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Teilnehmer der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ mit Preisen belohnt / Projekt läuft seit 2004

Für Staus haben sie nur ein müdes Lächeln

Hameln (git). Sie produzieren wenig Abgase, machen keinen Lärm und schöpfen so gut wie keine Ressourcen leer – eigentlich könnten Radfahrer wie Niklas Pettig die perfekten Verkehrsteilnehmer sein. Für die zeitraubenden Autowarteschlangen, die im täglichen Alltagsverkehr zur Rushhour an der Tagesordnung sind, hat Pettig auf seinem Rad dann nur ein müdes Lächeln übrig. Ebenso erging es sicher denn 651 Mitstreitern des 22-Jährigen, die wie der junge Mann an der diesjährigen Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ im Raum Hameln-Pyrmont teilgenommen hatten.

veröffentlicht am 19.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 19:41 Uhr

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Wer sich allerdings wie Pettig von der bundesweiten Aktion hatte inspirieren lassen und Bus oder Auto gegen Drahtesel tauschte, sollte eine Bedingung erfüllen. Laut Initiatoren der Aktion, der „Allgemeine Deutsche Fahrradclub“ (ADFC) und der AOK, musste von Anfang Juni bis Ende August mindestens 20 mal mit dem Rad zur Arbeitsstelle gefahren werden. Laut Aktionsbroschüre zum Thema Tipps für das Alltagstraining, des ADFC hat Fahrradfahren in unregelmäßigen kurzen Abständen nämlich nur eine geringe Wirkung für Gesundheit und Fitness. Als Basisempfehlung gibt die Fahrradinitiative dort 30 Minuten körperliche Bewegung im Alltag als Minimum an.

Ungeübte sollten versuchen, zunächst zwei bis dreimal pro Woche aufs Rad umsteigen und dann Schritt für Schritt das persönliche Alltagstraining erhöhen. Als Motivation gab es für alle „Mit dem Rad zur Arbeit“ Probanden einen Aktionskalender, in dem die geradelten Tage dokumentiert werden sollten. Als Anreiz winkten attraktive Preise für die Pedalritter. Neben den landesweiten Preisen gab es in diesem Jahr 20 Hamelner Sponsoren, die Preise für die lokalen Akteure beigesteuert hatten. „Vor allem die lästige morgendliche Suche nach einem freien Parkplatz bleibt mir erspart, wenn ich mit dem Rad komme“, freut sich Niklas Pettig, der in Hamelns Innenstadt arbeitet. „Ich habe eine sitzende Tätigkeit, und das Radfahren ist ein perfekter Ausgleich.“ Der sportliche Effekt ist Pettig bei acht Kilometern Strecke von Selxen nach Hameln sicher, und CO2 spart der Mitarbeiter der Stadt auch so ganz nebenbei. „Ich genieße das entspannte Ankommen und fühle mich fit und motiviert“, führt Pettig als weitere Positivbeispiele an. „Von April bis September fahre ich sowieso mit Rad zur Arbeit, die Aktion passte also prima ins persönliche Konzept.“

Beim Wetter macht Pettig allerdings Zugeständnisse – „ein Regenfahrer, bis ich nicht, da nehme ich dann doch schon das Auto oder lasse mich abholen“, gibt er zu. Auch stören ihn der Autolärm und die Abgase. „An der B1 gibt es zwar einen gut ausgebauten Radweg, aber den nehme ich aus den eben genannten Gründen nur ungern. „Ich ziehe einen Feldweg zwischen Groß Berkel und Klein Berkel vor.“ Auch Jasper Kuhlmann und Marcel Schaaf haben sich inzwischen ihre ganz individuelle Strecke zu ihrer Arbeitsstätte herausgepuzzelt. Schnell und sicher musste sie sein. Die Auszubildenden der Pharma Group müssen quer durch die Innenstadt Richtung Afferde radeln. Julia Horatscheck vervollständigt mit Laura Madelaine Habenicht das Team.

Insgesamt hatten sich von der Pharma Group 20 Teams angemeldet. „Ich erinnere mich besonders an den heißen Juli in diesem Jahr. Statt nach der Arbeit in ein heißes Auto steigen zu müssen, konnte ich mir die frische Luft um die Nase wehen lassen, das war sehr angenehm“, erinnert sich Julia Horatscheck. „Mit der Agentur für Arbeit, der Polizei und der Aerzener Maschinenfabrik gehört die Hameln Group mit 40 bis 60 Teilnehmern zu den personenstärksten Betrieben, die sich beteiligt haben“, erklärte Sonja Meerhaut von der AOK Hameln. Sonja Meerhaut, selbst engagierte Radfahrerin, organisiert die Mitmachaktion und Verlosung mit dem ADFC seit vielen Jahren. Für das Team der Pharma Group um Jasper Kuhlmann und Niklas Pettig von der Stadt Hameln haben sich die Wege mit dem Rad zur Arbeit in diesem Jahr richtig gelohnt. Sie gehören zu den glücklichen Gewinnern der landesweit verlosen Hauptpreise.

Die Initiative „Mit dem Rad zur Arbeit“ läuft in Hameln bereits seit 2004. Im ersten Jahr waren es laut Sonja Meerhaut insgesamt 150 Teilnehmer. „Die Zahl ist jedes Jahr gestiegen, in diesem Jahr haben 216 Teams aus 51 Betrieben ihre Aktionskalender eingereicht“, freute sich die Pressesprecherin der AOK. Insgesamt wurden in Niedersachsen in diesem Jahr über 100 Einzelpreise, drei Teampreise und drei Fan-Page-Preise verlost. Unter den Einzelpreisen waren neun Trekkingfahrräder im Wert von je rund 500 Euro. Eines davon gehört nun Niklas Pettig. Der Hauptteampreis ging zum ersten Mal nach Hameln. Die Ballonfahrt im Wert von 1800 Euro gewann das Team Marcel Schaaf, Jasper Kuhlmann , Julia Horatschek und Laura Madelaine Habenicht.

Unterstützt wurde die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit 2010“ vom Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, dem Deutschen Gewerkschaftsbund Niedersachsen/ Bremen/Sachsen-Anhalt sowie den Unternehmensverbänden Niedersachsen. Schirmherrin war Ministerin Aygül Özkan.

Die glücklichen Ballonfahrtgewinner Julia Horatscheck, Jasper Kuhlmann, Marcel Schaaf, (v.li., Laura Madelaine Habenicht fehlt).

Foto: git



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