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Der Krebspreis der internistischen Onkologen in Niedersachsen geht an eine Hamelner Selbsthilfegruppe

„Gänseblümchen“ gibt Einblicke ins Leben von Kranken

Hameln. Es klingt überraschend, doch Rita Bartholomes kann ihrer Brustkrebserkrankung auch positive Seiten abgewinnen. „Schöner ist mein Leben geworden“, schreibt sie in ihrem Gedicht „Gedanken“. „Ich kann jetzt mit meinem Körper umgehen und höre auf seine leisen Signale.“ Vieles, was vorher ihr Leben ausmachte, sei jetzt nicht mehr wichtig, sagt die im Jahr 2000 erkrankte Hamelnerin. Dafür gebe es neue Aufgaben und neue Freunde – beispielsweise in der Selbsthilfegruppe „Hilfe bei Krebs“, mit der sie Ende 2008 das Buch „Gänseblümchen“ herausgebracht hat.

veröffentlicht am 20.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

Nicola Zellmer
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Jetzt ist das Projekt mit dem Krebspreis der niedergelassenen internistischen Onkologen in Niedersachen (NIO) ausgezeichnet worden. Heute wird der mit 10 000 Euro dotierte Preis beim „NIO-Hannover-Meeting State of the Art“ verliehen. „Dass wir mit dem Krebspreis ausgezeichnet wurden, ist für uns ein Highlight“, sagt Rita Bartholomes für ihre rund 30 Mitstreiter der Hamelner Selbsthilfegruppe.

Mit dem Preisgeld unterstützt der Onkologen-Verband seit 2006 besonderes Engagement für Krebspatienten und deren Angehörige. „Die Erkrankung umfasst nicht nur die medizinische, sondern auch die psychosoziale Seite“, betont die NIO-Vorstandsvorsitzende Barbara Tschechne. „Wir zeichnen bewusst Projekte aus, die diese Seite berücksichtigen. Denn im Gesundheitssystem gibt es nur wenige Punkte, wo Betroffene und Angehörige dazu Hilfe erhalten.“ Auch für Rita Bartholomes, Margret Topp-Meyer und Anne Schwarz war und ist „Hilfe bei Krebs“ eine wichtige Anlaufstelle. Weil sich herausstellte, dass jeder seine eigene Methode hat, mit dem Krebs umzugehen – Gedichte oder Geschichten schreiben, Malen, Handarbeiten oder Kochen – entstand die Idee, diese Vielfalt zusammen mit den Geschichten der Beteiligten in einem Buch darzustellen. Das in erster Auflage 400-mal gedruckte „Gänseblümchen“ enthält bewegende Einblicke in das Leben mit Krebs, die zum Nachdenken anregen, aber auch Mut machen.

Da die erste Auflage zum Preis von 16,80 Euro fast vergriffen ist, möchte die Gruppe mit dem Preisgeld eine zweite Auflage finanzieren. „Wir würden den Buchpreis gerne auf 9,80 Euro reduzieren, da akut kranke Patienten oft nicht so viel Geld aufbringen können“, sagt Margret Topp- Meyer. „Wir möchten, dass das Buch in allen onkologischen Praxen ausliegt“, fügt Anne Schwarz hinzu.

Anne Schwarz (v. li.), Rita Bartholomes und Margret Topp-Meyer freuen sich auf den Preis, den sie für ihr Projekt überreicht bekommen.

Foto: Wilde



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