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Azubis der Jugendanstalt bauen Pumpe

Ganz geheim zur Weltneuheit

Hameln (red). „Die Auszubildenden der Lehrwerkstatt der Jugendanstalt Hameln haben gute Arbeit geleistet“, sagt Dr. Hans-Georg Jacob zufrieden. Jacob ist Geschäftsführer bei TransTech Engineering in Hannover. Die jungen Inhaftierten haben für das Ingenieurbüro aus Hannover eine Schmiermittelpumpe gebaut, die jetzt während der Messe „Husum Wind“ präsentiert wurde und das Interesse der Windanlagenbauer auf sich zog. Der Clou der rein mechanisch arbeitenden Anlage: Es wird keine Fremdenergie mehr zugeführt, um das Fett an die Zahnräder zu bringen. Die Pumpe kommt praktisch ohne Strom aus.

veröffentlicht am 06.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 20:41 Uhr

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Angefangen hatte alles vor 14 Monaten. Das Unternehmen aus der niedersächsischen Landeshauptstadt bekam den Auftrag von der ZS Schmieranlagen Vertriebs GmbH, ein Pumpensystem zu entwickeln und zu bauen, das ohne Fremdenergiezufuhr auskommt. Eine Herausforderung, der sich das Team um Jacob, der auch Dozent an der Leibniz Universität und Fachhochschule Hannover ist, stellte.

Drei Lösungsvorschläge wollte der Auftraggeber, der aus Mühlheim an der Ruhr kommt, sehen und testen. Erst dann wollte das Team gemeinsam entscheiden, welches System dem Fachpublikum präsentiert werden sollte. Ingenieure und Techniker der Ideenschmiede legten sich ins Zeug. „Schon nach kurzer Zeit hatten die Mitarbeiter die ersten Vorschläge auf dem Rechner konstruiert“, erinnert sich Jacob. „Jetzt galt es nur noch, ein Unternehmen zu finden, das die drei Möglichkeiten realisieren konnte, ohne großes Aufsehen zu erregen.“

Reinhard Stumpe, ein waschechter Tünderaner und bei TransTech Engineering für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich, hatte die Idee. „Wenn schon geheim, dann auch richtig“, sagte er. So war die Idee der Zusammenarbeit mit der Jugendanstalt Hameln geboren.

Nach zwei Telefonaten mit Dirk Trosien, dem Leiter des Technologiezentrums in der Jugendanstalt, waren sich beide einig. 150 Stunden drehten, frästen und bohrten fünf Auszubildende der Jugendanstalt an den Lösungsvorschlägen. Sie änderten Teile, verwarfen Ideen. Die Auszubildenden waren gefordert.

„Es war für uns alle eine neue Herausforderung, einfach spannend, an einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten“, sagt Trosien. „Mitzuerleben, wie viel Änderungen vorgenommen werden müssen, bis ein Projekt zur Serienreife gelangt – für uns absolutes Neuland“, meint der Ausbildungsleiter. „Auch wenn es einige Hürden zu überspringen gab und hin und wieder Rückschläge zu verzeichnen waren, unsere jungen Leute haben sie gemeinsam mit den Technikern und Ingenieuren gemeistert. Das hat alle nach vorn gebracht“, sagt Trosien erfreut.

Demnächst sollen die ersten drei Pumpen in Nordrhein-Westfalen oder in Rheinland-Pfalz in Windkraftanlagen eingebaut werden.

TransTech Engineering und ZS arbeiten nach eigenen Angaben bereits an weiteren Neuentwicklungen für die Schmiermittelindustrie. „Unser Team wird, wenn es passen sollte, wieder auf das dynamische Team aus der Jugendanstalt zurückgreifen“, verspricht Dr. Jacob.

Dirk Trosien (Mitte) und Wolfgang Kraske, Fachbereichsleiter berufliche Bildung (rechts), schauen sich mit einem Lehrling die Pumpe an. Nach Angaben ihrer Hersteller ist sie eine Weltneuheit.



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