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Volker Rödenbeck aus Hessisch Oldendorf erinnert sich an den Mauerfall

Für Soldaten günstiger

veröffentlicht am 29.10.2014 um 10:15 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:30 Uhr

Rostock im Jahr 1990.

Gleich nach der Jahreswende im Januar 1990 – ich leistete damals meinen Grundwehrdienst ab –  fuhr ich nach Berlin. Und natürlich mit der S-Bahn über den Bahnhof Friedrichstraße in den „Osten“. Dort angekommen, ging es noch durch die alte Grenzübergangsstelle.
 Nur wenige Wochen zuvor musste man durch eine Klapptür, war allein vor einem Schalter, der in Kopfhöhe angebracht war. Hinter einem Vorhang saßen die Grenztruppensoldaten. Vor der Maueröffnung war der Pass durch eine kleine Öffnung hindurchzureichen, eine Hand ergriff den Pass und Pass und Hand verschwanden. Dabei konnte man den Kontrolleur ja wegen des Vorhangs nicht sehen. Dann gab es den Pass zurück, die Klapptür auf der anderen Seite öffnete sich – und man betrat die DDR.
 Jetzt, im Januar 1990, waren die Schalter schon verwaist, es gab nichts mehr zu kontrollieren. Aber durch die Klapptüren musste man damals immer noch. Dazu eine neongrelle Beleuchtung. In dieser Kontrollzone war es so hell, dass jeder dort blass aussah.
 Und dann ab ins Pergamonmuseum. Eintritt 0,10 Mark der DDR. Ermäßigung für Armeeangehörige 0,05 Mark der DDR. Da dachte ich mir: Oh, Armeeangehöriger bin ich ja auch. Ich zeigte meinen Truppenausweis der Bundeswehr und bekam anstandslos die Ermäßigung. In Ermangelung von Mark der DDR habe ich mit einem 5-Pfennig-Stück Westgeld bezahlt. Danach musste ich diesen Besuch in der DDR übrigens dem Sicherheitsoffizier am Bundeswehrstandort Nienburg melden. Das Detail mit dem Truppenausweis behielt ich dabei aber für mich.
 Nach dem Ende des Grundwehrdienstes fing ich wieder im alten Beruf an. Und mein Arbeitgeber hielt mich für jung und belastbar genug, die gesetzliche Krankenversicherung in der DDR mit aufzubauen. Also ab nach Rostock. Eine absolut andere Welt für jemanden, der zuvor de facto nie in der DDR gewesen war: Trabbis überall, Braunkohleduft, Broiler, Kettwurst, Plattenbauten und ein eigentlich nicht existierendes Telefonnetz.



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