weather-image

Einschreibungsfeier des Handwerks

Gänsehaut beim Zug durch die Stadt

HAMELN. Es ist bereits guter Brauch, dass die Auszubildenden der Handwerker-Innungen des Kreises Hameln-Pyrmont mit einem Marsch durch die Hamelner Innenstadt zu ihrer Einschreibungsfeier ziehen. Es war in diesem Jahr das 13. Mal, dass sich die Innungen zu dieser Feierstunde versammelten.

veröffentlicht am 30.09.2018 um 13:14 Uhr

Zwei Auszubildende der Dachdecker führten mit dem Handwerkstransparent den Zug der Innungen durch die Stadt an. Foto: wft
wft 4

Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zuvor habe es das nur bei der Bäckerinnung gegeben, berichtete Karl-Friedrich Schaper, der stellvertretende Kreishandwerksmeister, am Rande der Veranstaltung. „Wir haben damals gefragt, ob wir uns diesem Brauch anschließen können und seitdem machen die Innungen das gemeinsam.“

Mehr als 200 Auszubildende hatten sich dazu gemeinsam mit ihren Innungsmeistern, Ausbildern, Verwandten und Freunden am Europaplatz vor der Rattenfänger-Halle versammelt, um durch die Bäckerstraße zur Marktkirche zu ziehen, wo Superintendent Philipp Meyer zu einem Gottesdienst geladen hatte, dem sich die Einschreibungsfeier mit Grußworten von Oberbürgermeister Claudio Griese und Karl-Wilhelm Steinmann, dem Präsidenten der Handwerkskammer Niedersachsens, anschloss.

Was aber hat die Einschreibungsfeier zu bedeuten? „Es ist die feierliche Einschreibung der Auszubildenden in die Handwerksrolle“, erläuterte Schaper die alte Tradition. „Früher wurde das noch ganz händisch gemacht, heute geht das elektronisch und wird von der Handwerkskammer vorgenommen. Grundsätzlich bedeutet es, dass die insgesamt 227 jungen Auszubildenden mit diesem Schritt in die Handwerksfamilie aufgenommen sind.“

„Fürchtet euch nur nicht, sondern stärkt eure Hände.“ Passender hätte die von Superintendent Meyer als eine Art Überschrift ausgewählte Tageslosung der Herrnhuter Gemeinde des Propheten Sacharja für die angehenden Handwerker nicht sein können. Denn es ist die Stärke ihrer Hände, die ein wichtiges Rückgrat der Gesellschaft bilde, wie Griese in seinem Grußwort betonte. „Das Handwerk ist eine Stütze der Gesellschaft. Ohne das Handwerk könnten wir nicht existieren“, hob er die Bedeutung dieses Berufszweiges mit seinen vielen Gewerben hervor.

Steinmann sprach in seinem Grußwort von einem „Gänsehautfeeling“, das ihn jedes Mal ergreife, wenn der Zug der Auszubildenden durch die Bäckerstraße komme und rund um Hochzeitshaus und Marktkirche marschiere. Es sei ein großartiges Gefühl, den Anfang des Zuges vor der Hochzeitshausterrasse zu sehen und gleichzeitig sein Ende durch den Lütjen Markt zu erblicken. „Sie sollen stolz darauf sein, jetzt in die Handwerkerfamilie eintreten zu können“, forderte er die Auszubildenden auf. „Das Handwerk investiert in Menschen, weil wir überzeugt sind, dass Menschen das Wesentliche im Handwerk sind.“ Jeder finde seinen Platz im Handwerk, blickte Steinmann auf seine langjährige Erfahrung zurück. „Das ist etwas ganz Besonderes.“ Er habe schon viele Auszubildende erlebt, die von der Hauptschule gekommen seien und dann auch ihren Meister gemacht hätten. „Und das ist heute gleichbedeutend mit dem Masterabschluss an einer Universität“, hob er die Chancen hervor, die das Handwerk jedem Einzelnen biete. „Und“, betonte er, „wir lernen hier immer auf der Höhe der Zeit. Das, was gerade in der Zeit vom Handwerk benötigt wird, das wird in unserer Ausbildung gelehrt.“ Das Handwerk werde auch in Zukunft modern sein und eine gute Ausbildung großen Wert haben. Darum werde Deutschland in anderen Ländern beneidet. „Wir brauchen Sie als diejenigen, die anpacken“, betonte Steinmann, bevor die einzelnen Innungen vortraten und jeweils einer der Auszubildenden den traditionellen Schluck aus dem Innungskrug nahm, um so den Beitritt zur Handwerkerfamilie symbolisch zu zelebrieren.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt