weather-image
13°

Im Frühjahr beginnt die Tönebön-Stiftung mit dem Bau des Projekts auf früherem Luttmann-Gelände

Fürs Dementenheim: Die alten Hallen fallen

Hameln (CK). Die Julius-Tönebön-Stiftung macht ernst: Zwar soll mit dem Bau eines Pflegeheims für Demenzkranke auf dem ehemaligen Gelände des Betonwerks Luttmann erst im April/Mai begonnen werden, doch auf der alten Industriebrache in unmittelbarer Nähe zu Töneböns Teichen, der Ohsener Straße und dem Reiterverein sowie dem Zeltlager Tönebön-Camp tut sich was – die alten Hallen werden abgerissen, um Platz zu schaffen für das Gebäude, in dem später einmal 51 Demente liebevoll betreut werden sollen.

veröffentlicht am 15.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 00:41 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Herbert Schneider, bisheriger Stiftungsvorstand und Projektleiter für den Neubau, gerät regelrecht ins Schwärmen. „Jetzt kommt diese hässliche Hinterlassenschaft weg. Und wir als Stiftung schlagen quasi zwei Fliegen mit einer Klappe.“ Denn das Stammhaus an der Fischbecker Straße, dem noch 1986 ein Anbau hinzugefügt worden war, platzt längst aus allen Nähten. Was aber noch schwerwiegender ist: Die dort untergebrachten, auf mehrere Stockwerke verteilten Demenzkranken haben nach Schneiders Worten keine Möglichkeit, sich selbstständig in einem geschützten Raum, beispielsweise einem „Garten der Sinne“, zu bewegen.

Schon deshalb hatte die Stiftung beschlossen: „Etwas Neues muss her.“ Ganz im Sinne ihres Gründers übrigens, des kinderlosen Ziegeleibesitzers Julius Tönebön, der ein Vermögen hinterließ, das nach seinem letzten Willen vor allem den Alten in der Stadt zugutekommen sollte. Zunächst waren Teile der Politik skeptisch, als die Pläne bekannt wurden, fürchten sie doch eine Ausgrenzung der Senioren, die später dort leben sollen. Inzwischen aber hat das Konzept auch den letzten Zweifler überzeugt, so dass der Bauausschuss schon vor einem Jahr grünes Licht für einen Neubau gegeben hatte.

„Es ist sinnvoll für die Stiftung, sich zu spezialisieren, aber auch sinnvoll, demente Senioren außerhalb der Fischbecker Straße unterzubringen“, glaubt Schneider. Dort, in der Nähe der gleichnamigen Teiche, sei auf einem 15 000 Quadratmeter großen Grundstück eine naturnahe Betreuung möglich – wichtig für Menschen, die zum Teil in ihrer ureigenen Gedankenwelt leben, aber für Sinnesreize wie Blumenduft oder Vogelgezwitscher durchaus noch empfänglich sind. Dass es für besuchende Angehörige vor den Toren der Stadt auch hinreichend Parkplätze gibt, ist da noch ein nettes Bonbon obendrauf.

Insgesamt 6,5 Millionen Euro lässt sich die Stiftung das neue Dementenheim kosten; das Grundstück gehört ihr ohnehin. Das Gebäude selbst wird durch einen Kiosk, eine Caféteria und eine Werkstatt für einfachste Tätigkeiten komplettiert. „Das schafft Ablenkung“, so schon vor einem Jahr die Begründung von Dieter Joschko, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung. Das inhaltliche Konzept wird sich nach Schneiders Aussage übrigens an ein holländisches Modell anlehnen; in unserem Nachbarland ist nämlich der Umgang mit Dementen bereits selbstverständlicher und vielfach unbefangener.

Eine weitere gute Nachricht, nicht zuletzt auch aus Sicht der Stadt: Hier entstehen mindestens 30 neue Vollzeitstellen. Und wenn Schneiders Planungen nicht noch durch Warten auf Handwerker oder einen erneuten Wintereinbruch durchkreuzt werden, könnten schon zehn Monate nach Baubeginn die ersten Bewohner einziehen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt