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Mehr als eine Geschmacksfrage: Zwischen beiden Weihnachtsessen liegen nicht nur mehrere Kilo

Gans oder Ente – welches Federvieh fürs Fest?

Gans oder Ente – das ist zu Weihnachten nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Tradition. Und hängt nicht zuletzt von der Anzahl der Familienmitglieder, Freunde und Verwandten ab, die sich zum Festessen gemeinsam an die Tafel setzen. „Eine Gans wiegt durchschnittlich vier bis fünf Kilo, eine Ente zwei bis drei“, sagt Roland Vogel von Schmitz Frischgeflügel Udo Hanf aus Hille-Hartum, der so kurz vor Weihnachten auf dem Wochenmarkt von Kunden regelrecht umlagert wird. Geflügel gibt’s hier in allen Variationen. Noch eine Nummer größer als die Gans ist die Pute. Aber die meisten, die anstehen, haben längst ihre Entscheidung gefällt: „Gans“, „Nein, Ente“. Egal? Von wegen! „Enten schmecken besser“, argumentiert der eine, während ein anderer darauf beharrt: „Die Gans gehört zum Fest!“ Und wenn man drei Tage lang an dem Vogel knabbert.

veröffentlicht am 22.12.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 10:41 Uhr

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Federvieh zum Fest hat Tradition. Nicht nur in Deutschland. Auch in Großbritannien war die Gans lange Zeit die Nummer 1. Mittlerweile aber ist auf der Insel das klassische Weihnachtsessen der Truthahn, der auch in den USA gern zum Fest auf den Tisch kommt. Früher war Karpfen zu Heiligabend üblich. Einer Legende nach haben einflussreiche Adlige, denen der Fisch nicht mundete, irgendwann bestimmt, dass dieser durch schmackhaftere Enten oder Gänse ersetzt wurde: „Das sind Wasservögel, also quasi Fische“, sollen die blaublütigen Feinschmecker entschieden haben.

Dass die Gans zum Dauerbrenner in Deutschland wurde, hat vermutlich etwas mit der katholischen Martinsgans zu tun: Die wurde vor Beginn des Adventsfastens am 11. November gegessen. Die Fastenzeit endete an Heiligabend – und dann kam wieder eine Gans auf den Tisch. Weihnachten ohne Gans ist seither für Traditionalisten nicht so richtig vorstellbar. „Dabei sind Enten nicht so fett wie Gänse“, sagt Roland Vogel. Vielleicht ist es auf das wachsende Gesundheitsbewusstsein zurückzuführen, dass die Ente zum Fest aufgeholt hat. Sie steht der Gans geschmacklich in nichts nach und ist ein ebenso edler Winterschmaus. Die beste Zeit für einen Entenbraten sind die Monate September bis Januar. Eine besonders fettarme Variante ist die Flugente, deren hoher Brustfleischanteil sich perfekt für einen krossen Braten eignet.

Natürlich gibt es jede Menge wunderbarer Rezepte für Gans und Ente. Meistens wird die Weihnachtsgans mit Zwiebeln, Äpfeln, Dörrpflaumen oder auch Maronen gefüllt und mit Majoran oder Beifuß gewürzt. Dazu gibt’s Rotkohl, Klöße oder Salzkartoffeln. Ente lässt sich ebenso zubereiten. Wer etwas Neues ausprobieren möchte, sollte den Festtagsbraten einmal auf skandinavische Art zubereiten. Mit einer Trüffelmasse gefüllt und mit Zimt gewürzt, verströmt die dänische Weihnachtsente einen unwiderstehlichen Duft. Für das Rezept braucht man 1 Flugente (2,5 kg), 200 g Enten- oder Gänseleber, 250 g Schweinefleisch, 1 Ei, 1 kleinen Trüffel, 2 EL Semmelbrösel, Zimt, Salz und Pfeffer. Nach dem Waschen der Ente diese innen und außen gut abtrocknen und mit Salz und Pfeffer einreiben. Leber und Schweinefleisch klein schneiden und durch den Fleischwolf drehen. Trüffel fein würfeln und unter die Fleischmasse rühren. Ei, Semmelbrösel, Salz und Pfeffer und eine Prise Zimt dazugeben. Die Masse in die Ente füllen, diese gut verschließen – am besten zunähen – und im vorgeheizten Backofen bei 225° Celsius mit der Brust nach unten auf den Rost setzen. 30 Minuten braten. Danach eine mit etwas Wasser gefüllte Saftpfanne unter die Ente setzen und weitere 40 Minuten braten. Zwischendurch die Ente immer wieder mit einer Nadel anstechen, damit das Fett ablaufen kann, und mit Salzwasser bepinseln, damit sie schön knusprig wird. Die Füllung wird nach dem Tranchieren separat serviert. Die Dänen essen zu ihrer Weihnachtsente gern kleine Pellkartoffeln, die in Butter und Zucker knusprig gebraten werden, und Rotkohl. Und genehmigen sich danach einen „Jubi“, einen eiskalten Jubiläums-Aquavit.

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Der Wochenmarkt findet wegen der Festtage schon am Freitag statt. Das gilt auch für Silvester.

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr

Ob Gans oder Ente zu Weihnachten auf den Tisch kommt, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern für viele Hamelner auch eng mit Traditionen behaftet. Für beide Vögel gibt es gute Gründe. Und jede Menge leckerer Rezepte. Wie wär’s zum Beispiel mit einer dänischen Weihnachtsente? Roland

Vogel von Schmitz Frischgeflügel bietet auf dem Wochenmarkt Federvieh in vielen Variationen an. Gefragt aber sind auch bei ihm vor allem Gans und Ente.

Foto: Wal



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