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Stadt plant mehr Personal ein

Futter für die Waldmäuse

HAMELN. Was wurde gestritten, wie waren sich die Parteien uneins – jetzt aber haben sie sich offenbar geeinigt: Das Mittagessen für die Kinder der Waldgruppe auf dem Klüt soll gesichert werden, indem die vorhandenen Mitarbeiter personelle Verstärkung bekommen. 

veröffentlicht am 29.01.2017 um 14:27 Uhr

Auch künftig gibt es für die Kinder des Waldkindergartens ein Mittagessen. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Die Stadtverwaltung schlägt dafür vor, einen pädagogischen Mitarbeiter von der Beschäftigungsgesellschaft Impuls zum nächstmöglichen Zeitpunkt einzustellen. Zunächst soll der Vertrag laut Verwaltung bis zum 31. Juli des Jahres befristet sein. 15 Wochenstunden sind vorgesehen, um vor allem die Mittagsverpflegung der Kinder sicherzustellen. Die Kosten betrügen 12 000 Euro pro Jahr, wenn der Rat dem zustimmt. 

Der Lösung war ein Streit zwischen Eltern und Stadt vorausgegangen, der sich im vergangenen Sommer entfachte. Das Mittagessen für die Kinder, das bis dato von einem Caterer gebracht worden war, war von der Stadt gestrichen worden. Stattdessen sollten die Eltern ihren Kindern etwas zu essen mitgeben – was für erheblichen Protest sorgte. Der Wechsel im Ablauf war mit der Überlastung der Erzieherinnen begründet worden. Dass allein die Organisation rund um das Mittagessen zur Überlastung führe, sei von den Eltern allerdings infrage gestellt worden, schildert die zuständige Abteilung. Tatsächlich sieht auch die Stadtverwaltung weiteren Handlungsbedarf für die Waldgruppe, der über das Mittagessen hinausgeht. 

„Gemäß dem Kindertagesstättengesetz werden in einem regulären Waldkindergarten mit Bauwagen nur 15 Kinder von zwei Erziehern/innen betreut“, heißt es zur Erläuterung. Weil auf dem Klüt jedoch nicht nur ein Bauwagen, sondern ein festes Haus vorhanden ist, haben die „Waldmäuse“ eine Betriebserlaubnis als Regeleinrichtung. Somit können dort bis zu 25 Kinder von zwei Erziehern betreut werden. Derzeit seien es 22. Stadträtin Michaela Kurth-Harms macht im Gespräch deutlich, dass es einen Unterschied macht, ob 25 Kinder in einem Kindergarten mit eingezäunten Grundstück betreut werden oder aber in einem Wald.

Gedacht war der Waldableger der Kita „Altstadtmäuse“ einst als Einrichtung, in der die Kinder vier Stunden pro Tag betreut werden, halbtags also. Doch die meisten Eltern, 75 Prozent, machen laut Verwaltung von den Sonderöffnungszeiten Gebrauch, so dass die Waldmäuse einer „Dreiviertelgruppe“ entsprechen. Die Hälfte der Kinder nehme an der Mittagsverpflegung teil – ein Angebot, das im originären Halbtagskonzept gar nicht vorgesehen ist und für Waldkindergärten unüblich sei. Alle Umstände zusammen führen laut Kurth-Harms und Ulrike Cott, zuständig für Kitas, dazu, dass die Mitarbeiter auf dem Hamelner Hausberg „an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen“. Die Verwaltung sieht daher die Notwendigkeit, das gesamte Konzept der Gruppe auf dem Klüt hinsichtlich Sonderöffnungszeiten, Verpflegung und Gebührenregelung auf den Prüfstand zu heben. Das beinhalte auch die Überlegung, aus der eigentlichen Halbtageseinrichtung auf dem Klüt eine Dreiviertel-Einrichtung zu machen.

Vor allem die Sonderöffnungszeiten der Kitas im gesamten Stadtgebiet will sich die Verwaltung genauer ansehen – auf Anraten der Kölner Managementberatung BSL, die Hamelns Verwaltung samt Prozessen monatelang unter die Lupe genommen hatte. Ohne konkrete Vorgaben. Denkbar sei laut Kurth-Harms, die Sonderöffnungszeiten mehrerer benachbarter Kitas dann an einer Kita anzubieten, um wirtschaftlicher zu arbeiten. Wann jedoch ihr Bereich ein Konzept dafür vorlegen kann, ist völlig offen. Personalnot mache nach Kurth-Harms’ Schilderungen jegliche Aussage diesbezüglich unseriös.



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