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Mit Nienburger Spargelspitzen frisch zubereitet: Der etwas andere Eintopf aus der Gulaschkanone

Für „Last Supper“ wird Spargel zur Suppe

Wenn Du Kartoffeln oder Spargel isst, schmeckst Du den Sand der Felder und den Wurzelsegen, des Himmels Hitze und den kühlen Regen, kühles Wasser und den warmen Mist: Mit diesen Worten würdigte Carl Zuckmayer das „weiße Gold“, das schon viele Dichter und Denker zu schlauen, schlüpfrigen, lustigen oder markanten Sprüchen animiert hat. Es gibt unendlich viel Möglichkeiten, dieses gesunde Stangengemüse, das seit dem langen warmen Wochenende endlich munter sprießt, auf den Tisch zu bringen. Ob gedünstet, gegrillt, überbacken, eingelegt oder paniert, mit Butter oder Hollandaise – Spargel wird heute vor allem als saisonale Delikatesse geschätzt, deren Zubereitung Geschmackssache ist.

veröffentlicht am 03.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 11:41 Uhr

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Das war früher anders: Im Mittelalter wurde das Gemüse vor allem wegen seiner heilenden Wirkung und weniger wegen des feinen Geschmacks in Klostergärten angepflanzt. Damals entstanden zahlreiche Kräuterbücher, die sich mit der Pflanzen- und Heilkunde auseinandersetzten: Autoren waren oft Apotheker und Ärzte, die den Spargel als Heilpflanze beschrieben und abbildeten.

Schon der griechische Arzt Hippokrates erwähnte um 460 v. Chr. Spargel als Heilpflanze. Vor allem die blutreinigende und harntreibende Wirkung des gepressten Saftes wurde in der Antike geschätzt. Heute weiß man, dass Spargel reich an wertvollen Vitaminen wie A, C, B1, B2 und E ist. Hinzu kommen Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Phosphor, Kalium, Kupfer, Magnesium, Eisen und Zink. Der Vitamin-B-Gruppe werden positive Eigenschaften für Nerven, Haut und Haare zugeschrieben. Die Vitamine C und E können auch Gefäßerkrankungen vorbeugen.

Viele gute Gründe, die für den Spargel sprechen. Und auch Grund genug für Lutz Last, der seine Kunden auf dem Wochenmarkt mit Eintöpfen aus der Gulaschkanone verwöhnt, „Last Supper“ am Samstag im Zeichen des weißen Goldes anzubieten. Statt Erbsen- oder Linseneintopf gibt’s Spargelcremesuppe. „Die bereite ich aus weißen Spargelspitzen in Gemüsebrühe mit Milch, Butter und Petersilie zu“, erzählt Last. Abgeschmeckt wird mit einem Hauch Zucker und einer Prise Muskatnuss. Und der Spargel stammt, natürlich, von seinen Nachbarinnen auf dem Wochenmarkt: vom Spargelhof Mysegades aus Bruchhausen-Vilsen, vom Spargelhof Horstmann aus Pennigsehl bei Liebenau/Nienburg und vom Hof Kruse in Steyerberg. „Lutz Last verarbeitet ausschließlich unsere Baby-Spitzen“, sagt Hannelore Kruse. Wie sie loben auch die anderen Spargel-Fachfrauen die cremige Suppe von „Last Supper“: „Sie schmeckt vorzüglich.“ Und ist eine tolle Sache für alle, die am Wochenende nicht selbst den Kochlöffel schwingen wollen.

Wer gern am Herd steht und Spargel auf den Speiseplan setzt, findet das weiße und grüne Stangengemüse jetzt in Hülle und Fülle. Die Preise variieren nur geringfügig. Ein Kilo weißer Spargel erster Güte kostet bei Hannelore Kruse 7,50 Euro. Das Pfund grüner Spargel ist für 4,50 Euro zu haben.

Den Nachwuchs für Spargel zu begeistern, ist nicht immer ganz einfach. Vielleicht gelingt das aber mit einer Spargel-Pizza. Man braucht dafür fertigen Pizzateig aus dem Kühlregal, grünen Spargel, Tomaten, Ziegenfrischkäse, Knoblauch, Olivenöl, Salz und Pfeffer sowie Ajvar, scharf oder mild, aus dem Glas. Ajvar ist ein würziges Mus aus Paprika oder alternativ aus Paprika und Auberginen, das es fix und fertig zu kaufen gibt. Für die Zubereitung den Pizzateig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Ajvar, Öl und Knoblauch mischen und auf dem Teig verstreichen. Den Spargel waschen (holzige Enden abschneiden) und auf dem Teig verteilen. Tomaten in Scheiben schneiden und zwischen den Spargel legen. Ziegenfrischkäse zerbröseln und über alles geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und das Ganze im vorgeheizten Ofen bei 200°C auf mittlerer Schiene 20 bis 25 Minuten backen.

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr

Lutz Last bietet als „Last Supper“ Spargelcremesuppe an. Von Hannelore Kruse stammen die Spargelspitzen. Foto: Dana



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