt sei dem THW Hameln dankbar dafür, dass es den verfaulten Zwiesel beseitigt hat, sagt Förster Heise. Für seine Waldarbeiter wäre das Risiko, beim Fällen dieser 180 Jahre alten Buche verletzt oder gar getötet zu werden, einfach zu groß gewesen. „Für die THW-Spezialisten war der Baumriese ein Glücksfall: „Wir suchen immer nach geeigneten Objekten, die wir sprengen dürfen“, sagt Füssel. Denn: „Einmal pro Jahr müssen die Sprengberechtigten der Bundesanstalt eine eigenverantwortliche Sprengung durchführen – ansonsten verlieren sie ihre Lizenz“, erklärt THW-Chef Tobias Tasler.

THW-Sprengmeister Michael Upenek rollt die gelbe Zündleitung aus.

Der 30 Meter hohe und 180 Jahre alte Zwiesel konnte nicht mit der Motorsäge gefällt werden. Das THW Hameln sprengte den morschen Baumriesen, der zwei Hauptstämme ausgebildet hatte.

270_008_5380363_hm301_0504.jpg
270_008_5380536_hm303_0504_1_.jpg


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare