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Ideenbörse zum Thema Unesco-Kulturerbe

Geburtstagsfest für die Sage?

Hameln. Es wurde zum großen Auftritt für den Rattenfänger. Nicht überraschend eigentlich, schließlich ging es auf Eiladung der Stadt gestern Abend bei der „Ideenbörse“ im ersten Stock des Weserberglandzentrums um genau ihn – den Rattenfänger. Konkreter um „Gelebte Ausdrucksformen der Rattenfängersage“ mit Blick auf eine Bewerbung als Immaterielles Unesco-Kulturerbe. Doch es war nicht die schwer greifbare Sagenfigur, sondern ganz konkret Hamelns Rattenfänger-Darsteller schlechthin, der die anderen Teilnehmer überraschte: Michael Boyer.

veröffentlicht am 26.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:41 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Als das Gespräch auf die Verbreitung der Sage, ihre Bearbeitungen von Goethe bis Grass kam, ergriff Boyer das Wort: „Das Tor wird nicht von Goethe geschossen, sondern von den Hamelensern!“ Er ließ – um den Konferenztisch wandernd – eine kurze flammende Rede zur Bedeutung des Pfeifers für Hameln folgen.

Dabei hatte Boyer mit dem „Tore schießen“ durchaus recht, wie auch aus dem vorausgegangenen Vortrag von Kulturwissenschaftlerin Sarah Hartung hervorging, die das Projekt „Immaterielles Kulturerbe“ seit Kurzem bei der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) betreut. Die Sage muss als „kulturelle Ausdrucksform“ gelebt werden – von Hamelnern also – um den Unesco-Stempel zu bekommen. Von diesem verspricht sich die Stadt dann vor allem einen Tourismus-Schub.

Bei der gestrigen Ideenbörse sollten Vertreter von Kultureinrichtungen, Vereinen und Stadt ihre Vorschläge und Ideen beitragen. 21 Teilnehmer waren es am Ende – vom neuen Museumschef Stefan Daberkow, über Ex-Oberbürgermeisterin Christa Bruns bis zu Horst Tönebön vom Verein für Grenzbeziehung und Heimatpflege. „Freilichtspiele“, „Brotratten“, „Musikkompositionen“ oder „Karikaturen“ landeten als Stichworte an der Zettelwand.

Einen neuen Aspekt lieferte ebenfalls Boyer: Den Jahrestag der Sage, den (heutigen) 26. Juni, von dem in der Inschrift am Rattenfängerhaus die Rede ist, begeht Hameln in der Regel überhaupt nicht. Daran könnte sich doch etwas ändern, meinte mancher in der Runde. Ein „regelmäßiges Event“ wurde angeregt. Was aus den Ideen und Stichworten wird, bleibt abzuwarten. Fest stehen indes schon zwei Termine: Die nächste Runde soll deutlich größer sein: Am Dienstag, 13. August, werden alle interessierten Hamelner ins Weserberglandzentrum eingeladen. Bis zum 30. November dann soll die Kulturerbe-Bewerbung zunächst an das Land Niedersachsen gehen.

Deutlich wurde gestern jedoch auch: Viele Fragen scheinen noch nicht abschließend geklärt. Zum Beispiel, die, wer die Bewerbung am Ende abschickt. Die Stadt oder doch ein Verein? Und könnte der Unesco-Zuschlag Auflagen wie bei den als Weltkulturerbe anerkannten Bauwerken nach sich ziehen? „Die einzige Auflage wäre, dass wir das Immaterielle Kulturerbe erhalten“, sagte nach der Veranstaltung HMT-Chef Harald Wanger. Veränderung im Detail seien erlaubt.

Der Rattenfängerbrunnen am Rathaus. Bekommt die Sage von der Unesco das Siegel „Immaterielles Kulturerbe“? Wal



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