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Überqueren des Hammelsteins für Kinder schwierig / Stadt verweist auf nahegelegene Ampel

Gefährlicher Schulweg

Hameln. Wer morgens gegen halb 8 den Hammelstein überqueren möchte, um zur Basbergschule zu kommen, hat schlechte Karten. Besonders schlechte Karten hat er, wenn er nur halb so groß ist wie ein Erwachsener. „Das ist absolut chaotisch hier“, sagt Nicole Räcker, deren zwei Kinder genau diesen Schulweg haben. Am Hammelstein kommt vieles ungünstig zusammen: Die Straße macht eine Biegung, die – vor allem für Kinder – schlecht einsehbar ist. Autos halten sich selten an das 30er-Tempolimit. Und wer darauf hofft, dass die Autos an der Kreuzung zum Adalbert-Stifter-Weg wegen „Rechts vor links“ abbremsen, wird allzu oft enttäuscht. Zwar ist der Weg dort eine Einbahnstraße, aber mit Radfahrern muss man dennoch rechnen. Hinzu kommt der starke Morgen-Verkehr durch die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Auch Räcker hat ihre Kinder häufig hingefahren – paradoxerweise vor allem deshalb, weil sie den Weg für die ersten Schuljahre zu gefährlich fand.

veröffentlicht am 17.12.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 11:21 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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„Bislang ist nichts passiert“, sagt sie, „aber wahrscheinlich muss erst was passieren, damit etwas gemacht wird.“ Sie sagt, man bräuchte hier eine Hilfe für die Schüler, die die Straße überqueren wollen – „einen Zebrastreifen zum Beispiel“. Doch als der Schulelternrat genau das bereits 2007 der Stadt vorschlug, wurde abgewunken. Die Stadt sieht das Problem – schließlich sei die Querung im Kreuzungsbereich „ungünstig und auch nicht ungefährlich“, so Stadtsprecher Thomas Wahmes. Doch sie sieht aber auch gleich die Lösung um die Ecke: Gemeint ist die Ampel unten an der Basbergstraße, laut Stadt rund 150 Meter entfernt. „Man sollte den Kindern vermitteln, dass sie die Straße dort queren, wo es am sichersten ist, und nicht, wo es am schnellsten geht“, sagt Wahmes. Räckers Reaktion auf den Vorschlag ist deutlich: „Eine Frechheit“, findet sie. Alle Kinder den Hammelstein runter und wieder hinauf – wie wahrscheinlich das ist, könne sich jeder, der Kinder kenne, ausmalen. „Das ist unrealistisch“, sagt auch Hariet Oetke-Böhm, Leiterin der Basberg-Schule. Dabei würde sie sich freuen, wenn mehr Schüler zu Fuß zur Schule gingen. „Wir wollen ja, dass sie frische Luft schnappen.“ Das Verkehrsproblem, so Oetke-Böhm werde immer größer. Denn die Schule wachse. 270 Schüler sind es derzeit, gerade habe sie die vierte 1. Klasse aufgemacht.

Dass die Stadt hier keinen Zebrastreifen aufmalen möchte, liegt laut Wahmes nicht an den Kosten. „Wir können nicht in so kurzen Abständen Übergänge schaffen“, sagt er. Zudem bezweifle er, dass ein Zebrastreifen die Situation wirklich entschärfen würde. Möglicherweise entstünde dadurch nur eine „trügerische Sicherheit“ für die Kinder. Um die Situation zu entschärfen, habe man damals aus der Vorfahrtstraße Hammelstein eine Rechts-vor-links- Regelung gemacht, sodass die Autofahrer eigentlich bei der Abzweigung zur Schule abbremsen müssten. Eigentlich. Denn richtig verinnerlicht scheint diese Regel noch nicht zu sein, schaut man sich die Situation vor Ort an. Möglicherweise verlassen sich auch viele Autofahrer darauf, dass wegen der Einbahnstraße ohnehin niemand aus der Straße kommt, doch für Fahrräder ist sie auch in die andere Richtung freigegeben.

Dass die Autofahrer häufig rücksichtslos fahren, hat Oekte-Böhm am eigenen Leib erfahren: Als sie einmal einen Ausflug mit ihren Schülern in den Wald machen wollte, stellte sie sich auf die Straße, um die Autos zu stoppen. „Ich hatte sogar eine Kelle dabei.“ Doch eine Frau habe sie um ein Haar umgefahren – „die hat mich gar nicht wahrgenommen“.



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