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Eine Ursache sind die geplanten Bauarbeiten in der Osterstraße / Aber: Bei Rossmann brummt es

Für Leerstände gibt es ein Bündel von Ursachen

Hameln (CK). Der Bummel durch die Osterstraße, der am Grünen Reiter beginnt, verheißt zunächst nichts Gutes: „Geschlossen“ heißt das Wort, das in manchen Schaufenstern klebt und darauf aufmerksam macht, dass es in Hamelns Innenstadt mal wieder einen weiteren Leerstand gibt. So wartet der frühere Rossmann-Laden neben der Commerzbank nach wie vor auf einen neuen Mieter, hat der Laden von Kabel Deutschland sein Geschäft in die Bäckerstraße verlegt. Auch das Eiscafé „Piccoli“ ist geschlossen, ebenso der frühere Ein-Euro-Laden oder der kleine Änderungsschneider (neben Mosena). Und „Augenblicke“, ein Geschäft im früheren Schuhladen von Mengedoht, macht seinem Namen ebenfalls alle Ehre und ist bereits wieder ausgezogen. Und angesichts dessen fragt sich mancher: Geht das Ladensterben in Hamelns guter Stube etwa weiter?

veröffentlicht am 18.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 07:41 Uhr

Hier brummt es: die Rossmann-Filiale in der alten Hertie-Immobilie.
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So weit würde etwa Helmut Bernhardt nicht gehen. Der Hamelner, dem das Wohn- und Geschäftshaus gehört, in dem sowohl „Augenblicke“ untergebracht war als auch derzeit noch ein Reformhaus sein Domizil hat, weiß aber auch. „Es wird schwieriger.“ Und das liegt nach seiner Ansicht vor allem an der bevorstehenden Sanierung der Fußgängerzone, die in diesem Jahr eben die Osterstraße betrifft. Vor diesem Hintergrund, meint Bernhard, werde es für Immobilienbesitzer nicht einfacher, ihre Quadratmeter an den Mann zu bringen. „Die Baustelle ist ein eindeutiges Hindernis“, glaubt er. Die Höhe der Mieten jedenfalls sei es nicht. Habe der bundesweit tätige Immobilienmakler Böckhoff und Partner etwa für die Osterstraße in Hameln noch einen Quadratmeterpreis von 27 bis 32 Euro für größere und sogar 32 bis 38 Euro für kleinere Läden in seinen Unterlagen, so nennt Bernhardt einen Durchschnittspreis von zehn bis 15 Euro pro Quadratmeter – für ihn die „absolute Schmerzgrenze“.

Doch für die Leerstände in der Innenstadt gibt es nicht nur einen Grund, sondern ein ganzes Bündel von Ursachen. Da wären zum einen die Laufwege, die sich in den vergangenen Jahren wesentlich verändert haben. So hat sich mit dem Bau der Stadt-Galerie eine Achse entwickelt, die vom Parkhaus Torte bis in die Bäckerstraße führt, wird der Durchgang am Posthof von Passanten aus Richtung Rathaus gern genutzt und so der vordere Teil der Osterstraße schlichtweg abgehängt. Kommt hinzu: Am Beginn der Fußgängerzone am Tunnel Grüner Reiter fehlt ein sogenannter „Magnet“, der Käuferströme in die Innenstadt ziehen würde. Harald Wanger, Chef der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT), macht aber auch ein „fehlendes Parkhaus an dieser Achse“ für die Entwicklung verantwortlich, außerdem die Jahreszeit („wir brauchen eine anständige Winterbeleuchtung“) und die geplanten Bauarbeiten, wegen der sich mögliche Investoren zurückhaltend verhielten. Und: Nicht alle Hausbesitzer hätten ihre Mietpreise der schwierigen Lage angepasst. Ähnlich beurteilt der Hamelner Immobilienmakler Wolfgang Maeker die Lage: Auch er nennt ein fehlendes Parkhaus als Grund für die gegenüber der Bäckerstraße geringere Frequenz. Maeker, auch Mitglied im Gutachterausschuss: „Laut Bodenrichtwertkarte ist der Grundstückswert in der Osterstraße seit Jahren gesunken.“

Zum anderen aber liegt es oftmals auch schlichtweg an der Planung mancher Gebäude, etwa durch Treppen und schmale Verkaufsräume, dass diese nicht ideal nutzbar sind. Das könnte etwa das Geschäft betreffen, in dem sich derzeit die Schlecker-Filiale befindet. Das Gerücht, dass hier deswegen zum Jahresende die Lichter ausgehen, verweist allerdings Florian Baum, der Leiter der Unternehmenskommunikation, ins Reich der Fabel. Derzeit, so Baum, liefen Verhandlungen mit dem Vermieter, über die Zukunft der Filiale sei noch nicht entschieden. Hoffnung macht die frühere Hertie-Immobilie, lange Zeit Sorgenkind der Stadt. Seit dem Einzug der Drogeriekette Rossmann „brummt“ es hier regelrecht. „Wir haben den Standort vorher untersucht und gehen nur dorthin, wo es erfolgversprechend scheint“, sagt Stephan-Thomas Klose, Leiter der Pressestelle. Der Umzug von der 340 Quadratmeter großen Filiale in fast dreimal so große Räume jedenfalls habe sich gelohnt. Und auch vor dem Gebäude tut sich etwas: Demnächst eröffnet hier der Imbiss mit zwei Ausgabestellen.

Geschlossen: das Eiscafé Piccoli.


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