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Frost und Frust liegen teils eng beieinander / Gasverbrauch binnen Tagen um 55 Prozent gestiegen

Ganz schön eisig – Hameln erlebt den Winter

Hameln (mafi/bha/fh). Klirrender Frost und scharfer Ostwind – der Winter hat aufgedreht. Und die Hamelner tun es auch: nämlich ihre Heizkörperventile. Innerhalb einer Woche ist der Gasverbrauch um 55 Prozent gestiegen, berichtet Stadtwerke-Sprecherin Natalie Schäfer. Am Montag vor einer Woche habe die Tagesdurchschnittstemperatur in Hameln bei 3,6 Grad Celsius gelegen, Anfang dieser Woche seien es -5,5 Grad gewesen. Mit täglich drei Millionen Kilowattstunden Gas verhindern die Stadtwerke-Kunden derzeit, dass die Kälte in die Wohnungen zieht.

veröffentlicht am 01.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 02:21 Uhr

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Doch wie sieht es draußen aus? Dick einpacken, bis vom Gesicht nicht mehr viel zu sehen ist, dann geht das schon mit den Minusgraden … Aber was machen die Männer und Frauen, die auf der Straße leben, „Platte machen“, Berber sind? Ihre Anlaufstelle ist das Senior-Schläger-Haus an der Mühlenstraße. Den Durchreisenden kommt nun das durchgehende Angebot zugute: Um 8 Uhr am Morgen schließt zwar die Übernachtungsstelle mit ihren acht Plätzen. Doch in die Kälte muss dann keiner, weil es von 8 bis 9 Uhr Frühstück gibt, bevor der Tagestreff öffnet. „Die Leute bleiben länger“, sagt Jörg Fischer von der Beratungsstelle im Haus. Für die, die partout die kalte Freiheit bevorzugen, bietet das Senior-Schläger- Haus Isomatten und Schlafsäcke an.

Vor Probleme anderer Art sehen sich manche Autofahrer gestellt. Vor der Fahrt zur Arbeit steht jetzt nicht selten das Warten auf den Kfz-Mechaniker. „Siebenmal waren wir heute schon wegen streikender Batterien unterwegs“, zieht Dirk Kridde, einer der Geschäftsführer vom Team Weser, am Dienstagnachmittag Zwischenbilanz. Minusgrade geben mancher schlappen Batterie den Rest. Eingefrorene Kühler seien hingegen seltener geworden, sagt der Kfz-Meister: „Wahrscheinlich sind die Frostschutz-Materialien besser geworden.“ Selbst wenn der Wagen eigentlich fahrtüchtig ist, kann der Winter seine Tücken haben: Zum Beispiel, wenn die Tür gar nicht erst aufgeht. Wer eingefrorenen Schlössern mit Enteisern zu Leibe rückt, sollte darauf achten, dass diese das Schloss zugleich fetten – oder im zweiten Arbeitsgang nachfetten, sonst drohen langfristig Probleme, warnt Kridde. Damit nicht die eingefrorene Türdichtung am Einsteigen hindert, empfiehlt der Experte Silikonspray. Hirschtalg funktioniere zwar auch, „sieht aber oft unansehnlich aus“. Zu Beginn der Fahrt sollte – so gilt es für die meisten Autos – das Gebläse besser ausbleiben. „Der Motor muss erst einmal Abwärme aufbauen.“ Ein aufgedrehtes Gebläse würde den Motor sogar kühlen.

Angesichts der Minus-Temperaturen empfehlen die Stadtwerke, in ungeheizten Räumen freiliegende Wasserleitungen und -armaturen mit Isoliermaterial zu schützen. „Ungenutzte Leitungen im Garten oder in der Garage sollten rechtzeitig entleert und stillgelegt werden; die Außenhähne müssen dabei ständig geöffnet bleiben“, rät Schäfer. Bei Frostschäden an einem Wasserzähler müssen die Stadtwerke (Tel. 7880) informiert werden – die Kosten habe der Hauseigentümer zu tragen; gestern lag aber noch keine Schadensmeldung vor. Holger Brockmann, stellvertretender Obermeister der Hamelner Sanitär- und Heizungsinnung, bestätigt: „Schäden treten meist erst ab -15 Grad auf – dann aber steht bei uns das Telefon nicht mehr still.“ Gerade wenn ein scharfer Wind die Kälte durch die Ritzen etwa bei Fachwerkhäusern oder Scheunen drücke, seien ungedämmte Wasserleitungen oft innerhalb von 30 Minuten eingefroren oder gar gerissen. Das Ausmaß der Frostschäden sei vielfach erst zu erkennen, wenn es wieder taut.

2 Bilder

Keine Probleme mit der Kälte hat der Einzelhandel – ganz im Gegenteil. Zum offiziellen Start des Winterschlussverkaufs in dieser Woche kommt der Temperatursturz wie bestellt: Zum Jahresanfang habe nach dem lauen Dezember noch viel Winterkleidung in den Lagern gelegen, schildert Holger Wellner, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes. Dank kräftiger Rabatte seien in den vergangenen Wochen die Geschäfte gut gelaufen. „Das Wetter ist jetzt noch einmal wie ein Turbo, der zugeschaltet wird“, sagt Wellner.

Winteridyll mitten in der Stadt: Die Hamel ist

zugefroren.

Fotos: Wal

Links: Straßenmusik bei Eiseskälte ist für den Künstler kein Vergnügen. Rechts: Kfz-Mechaniker Rainer Marx muss derzeit manchen Frostschaden beheben.



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